Die Wanze im Wohnzimmer

yeswescanKönnen Sie sich vorstellen, dass Sie freiwillig und bewusst eine Wanze höchstpersönlich selbst in ihren eigenen vier Wänden installieren? Dass Sie sich freiwillig damit abhören lassen? Mir fällt so eine Vorstellung schwer, denn ich glaube nicht, dass die Käufer von Smart-TV-Geräten umfassend über die Möglichkeiten eines solchen Gerätes aufgeklärt und explizit auf Eigenschaften hingewiesen werden, wie es Samsung in seiner Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) tut:

„In addition, Samsung may collect and your device may capture voice commands and associated texts so that we can provide you with Voice Recognition features and evaluate and improve the features. Please be aware that if your spoken words include personal or other sensitive information, that information will be among the data captured and transmitted to a third party through your use of Voice Recognition.“

Heißt auf Deutsch in etwa, dass Eigentümer von Geräten mit Spracherkennung darauf achten sollten, was sie in Gegenwart ihres Fernsehapparates von sich geben, weil das gesprochene Wort irgendwie an Dritte gelangen kann. Ich will ja nicht unken, aber schmierige Allmachtsfantasten werden genau so was tun, weil sie es eben können. Samsung ist nun keine amerikanische Firma, die man per Ukas zur geheimdienstlichen Zusammenarbeit verdonnern kann, aber ich denke mal, das wird amerikanischen Schnüfflern ziemlich egal sein. Smart-TV als weiterer Baustein auf dem Weg zur totalüberwachten Gesellschaft.
Den Käufern solcher Geräte wird das alles Schnuppe sein, denn sie haben sicher nichts zu verbergen, nutzen Facebook, haben Hosentaschen-Wanzen und sind ansonsten sowieso ziemlich smart.

Da empfehle ich doch glatt, sich als Premiere auf dem neuen Gerät „Das Leben der Anderen“ rein zu ziehen.

(ausgegraben bei netzpolitik.org)

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