Alles Schdaasie

Schließlich tritt Stefan Sandmann auf. Der Ilmenauer SPD-Ortsvorsteher, der es inzwischen zu nationaler Berühmtheit geschafft hat, ruft, dass es eine „Schande“ sei, wenn jetzt seine Partei den „Stasis“ an die Macht verhelfe. „Schande, Schande“, meldet sich da die Menge zurück, derweil das Banner mit der Aufschrift: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ über den Kerzen wackelt.

(Quelle: Thüringer Allgemeine)

Es ist schon ein besonderes deutsches Datum, der 9. November. An diesem Tag mit FackelnKerzen gegen „Kommunisten“ Front zu machen, steht tief in der unseligen deutschen Tradition, wenn ich auch durch die kleineren Brennelemente einen gewissen Verniedlichungseffekt nicht leugnen kann. Trotzdem, es bleibt ein schaler Beigeschmack ob der sich gleichenden Bilder.

ramelowAlles Stasi? Denjenigen Hetzern, die sich partout nicht mit Wahlentscheidungen abfinden können, sei einfach mal ein Blick in die Vitae der Landtagsabgeordneten der Partei „Die Linke“ empfohlen. Von den „Westimporten“ abgesehen, werden einige Abgeordnete in dieses dämliche „Schdaasie“-Klischee gepresst, denen ein aktives Mitwirken im Geheimdienst des „Unrechtsstaates“ nun wahrlich nicht vorgeworfen werden kann. Susanne Hennig-Wellsow war zwölf, Mike Huster siebzehn, Kati Grund sieben und Katja Mitteldorf vier Jahre alt, als Schabowski an jenem denkwürdigen Neunten November die verhängsvollen Worte von einem Spickzettel ablas. Christian Schaft gar kam bereits als Bürger der gesamtdeutschen BRD zur Welt. Auch sonst kann es erhellend sein, sich mit den Lebenswegen der älteren Abgeordneten zu befassen. Ein Offizier der Grenztruppen zum Beispiel, der wegen politischer Differenzen ins Hinterland geschickt wurde, kann kaum als Paradebeispiel für Linientreue gelten und dürfte fortan von breiter gesellschaftlicher Anerkennung ausgeschlossen gewesen sein.

Also, liebe Freunde von „Demokratie“ und „Freiheit“: Ihr solltet das „Alles Schdaasie“-Gebrüll einstellen, Euch den Sabber aus den Mundwinkeln wischen und den Denkapparat seiner eigentlichen Funktion zuführen. Die Linke ist bereits erfolgreich assimiliert, sie sind jetzt Bestandteil des Kollektivs. Keinem Unternehmer wird seine Firma weggenommen, seine Lohnsklaven werden Streiks auch fürderhin als überholtes Zeug aus der kommunistischen Klassenkampf-Mottenkiste halten (von einigen renitenten Mini-Gewerkschaftern abgesehen), und eine Visumpflicht für Thüringen mit stacheldrahtumsäumten Grenzkontrollen ist ebenfalls nicht in Sicht. Auch nicht mit Herrn Ramelow als Ministerpräsidenten.

Ziemlich sicher scheint hingegen der Systemkollaps, der kommen wird, unabhängig von den gerade im politischen Führerstand werkelnden Lokführern. Aber das wollt Ihr nicht hören…

(Bildquelle: http://www.westfalen-blatt.de)

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