Jahresrückblick – meine ganz eigene Sicht

Nun, da sich das Jahr unweigerlich dem Ende neigt, möchte auch ich in den inflationären Chor der Jahresrückblicker einstimmen und meine ganz persönliche Sicht auf das bald Verflossene mitteilen. Die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, die maßgeblich von inkompetenten Erfüllungsgehilfen des Kapitals begünstigt werden, sollen hier nicht das Thema sein. Dafür habe ich allenfalls Verachtung, Hohn und Spott übrig. Nicht einmal mehr satirisch aufgelegt bin ich diesbezüglich, Ironie habe ich durch Zynismus ersetzt.

Mich drängt auch nichts, zu jedem gesellschaftlichen und/oder politischen Ereignis meinen Senf hinzu zu geben. Irgendwie ist alles schon gesagt, und ständig Kommentare aus anderen Blogs wieder zu käuen, bringt auch keinen Erkenntnisgewinn. Ich informiere mich beinahe ausschließlich in der Blogosphäre. Einzig „Die Anstalt“ bildet da eine Ausnahme, weil sie näher dran an der Wirklichkeit und auch näher dran an objektiver Information ist als der Rest der Hofnarren von Presse, Funk und Fernsehen zusammen genommen.


Nach einem Tief folgt auch wieder ein Hoch, was rein wettermäßig im Moment jedenfalls nicht stimmt, denn die Kette der Tiefs über Nordeuropa bewirkt das vermutlich wärmste Weihnachtsfest seit Menschengedenken oder dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wir werden uns wohl darauf einstimmen müssen, die Advents- und Weihnachtszeit künftig bei frühlingshaften Temperaturen zu begehen. Andere Völker schaffen das auch. Der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt mag dann nicht mehr recht schmecken, aber das tat dieser gepanschte Fusel sowieso noch nie. Die Glühweinindustrie wird sich also etwas einfallen lassen müssen, wenn sie den Klimawandel überleben will.

Mein persönliches Hoch stellte sich im Mai ein, als ich einen Job bekam, der mir Spaß macht. Wo Licht ist, da ist der Schatten bekanntlich nicht weit, und so hat auch der Spaß dann ein Ende, wenn es häufig kein Ende haben will mit einem Arbeitstag. So sammeln sich schnell viele Überstunden an. Die werden zwar abgebummelt, aber meist nicht dann, wenn es mir passt. Alles Gute hat man eben nie beisammen. So heißt es Durchhalten, bis der Arzt kommt. Oder die Rente. Oder das, was an ihre Stelle tritt.


Rein rechnerisch tat sich auch nicht so viel in diesem Jahr, meine Manjaro-Installationen auf dem Desktop-PC (testing) und dem Netbook (stable) sind zuverlässig und schnurren auch nach größeren Updates – wie zuletzt auf das Release 15.12 „Capella“ – wie zufriedene Kätzchen. ManjaroLinux ist so unspektakulär, dass ich mir aus Langeweile wieder Arch Linux im Dualboot installierte. Doch auch dieses System bereitet keinen Kummer, und mit LXDE ist es dazu merklich flüssiger als Manjaro mit XFCE.
Hinzugekommen ist Debian testing, weil die alte Festplatte aus meinem Netbook hier noch herum oxydierte. Das läuft auch zufriedenstellend, dient aber reinen Testzwecken.

Mein Netbook ist mittlerweile sechs Jahre alt und laut Experten auf forum.ubuntuusers.de ein EDV-technischer Albtraum, weil es einen Atom-Prozessor besitzt und daher nur noch für einen Platz im privaten Museum gut sei. Da ich es aber eben genau für den Zweck einsetze, den der Name „Netbook“ impliziert, ringen mir derlei Meinungen nur ein Grinsen ab. Ich bin höchst zufrieden mit dem Teil, weil es mich im zurück liegenden Frühjahr über einen zusammenhängenden Zeitraum von sieben Wochen den Kontakt zur Außenwelt stabil halten ließ.
Möge es mir noch lange Zeit erhalten bleiben.


Dank guter Freunde habe ich zu einer inneren Ruhe gefunden, die mich manches Ungemach gelassener ertragen lässt. Es gibt dieses alte chinesische Sprichwort:

„Herr, gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag. Gib mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann. Und gib mir die Weisheit, eines vom anderen unterscheiden zu können.“

Vielleicht ist es auch ein altes deutsches Sprichwort, oder eines von ganz woanders her. Ich wollte nicht nach einem Link im Netz suchen. Dieses Sprichwort ist allgemein bekannt, und es ist – im Moment jedenfalls – eine Art innerer Kompass für mich. Das klappt zwar noch nicht in jedem Fall mit diesem Kompass, aber die grobe Richtung stimmt schon mal.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern meines kleinen unbedeutenden Blogs ein ruhiges, gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest!

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