Pimp my Mate-Desktop

Nach zwei Jahren mit XFCE hatte ich mich an das Wetter-Plugin für das Panel gewöhnt. Es war schick und ließ sich komfortabel einstellen.
Jetzt war ich auf der Suche nach einem ähnlichen Teil für den Mate-Desktop. Leider wird mir da in den Manjaro-Paketquellen nichts wirklich Brauchbares angeboten. Auch die Idee, in Conky den Wetterbericht einzubauen, verwarf ich schnell, weil der ICAO-Code des nächstgelegenen Flugplatzes von Conky leider nicht verwendet wird.

Auf meiner Suche im AUR stieß ich auf das Paket mate-xfce4-panel-plugin-loader-applet, das verschiedene Panel-Plugins aus XFCE laden können soll. Flugs installierte ich das Paket und das bekannte xfce4-weather-plugin.

$ yaourt -S mate-xfce4-panel-plugin-loader-applet
$ sudo pacman -S xfce4-weather-plugin

Anschließend musste ich das Loader-Applet ins Panel laden, was über den Rechtsklick („Zur Leiste hinzufügen“) erledigt wird. Dann konnte ich das Applet auswählen.

applets

Nach dem Hinzufügen zum Panel werden mit einem Mausklick die zu ladenden Plugins ausgewählt, in meinem Fall das Wetter-Plugin.

panel_plugins

Die Konfiguration ist ein Kinderspiel. Das Plugin zeigt den Wetterbericht und die 5-Tage-Vorschau für meinen Heimatort, so wie ich es haben will. Die Optik gefällt ebenfalls.

weather

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Manjaro Mate (II)

Beim Herumspielen mit Manjaro Cinnamon erfreute ich mich zwar an diesem schönen Desktop, fand dessen Ressourcenhunger jedoch nicht so prickelnd. Die Grafikkarte lieferte schon bei einfachen Anwendungen Temperaturen, die mich beinahe um den Festsitz der Lötverbindungen fürchten ließen. Ganz so schlimm war es nicht, aber Temperaturen oberhalb von sechzig Grad Celsius war ich schlicht nicht gewohnt. Der Prozessor war auch die meiste Zeit auf Anschlag getaktet, was sicher auf den anspruchsvolleren Cinnamon-Desktop zurück zu führen ist.

manjaro-mate-2016-03-21

So war der Entschluss schnell gefällt und Manjaro Cinnamon durch Manjaro Mate ersetzt. Hier ist nun alles so, wie ich es haben will. Es war zwar nicht unbedingt erforderlich, komplett neu zu installieren, da meine XFCE-Installation einfach auf einen anderen Desktop umgestrickt werden kann. Ich wollte aber das Arbeitspferd auch auf der ersten Platte im System haben, weil sie wesentlich neuer ist als die kleinere zweite Platte.
Auch zeigt die neu installierte Mate-Edition nicht die Macke meines bisherigen Lieblings, beim Herunterfahren eine Gedenkpause von neunzig Sekunden einzulegen. Diverse Lösungsansätze im Manjaro-Forum führten nur zu einer kurzzeitigen Besserung dieses Verhaltens. Jetzt ist aber alles in Butter.

Kernelgeschichten (II)

Mein Netbook läuft nun auch schon seit beinahe zwei Jahren zu meiner vollsten Zufriedenheit mit Manjaro Linux. Damals hatte ich mir die Netbook Edition ausgesucht, weil sie gleich optimal an den kleinen Bildschirm angepasst war.
Die Netbook Edition besitzt einen Kernel aus dem Kernel-Netbook-Projekt, der speziell auf die Nutzung mit Atom-Prozessoren zugeschnitten ist. Meinereiner verwendet ja gerne aktuelle Kernel, und so stieß mir auf, dass es schon ziemlich lange keine Updates für den letzten Netbook-Kernel 3.14.59-1-MANJARO-netbook gab. Das muss nichts bedeuten, denn Kernel 3.14 ist LTS und wird noch bis August diesen Jahres unterstützt. Trotzdem kann ich ja jetzt schon mal schauen, welche Alternativen es dann gibt.
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Meine Blaue Phase

Tapetenwechsel.
An dem Grün hatte ich mich nach mehr als eineinhalb Jahren satt gesehen und wollte nun etwas Abwechslung haben. Außerdem steht der Winter vor der Tür, der mir die Möglichkeit gibt, wieder schöne Schwarz-Weiß-Aufnahmen für die Tapete herzurichten.

Bildschirmfoto_2015-11-16_21-27-39

Neues vom Scanner

manjaro-logo-greenNatürlich habe ich weiter versucht, meinen Flachbett-Scanner noch irgendwie zum Arbeiten zu bewegen. Nachdem ich die Liste der verfügbaren sane-Backends in der Datei /etc/sane.d/dll.conf auf das einzig interessierende plustek-Backend zusammen gestrichen hatte, erstellte ich noch eine udev-Regel, weil ich die Anwendungen im Verdacht hatte, nicht die nötigen Zugriffsrechte zu haben. Und es kommt überhaupt nicht in Frage, ein Scanprogramm mit root-Rechten zu starten.

Die udev-Regel in der Datei /etc/udev/rules.d/50-sane-extras.rules sieht so aus:
# CANON CanoScan LiDE25
SYSFS{idVendor}=="04a9", SYSFS{idProduct}=="2220", MODE="0664", GROUP="scanner", ENV{libsane_matched}="yes"

Damit legte der Scanner plötzlich los, als ich in Xsane den Scan-Button betätigte. Fein! Das war also die Lösung!

Zu früh gefreut! Der Scanner tat dies genau einmal richtig, danach nicht mehr. Er ignorierte jeden weiteren Scanversuch. Der Scan-Balken fuhr auch nicht mehr in die Ausgangsposition zurück, sondern blieb nach etwa einem Viertel des Weges stehen. Ein Neuaufruf von Xsane bewirkte, dass der Balken ein weiteres Viertel des Rückweges bewältigte, ansonsten aber keine weitere Aktion erfolgte. Nach insgesamt viermaligem Beenden und Neuaufrufen von Xsane war der Balken in seiner Ausgangsposition angekommen. Allerdings wollte der Scanner weiterhin nichts tun, und die Anwendung lieferte das gewohnte schwarze Bild.

Nach dem Abmelden von der aktuellen Sitzung und der Neuanmeldung konnte ich wieder genau eine Seite scannen…

Genug ist eben genug. Das Problem habe ich im englischen Manjaro-Forum veröffentlicht, mal sehen, ob sich da was tut. Bis dahin ist Manjaro LXQt keine Option für mich und wird sicher ersetzt. Ich habe da schon mal was vorbereitet

Letzten Endes hatte die Beschäftigung mit dem Problem einen angenehmen Nebeneffekt: ich wusste nun, wie ich den Programmstart von Xsane erheblich verkürzen und die Auswahl, ob ich von meiner Webcam oder vom Scanner Bilder einlesen wolle, ganz beseitigen konnte.

Der Scanner will noch nicht …

manjaro-logo-greenEs ist ein ganz seltsames Problem, das ich im Moment noch nicht lösen kann. Mein Flachbettscanner leistet seit Jahren seinen treuen Dienst. Das Modell funktioniert bei jeder Distribution, die ich bisher auf der Platte hatte, ohne irgend eine zusätzliche Aktion wie Treibersuche und -installation. Der geht einfach so.

Kürzlich hatte ich mir Manjaro LXQt im Dualboot zur XFCE-Variante installiert. Soweit, so gut. Abgesehen davon, dass kein Drucksystem vorinstalliert ist, macht diese Distribution einen guten Eindruck. Bis ich auf die Idee kam, meinen Scanner auszuprobieren.

$ lsusb
Bus 001 Device 002: ID 04a9:2220 Canon, Inc. CanoScan LIDE 25
$ _

Das sieht gut aus, kommt aber nicht unerwartet.

$ sane-find-scanner
...
found USB scanner (vendor=0x04a9 [Canon], product=0x2220 [CanoScan], chip=LM9832/3) at libusb:001:002

Your USB scanner was (probably) detected. It may or may not be supported by

SANE. Try scanimage -L and read the backend's manpage.

...
$ _

Xsane bietet mir den Scanner als

Canon CanoScan LiDE25 Flachbettscanner [plustek:libusb:001:002]

an. Also drücke ich flugs auf „Scannen“ und warte. Es passiert nichts. Vorerst nichts. Dann wird als Scanergebnis ein schwarzes Bild angezeigt, ohne das der Scanner auch nur einen Mucks tut.
Starte ich Xsane aus der Konsole, erscheint keine Fehlermeldung. Also muss die Kommandozeile zum Scannen herhalten:

$ scanimage -d plustek:libusb:001:002 --format=jpg > test.jpg
$ _

Der Scanner beginnt zu Schnurren und erzeugt ein Bild. Na prima! Nacheinander probierte ich SimpleScan, Xsane, Gimp und Skanlite aus. Alle grafischen Programme liefern ein schwarzes Bild, ohne den Scanner zu benutzen! Auf der Kommandozeile funktioniert es tadellos.

Es sei noch kurz angemerkt, dass dieses Problem bei Manjaro XFCE nicht auftritt. Diverse Lösungsansätze in den einschlägigen Foren enden meist mit der Frage, ob der Inhaber des Problems denn auch in der Gruppe „scanner“ sei, denn das sei nötig. Meine Antwort darauf ist die, dass ich bei meinem XFCE nicht Mitglied dieser Gruppe bin, bei LXQt aber schon. Hier kann also nicht ganz stimmen, dass die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe obligatorisch ist.
Sämtliche Versuche, mit Hilfe der Konfigurationsdatei /etc/sane.d/plustek.conf zum Ziel zu gelangen, schlagen ebenfalls fehl. Selbst das Umbennen und der anschließende Aufruf von Xsane ohne diese Konfiguration endet mit dem bekannten Ergebnis.
Auch die Bibliotheken, Back- und Frontends für sane sind da, in beiden Manjaro-Versionen werkelt der gleiche Kernel, beide Versionen sind testing. In XFCE geht’s, in LXQt nicht …

So betrachtet stimmt die Überschrift nicht ganz. Der Scanner scannt – aber eben nur auf der Kommandozeile. Das ist angesichts des Vorhandenseins einer grafischen Benutzeroberfläche inakzeptabel. Ich bleibe da mal dran und boote derweil abwechselnd XFCE und LXQt. Und wenn sich jetzt jemand fragt, weshalb ich die andere Desktopumgebung nicht einfach auf meine bestehende Installation gepflanzt habe, so ist die Antwort ganz einfach: Ich mag den dann entstehenden Misch-Masch nicht. Qt- und GTK-Anwendungen durcheinander – das ist nicht mein Ding.

Grafikproblem gelöst

manjaro-logo-greenWer lesen kann ist klar im Vorteil. Ich Dummerchen, habe ich mir doch ein Problem bereitet, das eigentlich gar keins ist. Ich hätte mal auf die Weisheit des Kollektivs und die Macht des mhwd-Skripts von ManjaroLinux vertrauen sollen!

Mit diesem Skript mhwd (Manjaro Hard Ware Detection) kann ich sehr schön Kernel und Treiber installieren und konfigurieren. Die Auswahl und Installation des passenden Treibers erfolgt dabei automatisch, was dieses Skript zu einem äußerst angenehmen Feature von Manjaro macht.
Ich kam also auf die Idee, nach mehreren Fehlversuchen mit dem Legacy-Treiber video-nvidia-304xx die Automatik anzuwerfen, selbst auf die Gefahr hin, keine brauchbare Dastellung zu erhalten. Ich wusste ja, wie ich den Treiber wieder los werden würde. Frisch zur Tat und beherzt die Zeile

sudo mhwd -a pci nonfree 0300

ins Terminal eingehackt. Das Skript ermittelte, dass der nVidia-Treiber in der Version 340.93 der passende sei und installierte diesen.

mhwd-installedpciconfigs

Der anschließende Neustart zeigte mir ein gewohntes Bild – der Treiber arbeitet also mit dem aktuellen Kernel 3.4rc7-1 und meiner Grafikkarte GT218 (GeForce 210) perfekt zusammen. Das Problem ist also gelöst…

Moment mal, Problem? Wer keins hat, schafft sich selbst eins? Genau so ist es, denn nach nochmaligen Studium der Meldung über nicht mehr von nVidia-Treibern unterstützte Chipsätze, die nun auch schon wieder mehr als ein Jahr alt ist, kam ich aus dem Fazialpalmieren nicht mehr heraus: Meine Grafikkarte wird erst ab der Treiberversion 343.22 nicht mehr unterstützt. Seit ewigen Zeiten weiß ich, dass Manjaro mir den Treiber in Version 340.xx anbietet. Weil ich damals nicht gründlich genug las, verwendete ich ohne Not den Legacy-Treiber.

Wer lesen kann ist also klar im Vorteil.


Der nVidia-Treiber ist proprietär. Wenn ich auch offene Software bevorzuge, mache ich daraus jedoch kein Dogma. Der freie Treiber nouveau ist brauchbar, subjektiv zählt jedoch mein Eindruck, dass die Darstellung mit dem unfreien Treiber besser ist.

Grafikproblem

manjaro-logo-greenUngewöhnliches ereignete sich. Es gibt ein Problem bei meinem Manjaro. Ein kleines. Und das kam so:

Ich spendiere meinem System gerne den aktuellsten Kernel. Das kann dann schon mal ein Kernel sein, der noch nicht frei gegeben ist, also ein rc-Kernel. Bisher funktionierten die immer ohne Beanstandungen. Jetzt wollte ich das auch so mit Kernel 4.3 halten und installierte kürzlich 4.3.0-1-rc5. Meine Grafikkarte nVidia GT218 [GeForce 210] wird eigentlich vom unfreien Treiber video-nvidia-304xx befeuert. Der weigert sich aber standhaft, weshalb ich zunächst den Kernel wieder entfernte. Dann kam rc6, und das gleiche Problem tritt wieder auf. Kernel und unfreier nVidia-Treiber wollen nicht miteinander. Dieses Problem trat zum ersten Mal auf, seit ich Manjaro verwende.

Die Lösung, doch noch Kernel 4.3rc6 benutzen zu können, lag in der Installation des freien Treibers nouveau. Der geht auf Anhieb mit dem neuen Kernel. Auch konnte ich bisher keine Probleme bei der Darstellung auf dem Bildschirm feststellen.

Manjaro 15.09 „Bellatrix“ veröffentlicht

manjaro-logo-greenGestern meldete Pro-Linux, dass Manjaro 15.09 „Bellatrix“ veröffentlicht wurde. Ich hatte das bevorstehende Release ja schon zum Thema gemacht und dann irgendwie verpasst, hier rechtzeitig die Veröffentlichung zu melden, denn bereits einen Tag nach dem Wechsel der stable branch auf 15.09 gab es die offiziellen ISOs mit XFCE und KDE sowie Netinstall zum Download, womit dann der 28. September als offizielles Release-Datum anzusehen ist.

Was gibt es Neues in diesem Release? Abgesehen von der neuen Nummerierung und dem Namen hat sich für den Anwender, der sein Manjaro schon eine Zeit lang pflegt, bis auf neue Versionen der installierten Anwendungen und Systemkomponenten gar nichts geändert. Der Vorteil eines Rolling Release eben – das geht völlig geräuschlos und ruckfrei.

Die gravierendste Neuerung ist die offizielle Einführung des grafischen Installers Calamares, der den Installationsprozess weiter vereinfachen soll.

calamares-1

Die Bedienung ist unkompliziert. Wer schon mal ein Ubuntu installiert hat, wird sich sofort zurecht finden. Die Installation klappte in der VirtualBox einwandfrei, nach dem Neustart läuft das System mit dem LTS-Kernel 4.1.8 und bietet eine umfangreiche Sammlung an Anwendungen. Im Vergleich zu meiner damaligen Installation gibt es Änderungen im Detail. So finde ich den Guayadeque Music Player im Menü, für die Spieler hat Steam Einzug ins Software-Angebot gehalten.

Nach und nach werden jetzt die Community-Editionen mit ihren Veröffentlichungen nachziehen. Dann stehen ISOs mit weiteren Desktop-Umgebungen zur Verfügung.

Mit meinen bisherigen Erfahrungen mit ManjaroLinux kann ich allen Computernutzerinnen und -nutzern, die sich an ein neues System trauen wollen, diese kleine, aber feine Distribution uneingeschränkt empfehlen.

[Update] Wenn ich mich recht erinnere, waren die offiziellen Downloads bereits am 27. September abends verfügbar und das Release-Datum somit einen Tag früher. Aber das ist nur eine Randnotiz.