Mutprobe: Wechsel von stable zu testing

manjaro-whisker-logo-greenIn diversen Foren las ich einige Verrisse zu Manjaro, die hauptsächlich die Update-Praxis im stable-Zweig der Distribution aufs Korn nehmen. So soll es schon mal fünf, sechs Wochen dauern, bis kritische Sicherheitslücken geschlossen würden, weil die entsprechenden Updates auf sich warten lassen. Heißt es.
Mag sein, und ich habe da auch ein wenig Bauchweh. Andererseits wurde bei der Heartbleed-Geschichte umgehend reagiert, was mich doch etwas beruhigt.

Sei es, wie es sei – mit dem testing-Zweig von Manjaro soll sich dieses „Problem“ als nicht mehr so „krass“ erweisen. Heißt es. Ich habe also den Umstieg gewagt und morgens um drei Uhr die Paketverwaltung auf testing umgestellt. Das funktioniert mit einem Einzeiler:

sudo pacman-mirrors -g -b testing

Die Mirrorliste für die Paketverwaltung pacman wird damit neu gestaltet und die entsprechenden Spiegelserver nach ihrer Verfügbarkeit und Zugriffszeit sortiert.

Anschließend kann dann die Paketverwaltung synchronisiert und das System aktualisiert werden:

sudo pacman -Syyu

Der gesamte Vorgang hat bei mir kaum fünf Minuten gedauert. Da es auch noch einen aktualisierten Kernel gab, war ein Neustart fällig. Es funktioniert alles wie gewohnt.

Kurze Erklärung zu den Repositories:

Unstable repositories beinhalten Softwarepakete mit bekannten oder vermuteten Stabilitäts- und/oder Kompatibilitätsproblemen. Diese Software ist für die Fehlerbeseitigung durch die Manjaro-Entwickler bestimmt, bevor sie in die testing-Repositories übernommen wird. Ebenso wird die allerneueste Software hier platziert, und die Benutzung des unstable-Repositories kann somit das System beschädigen.

Testing repositories beinhalten die gepatchten Pakete aus den unstable-Repos sowie andere neue Software, die als hinlänglich stabil angesehen wird. Diese Pakete sind für weitere Prüfungen auf potentielle Fehler und/oder Stabilitätsprobleme durch die Entwickler und Tester bestimmt, bevor sie in die stable-Repos gelangen.

Stable repositories sind die Standard-Repos, die von Manjaro für Updates und Downloads für die allgemeine Benutzerbasis bereit gestellt werden.

(Infos aus dem Manjaro-Wiki, von mir frei ins Deutsche übertragen)

Ich gehe also ein gewisses Risiko ein, dass sich der eine oder andere Fehler zeigen mag, den es in stable so nicht gäbe. Allerdings wäre wohl Manjaro nicht Manjaro, wenn ich diesen Weg nicht ebenso einfach umkehren könnte. Ich bin jedoch frohen Mutes, denn meine bisherigen Erfahrungen und die Berichte im Manjaro-Forum sprechen unbedingt für diesen Schritt.

inxi_manjaro-testing

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