Zu blöd dafür

Ja, irgendwie bin ich zu blöd für die ausgefeilte Masche, mit der rumänische Ganoven Zugriff auf meinen Rechner haben wollen. Heute nämlich erhielt ich eine E-Mail folgenden Inhalts:

post_aus_rumaenien

Soso, Wolfgang ist also Anwältin. Gut, das kann jeder passieren, und für die Wahl des Vornamens durch die Eltern kann keine etwas. Mich würde interessieren, bei welchem Standesamt dieser Vorname für ein Mädchen durchging.
Leider trafen die rumänischen Wunderprogrammierer auf einen blöden Ossi wie mich, der sich obendrein auch noch anmaßt zu wissen, dass die Postleitzahl, wenn sie mit einer „1“ beginnt, definitiv in Neufünfland anzusiedeln ist und daher mitnichten auf Gießen passt. Die verwendete Postleitzahl trifft ausgerechnet auch noch auf eine Gegend zu, die mir von Geburt wegen und einem späteren Wohnaufenthalt vertraut ist.
So fällt die fehlende Führungsnull der Telefonvorwahl dann gar nicht mehr ins Gewicht.

Neugierig geworden, wollte ich wissen, was in dem 7,2k-Archiv wohl an Spannung verborgen sei. Also habe ich den Anhang auf einem Stick gespeichert und in einer sicheren Umgebung entpackt. Und siehe da, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Es handelt sich um ein verpacktes Java-Skript, welches wohl schauerliche Dinge auf meinem Rechner anstellte, gelänge es jemals zur Ausführung. Das wird aber nicht passieren, denn ich bin einfach zu blöd dafür.

js_aus_rumaenien

Firefox 23: Mehr Benutzerfreundlichkeit?

Es soll ja Anwender geben, die ein besonderes Sicherheitsbedürfnis haben. Auch aus diesem Grunde verwenden sie beispielsweise mit Vorliebe freie Software, vor allem beim Surfen im Wold Wide Web. Der Browser Firefox erfreut sich hier einer großen Beliebtheit.

Die Skriptsprache JavaScript steht wegen möglicher Sicherheitslücken in der Kritik. Es stimmt schon bedenklich, dass unbekannter Code, der in Webseiten eingebaut ist, einfach so auf meinem Rechner ausgeführt werden darf.
Der Anwender hatte bisher die Möglichkeit, JavaScript in den Einstellungen für den Firefox sehr komfortabel zu deaktivieren.
Mit dem Erscheinen der Firefox-Version 23 ist das einfache Leben nun vorbei. Der „normale“ Anwender*) hat diese komfortable Möglichkeit nicht mehr.
Allerdings bin ich weit genug weg von Panikmache und Geschrei. JavaScript war schon immer standardmäßig aktiviert, und sicherheitsbewusste Anwender mussten es schon immer selbst deaktivieren. Es ging sehr schön einfach, und jetzt ist es eben anders. Statt diesen Umstand zu beklagen, zeige ich lieber, wie man JavaScript im Firefox dennoch deaktivieren kann, falls man das möchte.

Die Lösung ist simpel und erfordert nur etwas Aufmerksamkeit und Vorsicht:

  • In die Adresszeile des Browsers tippen wir about:config ein.
  • Den folgenden Hinweis lesen wir aufmerksam und bestätigen ihn.
  • Wir suchen nach der Einstellung javascript.enabled. Das geht sehr komfortabel, wenn wir den Begriff in die Suchzeile eingeben. Es erscheint der entsprechende Einstellungsname. Es handelt sich hiernbei um den Typ „boolean“, was bedeutet, dass diese Einstellung nur zwei Wahrheitswerte annehmen kann: wahr (true) oder falsch (false). „javascript.enabled“ heißt übersetzt „javascript ist verfügbar“. Wenn der Wert der Einstellung also auf „true“ steht, ist JavaScript eingeschaltet.
  • Wir wählen die betreffende Zeile mit einem Linksklick aus und rufen anschließend mit einem Rechtsklick das Kontextmenü auf. Dort wird „Umschalten“ angeboten. Mit einem Linksklick auf „Umschalten“ wird der Wert dieser Einstellung verändert.

Es scheint nicht erforderlich, den Browser anschließend neu zu starten. Zumindest mit Iceweasel (Debian) war die Einstellung sofort wirksam.

Diese Änderung ist alles andere als schwer, und mit einer passenden Anleitung von jedem Laien nachvollziehbar. Der eingangs erwähnte Hinweis, vorsichtig zu sein, scheint nach einem Blick in die Vielzahl der Einstellungsmöglichkeiten berechtigt.
Wenn nur die von mir geschilderten Schritte ausgeführt werden, passiert außer der Deaktivierung von JavaScript nichts.
Wer nun feststellt, dass die Darstellung und Bedienung seiner Lieblings-Webseiten stark zu wünschen übrig lässt, der aktiviere JavaScript auf dem selben Weg und beschwere sich beim Webmaster seiner Lieblings-Webseite…

* * *

*) Der „normale“ Anwender

Hier kommt die Relativitätstheorie zur Anwendung: Die relativ Normalen sind relativ verrückt, und die relativ Verrückten sind relativ normal. Ich will damit sagen, dass es Anwender gibt, die es nicht gewohnt sind, in den Eingeweiden der Firefox-Konfiguration herum zu krabbeln, weil sie dazu bisher keine Veranlassung sahen.
Ich verwende den Begriff auch nicht in diskriminierender Absicht. Die Gänsefüßchen sollen vielmehr ausdrücken, dass es diese Kategorie eigentlich so gar nicht geben kann, weil jeder Mensch andere Vorlieben und Herangehensweisen hinsichtlich der Benutzung eines Computers entwickelt.
Die Bildschirmfotos zeigen, dass ich diese Einstellung auch im Firefox 23 unter Windows 7 vorgenommen habe. Damit ist meine Anleitung als plattformübergreifend gesichert anzusehen. Es gibt nämlich auch „normale“ Anwender, die kein Linux benutzen.