Kernelgeschichten (II)

Mein Netbook läuft nun auch schon seit beinahe zwei Jahren zu meiner vollsten Zufriedenheit mit Manjaro Linux. Damals hatte ich mir die Netbook Edition ausgesucht, weil sie gleich optimal an den kleinen Bildschirm angepasst war.
Die Netbook Edition besitzt einen Kernel aus dem Kernel-Netbook-Projekt, der speziell auf die Nutzung mit Atom-Prozessoren zugeschnitten ist. Meinereiner verwendet ja gerne aktuelle Kernel, und so stieß mir auf, dass es schon ziemlich lange keine Updates für den letzten Netbook-Kernel 3.14.59-1-MANJARO-netbook gab. Das muss nichts bedeuten, denn Kernel 3.14 ist LTS und wird noch bis August diesen Jahres unterstützt. Trotzdem kann ich ja jetzt schon mal schauen, welche Alternativen es dann gibt.
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Datensicherung in Aktion

backup

Die Platte ist eine Intenso 2,5″ USB 3.0 mit 1 TB Kapazität, ID 152d:0539 (vendor:model).
Solche Platten sind schon für rund fünfzig Euro zu haben und sind für mich eine preiswerte Möglichkeit, meine Daten zu sichern.
Für die Sicherung benutze ich ein selbst verfasstes Shellskript auf der Basis von rsync.

Einfache Antwort

Offenbar nimmt die Zahl der von dem fiesen Trojanischen Pferd Locky verschlüsselten Datensammlungen auf Windows-PCs sprunghaft zu. Heise fragte sich in der letzten Woche (auch ohne Fragezeichen), was gegen den Schädling getan werden kann.

Bildschirmfoto_2016-02-25_20-36-43

Aus meiner Sicht gibt es eine einfache Antwort:

Für alle noch nicht betroffenen Benutzer:

  • Backup aktualisieren
  • Platte putzen
  • Linux installieren
  • Backup zurück spielen

Für bereits geschädigte Benutzer:

Wie jetzt? Kein Backup? Dann waren die Daten nicht wichtig.

Kernelgeschichten

tuxSchon in den Tagen, als auf meinem Rechner noch KANOTIX lief, wollte ich den jeweils aktuellsten Kernel haben. Nicht immer waren Neuerungen oder Verbesserungen augenscheinlich und während der täglichen Routine-Anwendung spürbar. Das machte mir jedoch nichts aus, verschaffte mir doch allein die Gewissheit, den neuesten Kernel zu benutzen, ausreichend Genugtuung.

Noch heute halte ich das so, gerade weil ich mit ManjaroLinux eine Distribution verwende, die das Rolling-Release-Development-Modell verkörpert. Zudem bietet ManjaroLinux ein Werkzeug zur bequemen Verwaltung der verfügbaren und installierten Kernel an: das Skript mhwd-kernel.

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Dunkles Wölkchen am Manjaro-Himmel

manjaro-logo-greenMein Manjaro zickt. Oder besser: es nervt etwas. Seit einigen Tagen passt irgendetwas mit dem Sound nicht mehr zusammen. Kurz nach dem Start ertönt ein sonores Fünfzig-Hertz-Brummen aus den Lautsprechern. So etwas nervt natürlich, also ging ich mal auf Ursachenforschung. Am Line-In der Soundkarte steckt ein Plattenspieler, der mir bei der Digitalisierung meiner Vinyl-Schätzchen behilflich ist. Ziehe ich den Stecker, dann verstummt das Brummen. Nach erneutem Einstecken herrscht erst einmal Stille, und ungetrübter Musikgenuss ist gewährleistet. Aber eben nicht lange, dann beginnt das Brummen erneut.

Einen Hardwaredefekt schließe ich aus, da dieses Phänomen mit Arch Linux nicht auftritt. Wahrscheinlich ist der Kernel Schuld, aber diese Annahme muss ich noch verifizieren. Der älteste Manjaro-Kernel bei mir ist 4.3.3 und ändert nichts am Brummen.
Da mir in der Vergangenheit nichts Derartiges auffiel, werde ich mal den LTS-Kernel 4.1.x ausprobieren.
Aber nicht mehr in diesem Jahr, denn ich muss über den Jahreswechsel arbeiten.

Hoffentlich lässt sich das Problemchen beheben, denn es wäre betrüblich, vor dem Start von Manjaro erst einmal den Stecker ziehen zu müssen.

[Update 02.01.2016]
Offenbar ist der Kernel unverdächtig, denn auch mit der Version 4.1.15 trat dieses Brummen auf. Der Hinweis von Al CiD (siehe Kommentar) zum Drehen des Netzsteckers brachte Abhilfe, das Brummen verschwand. Bleibt nur die Frage, wieso dieses Geräusch nicht auftrat, wenn ich Arch Linux in Betrieb nahm …

Meine Blaue Phase

Tapetenwechsel.
An dem Grün hatte ich mich nach mehr als eineinhalb Jahren satt gesehen und wollte nun etwas Abwechslung haben. Außerdem steht der Winter vor der Tür, der mir die Möglichkeit gibt, wieder schöne Schwarz-Weiß-Aufnahmen für die Tapete herzurichten.

Bildschirmfoto_2015-11-16_21-27-39

Vorschau auf Netrunner Rolling

tuxNatürlich habe ich es nicht ausgehalten. Im Moment kann ich den Rechner nicht einfach herunter fahren und mit dem Netrunner-Iso booten, um die Installation im Dualboot vorzunehmen. Also musste eine virtuelle Maschine herhalten.
Anfänglich zierte sich Netrunner Rolling etwas, doch als ich die 3D-Beschleunigung abschaltete, konnte ich es benutzen. Die Installation bereitete überhaupt keine Probleme, der Installer bietet die gewohnte Funktionalität. Bisher läuft Netrunner Rolling erstaunlich stabil, was ich für eine Installation in der VirtualBox so nicht unbedingt erwartet hatte. Zur Vorschau gibt es schon mal einen Schnappschuss:

Bildschirmfoto_2015-11-12_19-56-12

Ich werde die Entwicklung des Projektes verfolgen. Sollte sich abzeichnen, dass ähnlich wie bei KDE 4 irgendwann eine wirklich benutzbare Version vorliegt, bin ich nicht abgeneigt, das dann auch hauptsächlich zu benutzen.

[Update]
Nach der Installation auf die Festplatte stelle ich fest, dass Netrunner Rolling wesentlich stabiler läuft, als diverse Plasma-5-Rants vermuten ließen. Ein Problem schleppt Netrunner Rolling dennoch ein: mein Scanner funktioniert auch hier nicht.
Kurzer Abgleich mit Kubuntu 15.10 im Live-Betrieb: Scanner läuft perfekt!
Es gibt sicher eine Lösung, ich muss sie nur finden…

Neues vom Scanner

manjaro-logo-greenNatürlich habe ich weiter versucht, meinen Flachbett-Scanner noch irgendwie zum Arbeiten zu bewegen. Nachdem ich die Liste der verfügbaren sane-Backends in der Datei /etc/sane.d/dll.conf auf das einzig interessierende plustek-Backend zusammen gestrichen hatte, erstellte ich noch eine udev-Regel, weil ich die Anwendungen im Verdacht hatte, nicht die nötigen Zugriffsrechte zu haben. Und es kommt überhaupt nicht in Frage, ein Scanprogramm mit root-Rechten zu starten.

Die udev-Regel in der Datei /etc/udev/rules.d/50-sane-extras.rules sieht so aus:
# CANON CanoScan LiDE25
SYSFS{idVendor}=="04a9", SYSFS{idProduct}=="2220", MODE="0664", GROUP="scanner", ENV{libsane_matched}="yes"

Damit legte der Scanner plötzlich los, als ich in Xsane den Scan-Button betätigte. Fein! Das war also die Lösung!

Zu früh gefreut! Der Scanner tat dies genau einmal richtig, danach nicht mehr. Er ignorierte jeden weiteren Scanversuch. Der Scan-Balken fuhr auch nicht mehr in die Ausgangsposition zurück, sondern blieb nach etwa einem Viertel des Weges stehen. Ein Neuaufruf von Xsane bewirkte, dass der Balken ein weiteres Viertel des Rückweges bewältigte, ansonsten aber keine weitere Aktion erfolgte. Nach insgesamt viermaligem Beenden und Neuaufrufen von Xsane war der Balken in seiner Ausgangsposition angekommen. Allerdings wollte der Scanner weiterhin nichts tun, und die Anwendung lieferte das gewohnte schwarze Bild.

Nach dem Abmelden von der aktuellen Sitzung und der Neuanmeldung konnte ich wieder genau eine Seite scannen…

Genug ist eben genug. Das Problem habe ich im englischen Manjaro-Forum veröffentlicht, mal sehen, ob sich da was tut. Bis dahin ist Manjaro LXQt keine Option für mich und wird sicher ersetzt. Ich habe da schon mal was vorbereitet

Letzten Endes hatte die Beschäftigung mit dem Problem einen angenehmen Nebeneffekt: ich wusste nun, wie ich den Programmstart von Xsane erheblich verkürzen und die Auswahl, ob ich von meiner Webcam oder vom Scanner Bilder einlesen wolle, ganz beseitigen konnte.

Der Scanner will noch nicht …

manjaro-logo-greenEs ist ein ganz seltsames Problem, das ich im Moment noch nicht lösen kann. Mein Flachbettscanner leistet seit Jahren seinen treuen Dienst. Das Modell funktioniert bei jeder Distribution, die ich bisher auf der Platte hatte, ohne irgend eine zusätzliche Aktion wie Treibersuche und -installation. Der geht einfach so.

Kürzlich hatte ich mir Manjaro LXQt im Dualboot zur XFCE-Variante installiert. Soweit, so gut. Abgesehen davon, dass kein Drucksystem vorinstalliert ist, macht diese Distribution einen guten Eindruck. Bis ich auf die Idee kam, meinen Scanner auszuprobieren.

$ lsusb
Bus 001 Device 002: ID 04a9:2220 Canon, Inc. CanoScan LIDE 25
$ _

Das sieht gut aus, kommt aber nicht unerwartet.

$ sane-find-scanner
...
found USB scanner (vendor=0x04a9 [Canon], product=0x2220 [CanoScan], chip=LM9832/3) at libusb:001:002

Your USB scanner was (probably) detected. It may or may not be supported by

SANE. Try scanimage -L and read the backend's manpage.

...
$ _

Xsane bietet mir den Scanner als

Canon CanoScan LiDE25 Flachbettscanner [plustek:libusb:001:002]

an. Also drücke ich flugs auf „Scannen“ und warte. Es passiert nichts. Vorerst nichts. Dann wird als Scanergebnis ein schwarzes Bild angezeigt, ohne das der Scanner auch nur einen Mucks tut.
Starte ich Xsane aus der Konsole, erscheint keine Fehlermeldung. Also muss die Kommandozeile zum Scannen herhalten:

$ scanimage -d plustek:libusb:001:002 --format=jpg > test.jpg
$ _

Der Scanner beginnt zu Schnurren und erzeugt ein Bild. Na prima! Nacheinander probierte ich SimpleScan, Xsane, Gimp und Skanlite aus. Alle grafischen Programme liefern ein schwarzes Bild, ohne den Scanner zu benutzen! Auf der Kommandozeile funktioniert es tadellos.

Es sei noch kurz angemerkt, dass dieses Problem bei Manjaro XFCE nicht auftritt. Diverse Lösungsansätze in den einschlägigen Foren enden meist mit der Frage, ob der Inhaber des Problems denn auch in der Gruppe „scanner“ sei, denn das sei nötig. Meine Antwort darauf ist die, dass ich bei meinem XFCE nicht Mitglied dieser Gruppe bin, bei LXQt aber schon. Hier kann also nicht ganz stimmen, dass die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe obligatorisch ist.
Sämtliche Versuche, mit Hilfe der Konfigurationsdatei /etc/sane.d/plustek.conf zum Ziel zu gelangen, schlagen ebenfalls fehl. Selbst das Umbennen und der anschließende Aufruf von Xsane ohne diese Konfiguration endet mit dem bekannten Ergebnis.
Auch die Bibliotheken, Back- und Frontends für sane sind da, in beiden Manjaro-Versionen werkelt der gleiche Kernel, beide Versionen sind testing. In XFCE geht’s, in LXQt nicht …

So betrachtet stimmt die Überschrift nicht ganz. Der Scanner scannt – aber eben nur auf der Kommandozeile. Das ist angesichts des Vorhandenseins einer grafischen Benutzeroberfläche inakzeptabel. Ich bleibe da mal dran und boote derweil abwechselnd XFCE und LXQt. Und wenn sich jetzt jemand fragt, weshalb ich die andere Desktopumgebung nicht einfach auf meine bestehende Installation gepflanzt habe, so ist die Antwort ganz einfach: Ich mag den dann entstehenden Misch-Masch nicht. Qt- und GTK-Anwendungen durcheinander – das ist nicht mein Ding.