Hardware-Empfehlung

– Keine Werbung! –

Nach dem ein von mir umgebauter Stino-PC* seit nunmehr einem Monat klaglos seinen Dienst versieht, möchte ich eine Empfehlung für die von mir ausgewählte und verbaute Hardware geben in der Hoffnung, dass sie hilfreich für diejenigen Anwenderinnen und Anwender sein möge, die sich mit ähnliche Fragen herum plagen. Vor allem ist es ja die eine Frage, von deren Beantwortung entscheidend abhängt, ob das Geld zum Fenster hinaus geworfen wird oder nicht, wenn man plant, auf so einer Kiste auch noch irgendein Linux einzusetzen.

Die Ausgangslage war folgende:
Der alte Rechner lief zufriedenstellend mit einem gepflegten KANOTIX, das dem Administrator aber zunehmend Sorgen und Arbeit bereitete. Zudem wollte der Anwender einen Rechner haben, den er an sein TV-Gerät anschließen konnte. Das ist ja an sich keine Herausforderung, dachte er sich. Passende Grafikkarte einbauen, anschließen und genießen. Aber Pustekuchen. Das alte Mainboard hatte eine Macke, die genau am dafür vorgesehenen PCIe-Slot lauerte. Der versagte daher auch prompt seinen Dienst und der Grafikkarte den Saft. Die in das Board integrierte Grafiklösung war ungeeignet.

Der Rechner verfügte über eine noch recht neue Festplatte und ein ausreichend dimensioniertes Netzteil.

Die Anforderung war klar: der Rechner sollte über HDMI ans TV-Gerät angeschlossen werden und so der Wiedergabe von Videostreams dienen. Ansonsten sollte er für die normalen Internet-Aktivitäten sowie Office-Anwendungen und vielleicht mal ein kleines Spielchen dienen. Natürlich sollte die neue Konfiguration zukunftssicher sein und nichts kosten…

Ich machte mich auf die Suche und entschied mich für folgende Komponenten:

  • APU: AMD Athlon 5350 4x 2.05GHz So.AM1 BOX
  • Mainboard: ASUS AM1M-A
  • RAM: 8GB Crucial Ballistix Sport DDR3-1600 DIMM CL9 Dual Kit

Die Kombination aus APU und Board war beim Online-Händler meines Vertrauens für unter achtzig Euro zu haben. APU bedeutet, dass die eigentliche CPU, also der Rechenknecht, zusammen mit dem Grafikprozessor in einem Chip vereint sind. Hier ist es eine AMD Radeon HD 8400. Es wird also keine weitere externe oder integrierte Grafikkarte auf dem Board benötigt.
Sicher stellt sich die Frage, ob es unbedingt acht Gigabyte RAM sein mussten. Ich denke aber, dass angesichts der Anforderungen diese Größe in jedem Fall ausreichend Reserven bietet.

Als Betriebssystem wurde Kubuntu 14.04.1 „Trusty Tahr“ ausgewählt und installiert. Hier musste ich mich erst einmal einlesen, denn mit einem UEFI hatte ich bisher noch keine Berührung. Die alte Partitionierung sollte erhalten bleiben, damit ich mir die Arbeit spare, anschließend die persönlichen Daten wieder her zu stellen. Die Installation war erfolgreich, weil ich mich an die Anleitung im Ubuntuusers-Wiki hielt.
Letztlich bedurfte es nur noch der Installation des Catalyst-Treibers für die Grafik, denn mit dem freien radeon-Treiber wollte die Wiedergabe von Videos über HDMI nicht so recht klappen. Entweder gab es keinen Ton im Firefox, oder die Bilder ruckelten zum Ton im Chrome-Browser. Catalyst löste die Probleme ohne Stress und ohne weitere Konfigurationsarbeit.

Kubuntu läuft mit dieser Konfiguration sehr zufriedenstellend, berichteten mir die Anwender. Da sie die Oberfläche von KANOTIX her kennen, gibt es keine Umgewöhnungsprobleme. Ich musste nur noch ein kurze Einweisung in die Handhabung der Aktualisierungsverwaltung und zum Thema „Installation von Anwendungen“ abhalten. Da es sich bei der nun benutzten Version um LTS (Long Term Support) handelt, ist die Unterstützung mit Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen bis 2019 gesichert.

Der Preis ist mit knapp hundertfuffzich Euro einschließlich Versand für die Komponenten APU, Board und RAM-Riegel ganz anständig, wie mir scheint. Die Lieferung erfolgte innerhalb von zwei Tagen und der Zusammenbau war keine Hürde, damit hatte ich ja schon Erfahrung sammeln können.
Damit kann ich diese Konfiguration für Linux-Anwender empfehlen, die ähnliche Anforderungen an so eine Kiste stellen.

* Als „Stino-PC“ bezeichne ich diese meist grauen oder schwarzen Kisten, die bei Vaddern oder dem Opa unter dem Schreibtisch ein unbeachtetes Dasein fristen, oft völlig eingestaubt sind und extra Monitor, Tastatur und Maus besitzen, die häufig mit einem Wust an Kabeln an der Kiste angeschlossen werden.

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