Ungarn – Das Ende der Freiheit

Eben stieß ich beim Stöbern auf Diaspora* auf diese unglaubliche Meldung:

Hungary: Government plans to criminalise the use of encrypted services

(Ungarn: Regierung plant, die Nutzung von Verschlüsselungsdiensten zu kriminalisieren)

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Die Maßnahme ist Teil eines neuen Antiterrorismus-Gesetzespaketes, das vom Innenministerium eingereicht und erstmals am 31. März vorgestellt wurde. Wenn das Paket in seiner gegenwärtigen Form beschlossen wird, kann jeder, der Verschlüsselungssoftware einsetzt, mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft werden.
Die Provider würden verpflichtet, Zugriff auf den Inhalt der verschlüsselten Nachrichten, die Indentifikation des Nutzers ebenso wie die IP-Adresse für die Anmeldung des Nutzers. Verstöße dagegen sollen ebenso mit einer bis zu zweijährigen Haftstrafe geahndet werden.
Das Gesetzespaket enthält auch Ausgaben bezüglich des Ausbaus der Überwachung öffentlicher Plätze und ermöglicht dem Innenministerium, Massenveranstaltungen zu verbieten.
(Übertragung aus dem Englischen von mir)

Jetzt können wir sehen, wohin die Reise geht, wenn wir weiter schlafen und unsere Repräsentanten einfach werkeln lassen. Und in unseren Medien habe ich davon auch nichts mitbekommen. Wobei das seine Ursache in einer generellen Abneigung haben mag…

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Simmis Mama

Simmis Mama folgt jetzt meinem Blog. Neugierig wie ich nun mal bin, schaue ich bei ihr vorbei. Beim Lesen ihrer Geschichte weicht meine gute Laune ganz schnell einer aufsteigenden Wut und Betroffenheit angesichts des willkürlichen Umgangs des Jugendamtes mit Simmis Familie.

Der von mir geschätzte Eifelphilosoph hat in einer ganzen Reihe von Artikeln eine willkürliche Praxis der Kinderklaubehörde beispielhaft beleuchtet, und so steht Simmis Mama keinesfalls als bedauerliches Einzelschicksal da.

Ich selbst habe keine Erfahrung mit dem Jugendamt machen müssen und kann daher außer Zuspruch und Trost kaum etwas beitragen, außer vielleicht, dass ich Simmis Mama in die Blogroll aufgenommen habe, diesen Beitrag hier schreibe, um die werte Leserschaft mit der Nase auf das brisante Thema zu stoßen und Simmis Mama den Link zum Eifelphilosophen zu geben. Vielleicht trägt das Artikelchen dazu bei, Betroffene und Gleichgesinnte weiter zu vernetzen, dass sie ihre Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen teilen.

Völlig verpeilt

was_hat_der_geraucht
Was immer der geraucht haben mag, es scheint ihm tüchtig die Synapsen verkleistert zu haben. Ich frage mich, ob der Typ tatsächlich so behämmertwirklichkeitsfern ist oder nur ein Spielchen mit uns treibt.
Am Ende hat es dieses Volk aber auch nicht besser verdient, als von solchen Knallchargen regiert zu werden.

(Quelle)

Keine Schreibblockade

Entwarnung für alle Leserinnen und Leser: ich habe den Wohnsitz gewechselt und dafür einige Zeit benötigt. Die fehlte dann für andere Beschäftigung, unter anderem mit meinem Blog. Obendrein hat mein Provider grandios verkacktschusselt. Nach der Ankündigung der Servicetante am Telefon, ich müsste nur umziehen, und mein Internetanschluss wäre schon da, war ich entsprechend … ernüchtert, weil es eben nicht so war.

Jetzt ist aber alles soweit in Butter, und das Leben in der neuen Bude nähert sich langsam, aber stetig dem Normalzustand.

Eifelphilosophische Neujahrsansprache

Der Eifelphilosoph hat sich Gedanken um die wahren Werte des Westens gemacht und sie in eine Neujahrsansprache unter dem Titel „Die zehn Gebote des Westens – unsere wahren Werte“ gepackt. Ich bin dafür, dass künftige Neujahrsansprachen nicht mehr von den Politikerdoubles Merkel oder Gauck gehalten werden. Statt dessen sollen des Eifelphilsophen Werke von ihm selbst oder von rhetorischen Genies wie Christine Prayon, Gysi, Priol oder Pispers verlesen werden (Pispers macht gerade eine Pause und hätte daher Zeit, Gysi hat keine Parteiämter mehr und ist abkömmlich). Und das nicht nur zu Silvester, sondern regelmäßig, als „Wort zum Sonntag“ zum Bleistift. Solange das jedoch nicht passiert, bleibt mir nur, hier regelmäßig darauf zu verlinken.

Das ist keine Reklame, sondern eine Leseempfehlung Lesebefehl!

Nachruf zum Neujahrstag

Zuerst wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein frohes und gesundes Neues Jahr. Mögen unsere Wünsche ein wenig erfüllbarer werden, und möge diese Welt etwas friedlicher und gerechter sein!

Mein eigener Jahreswechsel vollzog sich unspektakulär, alkoholfrei und daher ohne Nachwirkungen. Das hatte einen profanen Grund – ich musste arbeiten. Dadurch kam ich auch nicht in den Genuss, mir in Ruhe anzusehen, mit welchem Einsatz die Einwohner meines Städtchens ihr Geld in die Luft schossen. Von einem geeigneten Standort mit einer guten Sicht über einen großen Teil der Stadt, „bewaffnet“ mit Gläsern, Sekt und einer guten Zigarre, bereitet dieses Spektakel anzusehen sogar richtig Spaß. Aber auch an diesem Jahreswechsel kam ich leider nicht dazu. Weil ich selbst schon seit Jahren kein Geld mehr für die Knallerei ausgebe, hatte ich auch diesmal wieder welches für die „Elterninitiative für krebskranke Kinder Jena e.V.“ übrig. Inzwischen ist mir die jährliche Zuwendung an den Verein ein echtes Bedürfnis geworden.

openlogo-50Wegen der Doppelbelastung durch Arbeit und einen bevorstehenden Umzug habe ich erst am Silvestertag die traurige Nachricht vom Ableben des Debian-Begründers Ian Murdock mitgeschnitten. Als langjähriger Linux-Anwender traue ich mir zu, die Bedeutung dieses Mannes für unser freies Betriebssystem und die dazugehörigen Komponenten einschätzen zu können. Debian ist eine der ältesten und die wohl erfolgreichste GNU/Linux-Distribution mit inzwischen mehr als 43.000 Software-Paketen. Debian GNU/Linux ist die Basis vieler kleiner und auch großer Derivate, wie zum Beispiel Ubuntu.
Sein Tod ist ein herber Verlust für die Gemeinschaft, aber Debian GNU/Linux wird weiter leben. Wenn ich es nicht schon installiert hätte, spätestens heute würde ich das nachholen.
Die Homepage des Debian-Projektes titelt in Schwarz.

Jahresrückblick – meine ganz eigene Sicht

Nun, da sich das Jahr unweigerlich dem Ende neigt, möchte auch ich in den inflationären Chor der Jahresrückblicker einstimmen und meine ganz persönliche Sicht auf das bald Verflossene mitteilen. Die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, die maßgeblich von inkompetenten Erfüllungsgehilfen des Kapitals begünstigt werden, sollen hier nicht das Thema sein. Dafür habe ich allenfalls Verachtung, Hohn und Spott übrig. Nicht einmal mehr satirisch aufgelegt bin ich diesbezüglich, Ironie habe ich durch Zynismus ersetzt.

Mich drängt auch nichts, zu jedem gesellschaftlichen und/oder politischen Ereignis meinen Senf hinzu zu geben. Irgendwie ist alles schon gesagt, und ständig Kommentare aus anderen Blogs wieder zu käuen, bringt auch keinen Erkenntnisgewinn. Ich informiere mich beinahe ausschließlich in der Blogosphäre. Einzig „Die Anstalt“ bildet da eine Ausnahme, weil sie näher dran an der Wirklichkeit und auch näher dran an objektiver Information ist als der Rest der Hofnarren von Presse, Funk und Fernsehen zusammen genommen.


Nach einem Tief folgt auch wieder ein Hoch, was rein wettermäßig im Moment jedenfalls nicht stimmt, denn die Kette der Tiefs über Nordeuropa bewirkt das vermutlich wärmste Weihnachtsfest seit Menschengedenken oder dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wir werden uns wohl darauf einstimmen müssen, die Advents- und Weihnachtszeit künftig bei frühlingshaften Temperaturen zu begehen. Andere Völker schaffen das auch. Der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt mag dann nicht mehr recht schmecken, aber das tat dieser gepanschte Fusel sowieso noch nie. Die Glühweinindustrie wird sich also etwas einfallen lassen müssen, wenn sie den Klimawandel überleben will.

Mein persönliches Hoch stellte sich im Mai ein, als ich einen Job bekam, der mir Spaß macht. Wo Licht ist, da ist der Schatten bekanntlich nicht weit, und so hat auch der Spaß dann ein Ende, wenn es häufig kein Ende haben will mit einem Arbeitstag. So sammeln sich schnell viele Überstunden an. Die werden zwar abgebummelt, aber meist nicht dann, wenn es mir passt. Alles Gute hat man eben nie beisammen. So heißt es Durchhalten, bis der Arzt kommt. Oder die Rente. Oder das, was an ihre Stelle tritt.


Rein rechnerisch tat sich auch nicht so viel in diesem Jahr, meine Manjaro-Installationen auf dem Desktop-PC (testing) und dem Netbook (stable) sind zuverlässig und schnurren auch nach größeren Updates – wie zuletzt auf das Release 15.12 „Capella“ – wie zufriedene Kätzchen. ManjaroLinux ist so unspektakulär, dass ich mir aus Langeweile wieder Arch Linux im Dualboot installierte. Doch auch dieses System bereitet keinen Kummer, und mit LXDE ist es dazu merklich flüssiger als Manjaro mit XFCE.
Hinzugekommen ist Debian testing, weil die alte Festplatte aus meinem Netbook hier noch herum oxydierte. Das läuft auch zufriedenstellend, dient aber reinen Testzwecken.

Mein Netbook ist mittlerweile sechs Jahre alt und laut Experten auf forum.ubuntuusers.de ein EDV-technischer Albtraum, weil es einen Atom-Prozessor besitzt und daher nur noch für einen Platz im privaten Museum gut sei. Da ich es aber eben genau für den Zweck einsetze, den der Name „Netbook“ impliziert, ringen mir derlei Meinungen nur ein Grinsen ab. Ich bin höchst zufrieden mit dem Teil, weil es mich im zurück liegenden Frühjahr über einen zusammenhängenden Zeitraum von sieben Wochen den Kontakt zur Außenwelt stabil halten ließ.
Möge es mir noch lange Zeit erhalten bleiben.


Dank guter Freunde habe ich zu einer inneren Ruhe gefunden, die mich manches Ungemach gelassener ertragen lässt. Es gibt dieses alte chinesische Sprichwort:

„Herr, gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag. Gib mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann. Und gib mir die Weisheit, eines vom anderen unterscheiden zu können.“

Vielleicht ist es auch ein altes deutsches Sprichwort, oder eines von ganz woanders her. Ich wollte nicht nach einem Link im Netz suchen. Dieses Sprichwort ist allgemein bekannt, und es ist – im Moment jedenfalls – eine Art innerer Kompass für mich. Das klappt zwar noch nicht in jedem Fall mit diesem Kompass, aber die grobe Richtung stimmt schon mal.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern meines kleinen unbedeutenden Blogs ein ruhiges, gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest!

Ökonomischer Sachverstand vs. Politik

„Wenn Frau Merkel sagen würde, am nächsten Samstag gewinnen mal alle im Fußball, dann würde jeder sagen, jetzt ist irgendwie ihre Zeit abgelaufen. Aber wenn sie sagt, alle müssen wettbewerbsfähiger werden, dann sagen alle ‚Jawohl! Ja, das ist vollkommen richtig, das muss so sein!‘. … Ja, das ist genau das gleiche Problem: alle können nicht wettbewerbsfähiger werden, sondern immer nur einer. Einer kann immer nur gewinnen. In Ökonomie kann man nicht mal unentschieden spielen.“

Heiner Flassbeck, Diskussion in Regensburg am 2.12.2015 zum Thema „Kapitalismus am Ende“

Zitat des Jahres

„Früher nannten wir kleine rote Säcke, die keine Substanz haben, holländische Tomaten. Heute kennen wir das als Sozialdemokraten.“

HG. Butzko „Verarschen kann ich mich alleine“, Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2015, ISBN 978-3-86489-097-0

Absolut lesenswert. „Wer politikverdrossen werden will, sollte dieses Buch lesen. Wer nicht, auch.“ (Rückseitentext)