Zu blöd dafür

Ja, irgendwie bin ich zu blöd für die ausgefeilte Masche, mit der rumänische Ganoven Zugriff auf meinen Rechner haben wollen. Heute nämlich erhielt ich eine E-Mail folgenden Inhalts:

post_aus_rumaenien

Soso, Wolfgang ist also Anwältin. Gut, das kann jeder passieren, und für die Wahl des Vornamens durch die Eltern kann keine etwas. Mich würde interessieren, bei welchem Standesamt dieser Vorname für ein Mädchen durchging.
Leider trafen die rumänischen Wunderprogrammierer auf einen blöden Ossi wie mich, der sich obendrein auch noch anmaßt zu wissen, dass die Postleitzahl, wenn sie mit einer „1“ beginnt, definitiv in Neufünfland anzusiedeln ist und daher mitnichten auf Gießen passt. Die verwendete Postleitzahl trifft ausgerechnet auch noch auf eine Gegend zu, die mir von Geburt wegen und einem späteren Wohnaufenthalt vertraut ist.
So fällt die fehlende Führungsnull der Telefonvorwahl dann gar nicht mehr ins Gewicht.

Neugierig geworden, wollte ich wissen, was in dem 7,2k-Archiv wohl an Spannung verborgen sei. Also habe ich den Anhang auf einem Stick gespeichert und in einer sicheren Umgebung entpackt. Und siehe da, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Es handelt sich um ein verpacktes Java-Skript, welches wohl schauerliche Dinge auf meinem Rechner anstellte, gelänge es jemals zur Ausführung. Das wird aber nicht passieren, denn ich bin einfach zu blöd dafür.

js_aus_rumaenien

Meine kleine EDV-Zeitreise

Beim Betrachten der Meldungen zum letzten Update fiel mir auf, dass die Größendifferenz der Aktualisierung 36,12 MB betrug. An sich ist das keine weitere Aufmerksamkeit wert, doch ich musste unweigerlich daran denken, dass es eine Zeit gab, in der man mit solchen Beträgen ganze Festplatten füllen konnte…

‚Warte mal,‘ dachte ich bei mir. ‚Nicht so eilig! Wann hast Du Deinen ersten PC gekauft? 1991? Im Frühjahr? So Ende April, Anfang Mai herum? Glückwunsch, Alter, das ist ziemlich genau fünfundzwanzig Jahre her!‘
Oh Mann, tatsächlich! Und plötzlich stiegen all die liebevoll gehüteten Erinnerungen an das Schätzchen von damals wieder auf. Weiterlesen

Kernelgeschichten (IV)

tuxDas in Teil III thematisierte Verhalten, dass der Rechner wegen eines Bugs im Kernel 4.6rc2-1 nicht herunter fuhr, fand nach dem heutigen Update zum Glück keine Fortsetzung. Ich habe die Logs durchsucht und keinen betreffenden Eintrag gefunden. Das reichte mir nicht, also habe ich jeweils einen Neustart und ein Herunterfahren probiert, beide verliefen zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Das System läuft mit Kernel 4.6rc3-1 absolut rund.

Manjaro openrc (II)

manjaro-openrc-ob-2016-04-13

Langsam nähert sich meine Manjaro-openrc-Installation dem Attribut „brauchbar“ an. Ich habe gelernt, dass es von einigen Paketen eine spezielle openrc-Variante gibt, ohne die bestimmte Dinge nicht funktionieren, zum Beispiel lm_sensors. Das nutze ich, um in Conky den Gesundheitszustand der Hardware anzuzeigen.
Dann habe ich ziemlich lange gebraucht, bis ich mit Clementine meine Musik abspielen konnte. Es lag einfach am Paket gstreamer0.10-base-plugins, das nicht installiert war. Ich hatte vorher schon good, bad und ugly ins System geschraubt, aber eben nicht auf base geachtet. Doch kaum macht man es richtig, funktioniert es auch.

Manjaro mit openrc und Openbox

manjaro-logo-greenNach gelegentlich auftretenden Problemen beim Herunterfahren des Rechners – die im momentan installierten Manjaro Mate glücklicherweise abwesend sind – hatte ich mir kürzlich überlegt, Manjaro mit openrc als Zweitsystem im Dualboot zu installieren. Openrc ist eine Alternative zum allseits unbeliebten systemd, das immer komplexer geworden und so tief im System verankert ist, dass es wegen der Funktionsvielfalt und der Komplexität gegen den ehernen Linux-Grundsatz „Eine Funktion – ein Programm“ verstößt und bei vielen Anwendern Vertrauen verspielt. Binäre Logdateien tragen auch nicht dazu bei, dass der Ruf von systemd besser wird.

Zum Glück bietet die Manjaro-Community openrc-Isos zum Download. Ich wollte nur nicht schon wieder XFCE haben und entschied mich für die Netinstall-Variante, um mir einen Desktop selbst zusammenstellen zu können. Ich entschied mich für Openbox als Fenstermanager, LightDM als Displaymanager und Tint2 als Panel.

manjaro-openrc-ob-2016-04-11

Nach anfänglichen Problemen – Slim als Login-Manager ist suboptimal, wenn man openrc benutzt – hatte ich bald eine grafische Oberfläche, die openbox-typisch einfach grau ist und immerhin einen Mauszeiger mitbringt. Zunächst brauchte ich ein Terminal, um vernünftig arbeiten zu können, PcManFM habe ich als Dateimanager installiert. Es gibt schon einen Browser, aber noch keinen Sound, und conky zeigt noch nicht alle Informationen, die ich haben will. Da fehlen wohl auch noch ein paar Dienste, die ich mit openrc starten muss. Viel Stoff zum Lernen und Probieren…

Ach ja, weil das ja alles mehr oder weniger experimentell ist, habe ich mich für btrfs als Dateisystem entschieden.

Kernelgeschichten (III)

tuxDer neue Kernel 4.6-rc2 war kaum verfügbar, da hatte ich ihn schon installiert. Anfangs bemerkte ich keine Probleme, alle angeschlossene Hardware funktionierte tadellos, der Rechner fühlte sich geschmeidig an wie immer, mit keiner Anwendung gab es auch nur das geringste Problem. Bis…

Bis ich nach getaner „Arbeit“ den Rechner herunter fahren wollte. Die Kiste blieb einfach mit der letzten Meldung stehen:

kvm: exiting hardware virtualization

Keine Reaktion. Ich konnte den Rechner immerhin mit SysRQ neu starten und ließ mir das Logbuch anzeigen.

$ journalctl -b
...
kernel: BUG: unable to handle kernel NULL pointer dereference at 0000000000000014
...
$ _

Im weiteren gab es noch jede Menge anderer Fehlermeldungen, die wohl alle auf den Bug zurück zu führen sind. Ich habe im Moment eine Testinstallation von Manjaro mit openrc, dort trat der gleiche Fehler beim herunterfahren auf. Andere Benutzer berichten ebenfalls vom gleichen Problem, dass mit diesem Kernel ein geordnetes Herunterfahren des Rechners nicht möglich ist.
Ich werde wohl abwarten müssen, ob das Kernelupdate Abhilfe schafft.

Pimp my Mate-Desktop

Nach zwei Jahren mit XFCE hatte ich mich an das Wetter-Plugin für das Panel gewöhnt. Es war schick und ließ sich komfortabel einstellen.
Jetzt war ich auf der Suche nach einem ähnlichen Teil für den Mate-Desktop. Leider wird mir da in den Manjaro-Paketquellen nichts wirklich Brauchbares angeboten. Auch die Idee, in Conky den Wetterbericht einzubauen, verwarf ich schnell, weil der ICAO-Code des nächstgelegenen Flugplatzes von Conky leider nicht verwendet wird.

Auf meiner Suche im AUR stieß ich auf das Paket mate-xfce4-panel-plugin-loader-applet, das verschiedene Panel-Plugins aus XFCE laden können soll. Flugs installierte ich das Paket und das bekannte xfce4-weather-plugin.

$ yaourt -S mate-xfce4-panel-plugin-loader-applet
$ sudo pacman -S xfce4-weather-plugin

Anschließend musste ich das Loader-Applet ins Panel laden, was über den Rechtsklick („Zur Leiste hinzufügen“) erledigt wird. Dann konnte ich das Applet auswählen.

applets

Nach dem Hinzufügen zum Panel werden mit einem Mausklick die zu ladenden Plugins ausgewählt, in meinem Fall das Wetter-Plugin.

panel_plugins

Die Konfiguration ist ein Kinderspiel. Das Plugin zeigt den Wetterbericht und die 5-Tage-Vorschau für meinen Heimatort, so wie ich es haben will. Die Optik gefällt ebenfalls.

weather

Facelift

Vorher: mate-menu

 

Nachher: manjaro-mate-menu

 

 

Anfangs hatte ich mir einen Wolf gesucht, denn mit einem Rechtsklick wie bei anderen Menüs kann ich das verwendete Symbol beim MATE-Hauptmenü nicht ändern. Dann erinnerte ich mich an alte KDE-3.5.x-Zeiten und fand die Lösung ganz schnell:
Im verwendeten Symbol-Thema gibt es den Ordner /usr/share/icons/Vibrancy-Full-Dark-Aqua/places/scalable, der die Datei start-here.svg enthält.
Ich muss nur das passende Symbol dahin kopieren:

# cp passendes-symbol.svg /usr/share/icons/Vibrancy-Full-Dark-Aqua/places/scalable/start-here.svg

Die Links auf start-here.svg sind durch die Kopiermaßnahme ungültig und werden gelöscht:

# cd /usr/share/icons/Vibrancy-Full-Dark-Aqua/places/scalable
# rm distributor-logo.svg gnome-main-menu.svg

Anschließend werden gültige Links erzeugt:

# ln -s start-here.svg distributor-logo.svg
# ln -s start-here.svg gnome-main-menu.svg

Da ich in nächster Zukunft das Symbolthema nicht ändere, genügt mir diese Vorgehensweise völlig.

Manjaro Mate (II)

Beim Herumspielen mit Manjaro Cinnamon erfreute ich mich zwar an diesem schönen Desktop, fand dessen Ressourcenhunger jedoch nicht so prickelnd. Die Grafikkarte lieferte schon bei einfachen Anwendungen Temperaturen, die mich beinahe um den Festsitz der Lötverbindungen fürchten ließen. Ganz so schlimm war es nicht, aber Temperaturen oberhalb von sechzig Grad Celsius war ich schlicht nicht gewohnt. Der Prozessor war auch die meiste Zeit auf Anschlag getaktet, was sicher auf den anspruchsvolleren Cinnamon-Desktop zurück zu führen ist.

manjaro-mate-2016-03-21

So war der Entschluss schnell gefällt und Manjaro Cinnamon durch Manjaro Mate ersetzt. Hier ist nun alles so, wie ich es haben will. Es war zwar nicht unbedingt erforderlich, komplett neu zu installieren, da meine XFCE-Installation einfach auf einen anderen Desktop umgestrickt werden kann. Ich wollte aber das Arbeitspferd auch auf der ersten Platte im System haben, weil sie wesentlich neuer ist als die kleinere zweite Platte.
Auch zeigt die neu installierte Mate-Edition nicht die Macke meines bisherigen Lieblings, beim Herunterfahren eine Gedenkpause von neunzig Sekunden einzulegen. Diverse Lösungsansätze im Manjaro-Forum führten nur zu einer kurzzeitigen Besserung dieses Verhaltens. Jetzt ist aber alles in Butter.