Geisterfahrer

Als anständiger Deutscher war ich auch am gestrigen Tage auf dem Weg zur Arbeit. Dabei lauschte ich dem regionalen Radioprogramm, das mich just mit dem Polizeibericht erquickte. Da war die Rede von einem Geisterfahrer, der auf der Bundesautobahn Vier in der Nähe des Hermsdorfer Kreuzes dingfest gemacht werden konnte. ‚Sicher ein Rentner.‘, dachte ich.

Der 75-jährige Autofahrer aus dem Landkreis Minden-Lübbecke war in Richtung Frankfurt/Main unterwegs, als er an der Anschlussstelle Rüdersdorf abfuhr und dann als Falschfahrer auf der Gegenfahrbahn entgegen gesetzt wieder auffuhr.

Mein Vorurteil hatte sich bestätigt. Als im weiteren Bericht die Motivation des Geisterfahrers erwähnt wurde, wusste ich nicht, ob ich heulen oder lachen sollte:

Als die Beamten ihn kurz nach dem Hermsdorfer Kreuz stoppten, gab er als Begründung für sein Handeln an, ihm sei auf seiner Fahrbahn „zu viel Verkehr“ gewesen, auf der anderen Seite sei es leerer.

Glücklicherweise sei es zu keinen Unfällen wegen dieses Trottels gekommen.

Ich plädiere ja schon lange dafür, mit Aushändigung des Rentenbescheides den Führerschein einzubehalten sowie das Wahlrecht zu entziehen…

(Quelle: Ostthüringer Zeitung)

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