Lichte Zukunft

Einige wenige Tage noch warten auf die Große Bescherung. Nein, nicht den Weihnachtsmann – anderenorts kommt auch das Christkind – meine ich, sondern den reichen Geldsegen, der im Neuen Jahr in Form des „Mindestlohnes“ förmlich auf mich herabregnen, ach was sage ich da, buchstäblich einstürzen wird wie ein heftiger Monsun…

Die Aussichten scheinen dann doch nicht so rosig, wie mir die vereinte Politmischpoke und deren gleichgeschaltete Lautsprecher eintrichtern wollen. Zuerst einmal werden die Tarife für die Fahrgäste angehoben, was zu mehr Umsatz führen kann, aber nicht zwangsläufig muss. Die Kollegen trösten sich damit, dass bisherige Preiserhöhungen keine Umsatzeinbußen bewirkten. Die bewegten sich aber auch noch nicht in einem Bereich um fünfundzwanzig Prozent herum. Nichts Genaues weiß man nicht, die Spekulationen schießen ins Kraut.
Mein Grundgehalt wird sich geringfügig erhöhen, weil im Gegenzug einfach weniger Arbeitszeit veranschlagt wird. Allerdings wird erwartet, dass ich in kürzerer Zeit ein Drittel mehr Umsatz erarbeite, damit man mir den „Mindestlohn“ zahlen kann. Daher werde ich, mal den bisherigen Umsatz betrachtet, weniger Leistungszulage auf den Betrag oberhalb des Mindestumsatzes bekommen. Günstigenfalls geht das als Nullsummenspiel aus und ich habe exakt soviel wie vorher. Dafür werde ich wohl nicht mit der dann geringeren Arbeitszeit auskommen, sondern wie bisher meine durchschnittlich zweihundertvierzig Monatsstunden abbrummen. Die Differenz ist dann meine großzügige Pausenzeit. Wir können es auch freiwillige, unbezahlte Mehrarbeit nennen.
Meine Begeisterung für den „Mindestlohn“ hält sich angesichts dieser Aussichten in engen Grenzen.

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