Vorschau auf Netrunner Rolling

tuxNatürlich habe ich es nicht ausgehalten. Im Moment kann ich den Rechner nicht einfach herunter fahren und mit dem Netrunner-Iso booten, um die Installation im Dualboot vorzunehmen. Also musste eine virtuelle Maschine herhalten.
Anfänglich zierte sich Netrunner Rolling etwas, doch als ich die 3D-Beschleunigung abschaltete, konnte ich es benutzen. Die Installation bereitete überhaupt keine Probleme, der Installer bietet die gewohnte Funktionalität. Bisher läuft Netrunner Rolling erstaunlich stabil, was ich für eine Installation in der VirtualBox so nicht unbedingt erwartet hatte. Zur Vorschau gibt es schon mal einen Schnappschuss:

Bildschirmfoto_2015-11-12_19-56-12

Ich werde die Entwicklung des Projektes verfolgen. Sollte sich abzeichnen, dass ähnlich wie bei KDE 4 irgendwann eine wirklich benutzbare Version vorliegt, bin ich nicht abgeneigt, das dann auch hauptsächlich zu benutzen.

[Update]
Nach der Installation auf die Festplatte stelle ich fest, dass Netrunner Rolling wesentlich stabiler läuft, als diverse Plasma-5-Rants vermuten ließen. Ein Problem schleppt Netrunner Rolling dennoch ein: mein Scanner funktioniert auch hier nicht.
Kurzer Abgleich mit Kubuntu 15.10 im Live-Betrieb: Scanner läuft perfekt!
Es gibt sicher eine Lösung, ich muss sie nur finden…

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Manjaro 15.09 „Bellatrix“ veröffentlicht

manjaro-logo-greenGestern meldete Pro-Linux, dass Manjaro 15.09 „Bellatrix“ veröffentlicht wurde. Ich hatte das bevorstehende Release ja schon zum Thema gemacht und dann irgendwie verpasst, hier rechtzeitig die Veröffentlichung zu melden, denn bereits einen Tag nach dem Wechsel der stable branch auf 15.09 gab es die offiziellen ISOs mit XFCE und KDE sowie Netinstall zum Download, womit dann der 28. September als offizielles Release-Datum anzusehen ist.

Was gibt es Neues in diesem Release? Abgesehen von der neuen Nummerierung und dem Namen hat sich für den Anwender, der sein Manjaro schon eine Zeit lang pflegt, bis auf neue Versionen der installierten Anwendungen und Systemkomponenten gar nichts geändert. Der Vorteil eines Rolling Release eben – das geht völlig geräuschlos und ruckfrei.

Die gravierendste Neuerung ist die offizielle Einführung des grafischen Installers Calamares, der den Installationsprozess weiter vereinfachen soll.

calamares-1

Die Bedienung ist unkompliziert. Wer schon mal ein Ubuntu installiert hat, wird sich sofort zurecht finden. Die Installation klappte in der VirtualBox einwandfrei, nach dem Neustart läuft das System mit dem LTS-Kernel 4.1.8 und bietet eine umfangreiche Sammlung an Anwendungen. Im Vergleich zu meiner damaligen Installation gibt es Änderungen im Detail. So finde ich den Guayadeque Music Player im Menü, für die Spieler hat Steam Einzug ins Software-Angebot gehalten.

Nach und nach werden jetzt die Community-Editionen mit ihren Veröffentlichungen nachziehen. Dann stehen ISOs mit weiteren Desktop-Umgebungen zur Verfügung.

Mit meinen bisherigen Erfahrungen mit ManjaroLinux kann ich allen Computernutzerinnen und -nutzern, die sich an ein neues System trauen wollen, diese kleine, aber feine Distribution uneingeschränkt empfehlen.

[Update] Wenn ich mich recht erinnere, waren die offiziellen Downloads bereits am 27. September abends verfügbar und das Release-Datum somit einen Tag früher. Aber das ist nur eine Randnotiz.

Dualboot Manjaro – Manjaro

manjaro-logo-greenIn der Vergangenheit hatte ich lange und auch gern mit KDE als Desktopoberfläche gearbeitet. So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass ich mir die aktuelle Entwicklung KDE Plasma 5 anschauen wollte. Normalerweise verwende ich für solche Sachen die VirtualBox, doch wollte Plasma 5 dort nicht wirklich ordentlich laufen. Also entschied ich mich, der Installation von LMDE 2 den Gar auszumachen und den Platz für eine Distribution mit Plasma 5 zu verwenden. Dazu hatte ich zwei Isos bereits geladen: Kubuntu 15.10 „Wily Werewolf“ und ManjaroLinux 15.09-rc1 „Bellatrix“, das ebenso noch im Entwicklungsstadium ist.
Nach kurzer Überlegung packte ich „Bellatrix“ auf die Platte. Kubuntu ist zwar im Moment kompletter, was mir angesichts der in Kürze zu erwartenden Veröffentlichung logisch erscheint, aber mein Herz schlägt nun mal für ManjaroLinux.
Die Installation verlief weitestgehend ohne Probleme. Nur die Installation des Bootloaders GRUB2 wurde ohne Wahlmöglichkeit vorgenommen, so dass der MBR der ersten Platte mit dem Bootloader meines „Leit“-Linux glatt überbügelt wurde. An sich ist das kein Problem, schuf mir aber unnötige Arbeit, um den Ausgangszustand wieder herzustellen.

Das System läuft recht stabil, allerdings sind noch nicht alle Anwendungen auf Plasma 5 portiert, was zum Beispiel bei der Installation von DigiKam den halben Rattenschwanz von KDE 4 hinterher zieht. Das macht mir aber nichts aus, Platz ist genug vorhanden.

# sudo parted -l
Modell: ATA SAMSUNG HD103SJ (scsi)
Festplatte /dev/sda: 1000GB
Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
Partitionstabelle: msdos
Disk-Flags:

Nummer Anfang Ende Größe Typ Dateisystem Flags
1 1049kB 26,8GB 26,8GB primary ext4 boot
2 26,8GB 58,0GB 31,1GB primary ext4
3 58,0GB 1000GB 942GB primary ext4

Partition 1 ist für die Root-Partition /, Partition 2 beherbergt /home und Partition 3 ist mein Datengrab, auf dem sich Fotos, Videos, Filme, Texte, Musik und ein paar Kochrezepte befinden. Das Datengrab wird über die Datei /etc/fstab automatisch ins Verzeichnis ~/Daten eingebunden und ist nach dem Systemstart sofort für mich verfügbar.

Screenshot_20150902_200933

Ziemlich einfach gestaltete sich die Übernahme der persönlichen Einstellungen und Schlüssel. Die erforderlichen Verzeichnisse wie zum Beispiel ~/.gnupg, ~/.thunderbird für die E-Mail-Konten und ~/.moonchild productions für die Lesezeichen und AddOns für den Browser Pale Moon kopierte ich einfach aus dem /home der anderen Manjaro-Installation. Damit stehen die Einstellungen und Daten sofort bei Programmstart zur Verfügung. Schneller geht’s nicht.

Noch ist nicht alles so, wie ich es gern hätte. Das Angebot an Plasmoids für KDE Plasma 5 ist auch noch nicht so berauschend. Mein Arbeitspferd bleibt Manjaro XFCE, dennoch werde ich die Entwicklung bei Plasma 5 verfolgen. Zum Zeitvertreib. Vielleicht, wenn es mir irgendwann so gut gefällt, wechsele ich das Pferd…

Nostalgie: Trinity-Desktop

Nachdem ich die Meldung bei Pro-Linux las, dass der Trinity-Desktop nun in einer fehlerbereinigten Version 14.0.1 verfügbar sei, wollte ich mir den Fork des alten KDE 3.x einmal anschauen.
Da ich auch las, dass es für Debian 8 ein Binärpaket gibt, wählte ich also meine Debian-8-Installation in der VirtualBox dafür aus. Die Installationsanleitung ist einfach nachvollziehbar, allerdings vertrete ich die Auffassung, die Einträge zusätzlicher Paketquellen nicht direkt in die Datei /etc/apt/sources.list zu pflanzen, sondern dafür das Verzeichnis /etc/apt/sources.list.d/ zu nutzen, weil dieses Vorgehen die Pflege und Wartung der Paketverwaltung vereinfacht. Ich packte die Einträge

deb http://ppa.quickbuild.pearsoncomputing.net/trinity/trinity-r14.0.0/debian jessie main
deb-src http://ppa.quickbuild.pearsoncomputing.net/trinity/trinity-r14.0.0/debian jessie main
deb http://ppa.quickbuild.pearsoncomputing.net/trinity/trinity-builddeps-r14.0.0/debian jessie main
deb-src http://ppa.quickbuild.pearsoncomputing.net/trinity/trinity-builddeps-r14.0.0/debian jessie main

also in die Datei /etc/apt/sources.list.d/trinity.list und installierte den Desktop mit
# apt-key adv --keyserver keyserver.quickbuild.pearsoncomputing.net --recv-keys F5CFC95C
# apt-get update && apt-get install tde-trinity tde-i18n-de-trinity

Nach dem erneuten Anmelden am System und der Auswahl des entsprechenden Desktops im Login-Bildschirm hatte ich die Oberfläche nun vor mir.

trinitydesktop

Ich fühlte mich sofort an meine Anfänge mit KANOTIX erinnert. Es war ja eine schöne, weil erfolgreiche Zeit, in der ich meine Erfahrung mit Linux maßgeblich prägen und ausbauen konnte.
Seit dieser Zeit ist viel Wasser die Saale hinab geflossen und die Welt hat sich weiter gedreht. Soll heißen, mein Geschmack hat sich auch geändert in dieser Zeit. Der ursprünglich installierte Cinnamon-Desktop sieht eindeutig moderner aus.

cinnamondesktop

Der Trinity-Desktop mag seine Berechtigung haben, doch ich glaube nicht, dass ich mich noch einmal damit anfreunden werde. Es ist wohl zu viel Arbeit, ihm ein moderneres Outfit zu verpassen.

Schlechte Zeiten für die private Pornosammlung

Aus den Lizenzbedingungen für den Endanwender von Windows 10 (neudeutsch auch EULA genannt):

Finally, we access, disclose and preserve personal data, including your content (such as the content of your emails, other private communications or files in private folders), when we have a good faith belief that doing so is necessary.

Das bedeutet auf Deutsch so viel wie:

Letztlich greifen wir auf private Daten zu, legen sie offen und speichern sie, einschließlich Ihrer Inhalte (wie zum Beispiel den Inhalt Ihrer E-Mails, andere private Kommunikation oder Dateien in privaten Ordnern), wenn wir guten Grund haben zu glauben, dass dies zu tun notwendig ist.

(frei von mir übertragen)

Wer sich das bieten lässt, hat es nicht besser verdient. Es gibt Alternativen, und Microsoft liefert gewichtige Gründe, besser ein Linux zu benutzen.
Für alle, die noch nicht genug haben, gibt es die Daten“schutz“bestimmungen von Microsoft ausführlich hier. Wer zwischen den Zeilen lesen kann und sich nicht von Euphemismen blenden lässt, ist klar im Vorteil.

Manjaro 0.8.12 released

Als Manjaro-Nutzer habe ich es ja schon seit ein paar Tagen länger, doch nun können auch interessierte Linuxerinnen und Linuxer die offiziellen Installationsmedien von Manjaro 0.8.12 „Ascella“ testen, wie auf der vorübergehend eingerichteten Manjaro-Website zu erfahren ist.
Wie immer gibt es die offiziellen Editionen mit den beiden Standardumgebungen XFCE und KDE sowie die minimalistische Net-Edition zuerst. Die Community-Versionen mit den anderen Desktops ziehen demnächst nach.
manjaro-logo-greenDie Version 0.8.12 bietet überwiegend Fehlerkorrekturen, aber auch Änderungen, wie die prompte Unterstützung des exFAT-Dateisystems – der Fachmann spricht gerne von out-of-the-box-Unterstützung, was in etwa bedeutet, dass es ohne Kopfstände und Frickelei bereits im Live-Modus läuft – oder die Verwendung der Paketverwaltung pacman in der Version 4.2.
Der neue Calamares-Installer ist noch den Testversionen 0.9 vorbehalten. Bis die offiziell erscheinen, müssen wir uns mit Thus begnügen.

Nach wie vor bin ich von Manjaro überaus positiv angetan, ach Quatsch – ich bin dieser Distribution restlos verfallen! Auf meinem Netbook bewährt sie sich im täglichen mehrstündigen Einsatz, und auch auf meinem Desktop-Rechner werkelt Manjaro ohne Probleme zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Wer ein einfach zu installierendes System sucht, dass mit geringem Aufwand permanent aktuell zu halten ist und obendrein äußerst stabil läuft, dem sei Manjaro Linux ans Herz gelegt.
Die offiziellen Editionen gibt es hier (XFCE), hier (KDE) und hier (Net) zum Download.

Hardware-Empfehlung

– Keine Werbung! –

Nach dem ein von mir umgebauter Stino-PC* seit nunmehr einem Monat klaglos seinen Dienst versieht, möchte ich eine Empfehlung für die von mir ausgewählte und verbaute Hardware geben in der Hoffnung, dass sie hilfreich für diejenigen Anwenderinnen und Anwender sein möge, die sich mit ähnliche Fragen herum plagen. Vor allem ist es ja die eine Frage, von deren Beantwortung entscheidend abhängt, ob das Geld zum Fenster hinaus geworfen wird oder nicht, wenn man plant, auf so einer Kiste auch noch irgendein Linux einzusetzen. Weiterlesen

Linux != Windows oder Warum so schwer machen

tuxHinter den Kulissen arbeite ich gerade an einem Artikel – vermutlich wird es wegen des Umfangs eine kleine Artikelserie – zur Problematik des Endes der Unterstützung von Windows XP. In diversen Internetforen häufen sich die entsprechenden Anfragen, die auf die ganz normalen Schwierigkeiten beim Umstieg von Windows auf Linux zurück zu führen sind.
Weiterlesen

[Update] Neues aus der Tapetenschmiede

Nichts ist so beständig wie die Veränderung. So ändere ich gerne mal den Hintergrund der Arbeitsoberfläche, neudeutsch auch Wallpaper genannt. Je nach Stimmung verwende ich meist selbst geknipste Fotos, aber auch gerne mal Fundsachen aus Neul@nd.
Es begab sich also, dass ich mich nach langer Zeit wieder in die Galerie der Hubble Site verirrte. Dort gibt es einige wirklich sehr schöne Tapeten in verschiedenen Abmessungen.
Ich wählte einige besonders ansprechende Hintergründe aus und lud sie in der Abmessung 1920×1200 herunter, weil die der Größe meines Bildschirms am nächsten kam.

In Gimp beschnitt ich sie dann auf die richtige Größe von 1920×1080 und versah sie mit dem wichtigen Accessoire meiner Lieblingsdistribution. Fix noch in den Einstellungen für die Arbeitsfläche als Hintergrund die Diaschau eingestellt und den passenden Ordner mit den soeben erstellten Hintergrundbildern ausgewählt – schon wird mir die Neuschöpfung angezeigt. Mal sehen, ob ich es bei dem Bildwechsel alle dreißig Minuten belasse.

Hier seht Ihr mal zwei der neuen Hintergünde:

hubble-wallpaper-20140227

hubble-wallpaper-20140227a

[Update]
Bei diesem Thema passt dann auch mal sowas rein:

voyager-wallpaper-20140228

(original von http://www.startrek-pictures.com)

Mit Geduld und Spucke

Schon lange stört mich eine Eigenart des Plasma-Panels: das Symbol von gtk-redshift wird nicht an die Größe des Plasma-Panels angepasst. So ist immer nur ein Viertelkreis zu sehen. Das passiert immer dann, wenn der Rechner einen Kaltstart ausführt, also zum Bleistift ausgeschaltet war.

redshift-icon-gross

Auf die Funktion dieses Symbols hat die Darstellung keinen Einfluss, ich aber fühle mich in meinem ästhetischen Empfinden doch gestört. Oder auf gut Deutsch: es nervt mich ein wenig. Mit einem Neustart des X-Servers – durch Abmelden hervorgerufen – wird die Darstellung korrigiert. Für ein schönes Bildschirmfoto muss ich mich also erst einmal abmelden, um nach der Neuanmeldung das Redshift-Symbol in voller Schönheit genießen zu können. Etwas viel Aufwand, nicht?

Nach etwas Denkarbeit komme ich auf die Idee, gtk-redshift verzögert starten zu lassen. Dazu bedarf es einer kleinen Änderung im Autostart-Aufruf. Bei KDE erreicht man den unter Systemeinstellungen -> Systemverwaltung – Starten und Beenden -> Autostart. Hier trage ich die Verzögerung für den Aufruf von gtk-redshift ein.

redshift-autostart

Zuerst wird zehn Sekunden lang geschlafen; und erst, wenn das erfolgreich war, wird gtk-redshift gestartet. Eine Pause von fünf Sekunden führt noch nicht zum gewünschten Erfolg. Es braucht also offensichtlich etwas mehr an Geduld. Bei zehn Sekunden tritt der gewünschte Effekt ein.

redshift-icon-passend

* * *

Ich habe länger nach einem Bildschirmfoto gesucht, auf dem das verzerrte Redshift-Symbol zu sehen ist, weil ich zu faul bin, die Einstellung noch einmal rückgängig zu machen. Es ist etwas älter, und der Systemabschnitt der Kontrollleiste sieht ziemlich chaotisch aus. Das untere Foto ist hingegen niegelnagelneu und schön aufgeräumt.