Neues Manjaro-Release steht in den Startlöchern

manjaro-logo-greenAufmerksamen Lesern wird es nicht entgangen sein, dass die Entwickler bei ManjaroLinux die letzten Veröffentlichungskandidaten anders als bisher üblich nummeriert haben. Mein Einstieg kam bei Manjaro 0.8.9 „Ascella“, im Verlauf änderte sich dieses bis 0.8.13, um etwa zum Anfang des Monats September als 15.09-rc1 „Bellatrix“ auf der Bildfläche zu erscheinen. Der Wechsel des Anfangsbuchstabens für den Codenamen zum nächstfolgenden Buchstaben des Alphabets ist damit folgerichtig.

Zwischendrin wechselte ich von stable zur testing branch, nicht zuletzt auch, weil ich mich bei testing furchtbar langweilte. Hauptargument war für mich die frühere Verfügbarkeit von Updates und der Ruch von Spannung und Abenteuer.

Heute merkte ich nun, dass das Kürzel „rc“ aus der Release-Bezeichnung verschwunden war. Es dauert also noch ein paar Tage, bis alle Änderungen nach stable kommen. Auf meinem Netbook läuft nach wie vor stable, dort sind wir bei 15.09-rc4. Der nächste Schritt ist dann die Veröffentlichung des „final release“, wobei das bei einer Rolling-Release-Distribution allenfalls ein kurzer Schnappschuss ist.
Das stable-Release kann dann uneingeschränkt zum Ausprobieren und zur Installation verwendet werden.
Als Benutzer, der schon längere Zeit sein ManjaroLinux pflegt, kam ich natürlich ganz ohne Neuinstallation in den Genuss der neuen Version. Das ist der Vorteil des Rolling Release.

Übrigens, mich überraschte die Parallele zu Ubuntu, dessen Veröffentlichungen nach dem gleichen Schema nummeriert werden. Aber das tangiert mich eher peripher…

[Update 27.09.2015]

Heute habe ich auf dem Netbook das Update auf ManjaroLinux 15.09 „Bellatrix“ installiert. Wie erwartet gab es keinerlei Probleme.

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Dualboot Manjaro – Manjaro

manjaro-logo-greenIn der Vergangenheit hatte ich lange und auch gern mit KDE als Desktopoberfläche gearbeitet. So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass ich mir die aktuelle Entwicklung KDE Plasma 5 anschauen wollte. Normalerweise verwende ich für solche Sachen die VirtualBox, doch wollte Plasma 5 dort nicht wirklich ordentlich laufen. Also entschied ich mich, der Installation von LMDE 2 den Gar auszumachen und den Platz für eine Distribution mit Plasma 5 zu verwenden. Dazu hatte ich zwei Isos bereits geladen: Kubuntu 15.10 „Wily Werewolf“ und ManjaroLinux 15.09-rc1 „Bellatrix“, das ebenso noch im Entwicklungsstadium ist.
Nach kurzer Überlegung packte ich „Bellatrix“ auf die Platte. Kubuntu ist zwar im Moment kompletter, was mir angesichts der in Kürze zu erwartenden Veröffentlichung logisch erscheint, aber mein Herz schlägt nun mal für ManjaroLinux.
Die Installation verlief weitestgehend ohne Probleme. Nur die Installation des Bootloaders GRUB2 wurde ohne Wahlmöglichkeit vorgenommen, so dass der MBR der ersten Platte mit dem Bootloader meines „Leit“-Linux glatt überbügelt wurde. An sich ist das kein Problem, schuf mir aber unnötige Arbeit, um den Ausgangszustand wieder herzustellen.

Das System läuft recht stabil, allerdings sind noch nicht alle Anwendungen auf Plasma 5 portiert, was zum Beispiel bei der Installation von DigiKam den halben Rattenschwanz von KDE 4 hinterher zieht. Das macht mir aber nichts aus, Platz ist genug vorhanden.

# sudo parted -l
Modell: ATA SAMSUNG HD103SJ (scsi)
Festplatte /dev/sda: 1000GB
Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
Partitionstabelle: msdos
Disk-Flags:

Nummer Anfang Ende Größe Typ Dateisystem Flags
1 1049kB 26,8GB 26,8GB primary ext4 boot
2 26,8GB 58,0GB 31,1GB primary ext4
3 58,0GB 1000GB 942GB primary ext4

Partition 1 ist für die Root-Partition /, Partition 2 beherbergt /home und Partition 3 ist mein Datengrab, auf dem sich Fotos, Videos, Filme, Texte, Musik und ein paar Kochrezepte befinden. Das Datengrab wird über die Datei /etc/fstab automatisch ins Verzeichnis ~/Daten eingebunden und ist nach dem Systemstart sofort für mich verfügbar.

Screenshot_20150902_200933

Ziemlich einfach gestaltete sich die Übernahme der persönlichen Einstellungen und Schlüssel. Die erforderlichen Verzeichnisse wie zum Beispiel ~/.gnupg, ~/.thunderbird für die E-Mail-Konten und ~/.moonchild productions für die Lesezeichen und AddOns für den Browser Pale Moon kopierte ich einfach aus dem /home der anderen Manjaro-Installation. Damit stehen die Einstellungen und Daten sofort bei Programmstart zur Verfügung. Schneller geht’s nicht.

Noch ist nicht alles so, wie ich es gern hätte. Das Angebot an Plasmoids für KDE Plasma 5 ist auch noch nicht so berauschend. Mein Arbeitspferd bleibt Manjaro XFCE, dennoch werde ich die Entwicklung bei Plasma 5 verfolgen. Zum Zeitvertreib. Vielleicht, wenn es mir irgendwann so gut gefällt, wechsele ich das Pferd…

Schlechte Zeiten für die private Pornosammlung

Aus den Lizenzbedingungen für den Endanwender von Windows 10 (neudeutsch auch EULA genannt):

Finally, we access, disclose and preserve personal data, including your content (such as the content of your emails, other private communications or files in private folders), when we have a good faith belief that doing so is necessary.

Das bedeutet auf Deutsch so viel wie:

Letztlich greifen wir auf private Daten zu, legen sie offen und speichern sie, einschließlich Ihrer Inhalte (wie zum Beispiel den Inhalt Ihrer E-Mails, andere private Kommunikation oder Dateien in privaten Ordnern), wenn wir guten Grund haben zu glauben, dass dies zu tun notwendig ist.

(frei von mir übertragen)

Wer sich das bieten lässt, hat es nicht besser verdient. Es gibt Alternativen, und Microsoft liefert gewichtige Gründe, besser ein Linux zu benutzen.
Für alle, die noch nicht genug haben, gibt es die Daten“schutz“bestimmungen von Microsoft ausführlich hier. Wer zwischen den Zeilen lesen kann und sich nicht von Euphemismen blenden lässt, ist klar im Vorteil.

Manjaro 0.8.12 released

Als Manjaro-Nutzer habe ich es ja schon seit ein paar Tagen länger, doch nun können auch interessierte Linuxerinnen und Linuxer die offiziellen Installationsmedien von Manjaro 0.8.12 „Ascella“ testen, wie auf der vorübergehend eingerichteten Manjaro-Website zu erfahren ist.
Wie immer gibt es die offiziellen Editionen mit den beiden Standardumgebungen XFCE und KDE sowie die minimalistische Net-Edition zuerst. Die Community-Versionen mit den anderen Desktops ziehen demnächst nach.
manjaro-logo-greenDie Version 0.8.12 bietet überwiegend Fehlerkorrekturen, aber auch Änderungen, wie die prompte Unterstützung des exFAT-Dateisystems – der Fachmann spricht gerne von out-of-the-box-Unterstützung, was in etwa bedeutet, dass es ohne Kopfstände und Frickelei bereits im Live-Modus läuft – oder die Verwendung der Paketverwaltung pacman in der Version 4.2.
Der neue Calamares-Installer ist noch den Testversionen 0.9 vorbehalten. Bis die offiziell erscheinen, müssen wir uns mit Thus begnügen.

Nach wie vor bin ich von Manjaro überaus positiv angetan, ach Quatsch – ich bin dieser Distribution restlos verfallen! Auf meinem Netbook bewährt sie sich im täglichen mehrstündigen Einsatz, und auch auf meinem Desktop-Rechner werkelt Manjaro ohne Probleme zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Wer ein einfach zu installierendes System sucht, dass mit geringem Aufwand permanent aktuell zu halten ist und obendrein äußerst stabil läuft, dem sei Manjaro Linux ans Herz gelegt.
Die offiziellen Editionen gibt es hier (XFCE), hier (KDE) und hier (Net) zum Download.

Manjaro 0.8.11 released

Heute erschien auf dem Manjaro-Blog die Meldung, dass ManjaroLinux in der Version 0.8.11 erschienen ist. Ich nehme das zum Anlass, wieder einmal die Werbetrommel für dieses tolle Projekt zu rühren, da es meiner Meinung ein größeres Echo in den einschlägigen Medien verdient hat. Vielleicht stören sich die betreffenden Redakteure noch an der Null, die die Hauptentwicklungslinie bezeichnet. Diese Null signalisiert offenbar, dass es sich noch um ein Projekt im Entwicklungsstadium handelt. Um ein stabil laufendes Rolling-Release zu testen und zu benutzen, braucht niemand zu warten, bis Manjaro 1.0.0 erscheint – das geht genau so gut mit dem aktuellen Manjaro.

Vor beinahe acht Monaten installierte ich ManjaroLinux auf meinem Desktop-PC. Damals hatte es gerade die Versionsnummer 0.8.9 und wurde auch von mir als sehr stabil beschrieben. Selbst der Wechsel der Paketquellen vom stable-Zweig zu testing hat daran nichts geändert.

manjaro-logo-greenSeither ist es mir mit Manjaro sehr gut ergangen. Das System läuft auf dem Desktop-PC rund und stabil. Die Erfahrung hat mich gelehrt, ein besonderes Augenmerk auf die Updates zu legen. Ungeduld ist dabei nicht immer der beste Ratgeber, denn bei einem Rolling Release können immer mal kleinere oder größere Probleme während des Updates auftreten. Manchmal muss ich dann Hand anlegen und das Terminal benutzen. Etwas Erfahrung damit ist also schon von Vorteil, aber nicht Bedingung. Bei Fragen und Problemen steht eine kleine, feine und kompetente Community bereit, eventuell aufkommende Verzweiflung schon im Ansatz zu erledigen.

Aktuell ist Manjaro 0.8.11 offiziell in der XFCE- und KDE-Edition sowie als minimalistische Net-Edition erhältlich. Die Community-Editionen mit weiteren Benutzeroberflächen ziehen gewöhnlich etwas später nach. Doch auch diese Versionen können heruntergeladen, installiert und benutzt werden, denn das fällige Update führt unweigerlich zur Version 0.8.11, wie mein Netbook zeigt.

Mit ManjaroLinux habe ich auf zwei unterschiedlichen Plattformen jeweils ein sehr stabiles und aktuelles System. Es basiert auf Arch Linux, einer topaktuellen und gepflegten Distribution. Es ist meiner Meinung nach sehr anwenderfreundlich. Wer also schon etwas Erfahrung mit anderen Linux-Distributionen hat und sich vor gelegentlicher Handarbeit im Terminal nicht fürchtet, sollte sich dieses tolle ManjaroLinux unbedingt ansehen.

Aus meiner Sicht hat ManjaroLinux einige Vorteile und Besonderheiten:

  • Rolling Release, theoretisch einmal installiert – immer topaktuell
  • basiert auf Arch Linux – stabil und schnell durch KISS
  • eigene Repositories – Softwarepakete werden noch einmal getestet, das bringt bessere Stabilität
  • benutzerfreundlich durch einfache Installation, grafische Hardwareerkennung und Aktualisierungsverwaltung

Neues aus der Tapetenschmiede

Ja, dieses Hintergrundbild hatte ich schon einmal benutzt. Mir gefällt es immer noch, und da es nun bald Winter wird, habe ich den Arbeitsplatz schon mal umgestaltet.

manjaro-winter_2014-11-25

Das dunkle Adwaita-Manjaro-Thema ist mir mit diesem Bild in der an sich schon dunklen Winterzeit dann doch der Overkill, so dass ich mir etwas Helleres, Freundlicheres suchte. XFCE bietet ein Winterthema an, dass mir recht gut gefällt. Allerdings hat xfce-winter blaue Schaltflächen, Auswahlbalken und Fensterknöpfe in der Leiste. Ich wollte den optischen Bezug zu Manjaro nicht verlieren und diese Elemente lieber in Grün. Ein „Grünes Eis“-Thema habe ich nicht gefunden, also blieb nur Handarbeit übrig. Meine Annahme war, die entsprechenden Dateien in den Themen so zu bearbeiten, dass ich alle blauen Farben gegen grüne austausche.
Den Ordner xfce-winter habe ich zu diesem Zweck an einen „sicheren“ Ort kopiert, um in aller Ruhe zu basteln. Bei dieser Bastelei war mir die Seite mit HTML-Farbcodes eine große Hilfe, der Rest ist dank Suchen&Ersetzen nur eine Fleißaufgabe. Das Ergebnis nannte ich xfce-greenice.

Thema: xfce-greenice
Mauszeiger: Menda (xcursor-menda)
Fensterdekoration: CrunchyGreenRemix2

fensterdeko-manjaro

Mutprobe: Wechsel von stable zu testing

manjaro-whisker-logo-greenIn diversen Foren las ich einige Verrisse zu Manjaro, die hauptsächlich die Update-Praxis im stable-Zweig der Distribution aufs Korn nehmen. So soll es schon mal fünf, sechs Wochen dauern, bis kritische Sicherheitslücken geschlossen würden, weil die entsprechenden Updates auf sich warten lassen. Heißt es.
Mag sein, und ich habe da auch ein wenig Bauchweh. Andererseits wurde bei der Heartbleed-Geschichte umgehend reagiert, was mich doch etwas beruhigt.

Sei es, wie es sei – mit dem testing-Zweig von Manjaro soll sich dieses „Problem“ als nicht mehr so „krass“ erweisen. Heißt es. Ich habe also den Umstieg gewagt und morgens um drei Uhr die Paketverwaltung auf testing umgestellt. Das funktioniert mit einem Einzeiler:

sudo pacman-mirrors -g -b testing

Die Mirrorliste für die Paketverwaltung pacman wird damit neu gestaltet und die entsprechenden Spiegelserver nach ihrer Verfügbarkeit und Zugriffszeit sortiert.

Anschließend kann dann die Paketverwaltung synchronisiert und das System aktualisiert werden:

sudo pacman -Syyu

Der gesamte Vorgang hat bei mir kaum fünf Minuten gedauert. Da es auch noch einen aktualisierten Kernel gab, war ein Neustart fällig. Es funktioniert alles wie gewohnt.

Kurze Erklärung zu den Repositories:

Unstable repositories beinhalten Softwarepakete mit bekannten oder vermuteten Stabilitäts- und/oder Kompatibilitätsproblemen. Diese Software ist für die Fehlerbeseitigung durch die Manjaro-Entwickler bestimmt, bevor sie in die testing-Repositories übernommen wird. Ebenso wird die allerneueste Software hier platziert, und die Benutzung des unstable-Repositories kann somit das System beschädigen.

Testing repositories beinhalten die gepatchten Pakete aus den unstable-Repos sowie andere neue Software, die als hinlänglich stabil angesehen wird. Diese Pakete sind für weitere Prüfungen auf potentielle Fehler und/oder Stabilitätsprobleme durch die Entwickler und Tester bestimmt, bevor sie in die stable-Repos gelangen.

Stable repositories sind die Standard-Repos, die von Manjaro für Updates und Downloads für die allgemeine Benutzerbasis bereit gestellt werden.

(Infos aus dem Manjaro-Wiki, von mir frei ins Deutsche übertragen)

Ich gehe also ein gewisses Risiko ein, dass sich der eine oder andere Fehler zeigen mag, den es in stable so nicht gäbe. Allerdings wäre wohl Manjaro nicht Manjaro, wenn ich diesen Weg nicht ebenso einfach umkehren könnte. Ich bin jedoch frohen Mutes, denn meine bisherigen Erfahrungen und die Berichte im Manjaro-Forum sprechen unbedingt für diesen Schritt.

inxi_manjaro-testing