Einmal mit Profis arbeiten (VIII)

Nach meiner erneuten Intervention beim Jobcenter bezüglich der geforderten Verdienstbescheinigung zur Berechnung einer Null kam eine kaum für möglich gehaltene Bewegung in die Angelegenheit:

Ich erhielt einen Anruf vom Jobcenter, natürlich mit Rufnummernunterdrückung. Die wissen schon, dass ihr Treiben nicht auf Gegenliebe stößt. Nicht unerwähnt soll auch die Tatsache bleiben, dass der Anruf zur Mittagszeit erfolgte und die Chance, dass ich zu Hause erreichbar sein müsste, nicht eben groß war. Zufällig hatte ich Spätschicht und war eben doch daheim.

Angeblich könne das Jobcenter nur in vollen Monaten rechnen, und da mein Arbeitsbeginn nicht am Ersten des betreffenden Monats erfolgte, sondern später, müssten die da zur Berechnung den Einkommensnachweis haben, anderenfalls ich keinen Anspruch auf die Leistung für die ersten Märztage hätte.
Ich habe dankend abgelehnt. Für die paar Piepen bekommen die keine Angaben mehr von mir. Ob der Sermon, den mir die Sachbearbeiterin da ins Ohr leierte, auch wirklich stimmt, ist mir schnurz.

Heute nun kam der lang ersehnte Aufhebungsbescheid. Da mir zuviel Geld überwiesen wurde, verlangen die den überschüssigen Betrag zurück, was ich ja stets angeboten hatte. Die tun das natürlich nicht ohne die passende Unterstellung:

jc_bescheid

Ich finde, dass die sich solche Textbausteine ans Knie nageln können. Aber so kommt es eben, wenn in den Ämtern seelenlose Roboter mit Computern arbeiten.

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2 Gedanken zu „Einmal mit Profis arbeiten (VIII)

  1. DA würde ich aber seeeehr vorsichtig sein, mit der Rücküberweisung.
    Ich stand mal vor 12 Jahren vor der gleichen Situation: Aus Dummheit rücküberwiesen, obwohl mein Arbeitgeber mich zum falschen Datum bei den Kassen gemeldet hatte.
    So hatte ich für 3 (drei !!!!) Tage sowohl ALG als auch Einkommen.
    Die haben dann aus der Rückzahlung von ein paar DM ein Schuldanerkenntnis bezüglich unberechtig bezogener Leistungen gemacht und mich dann mit Ordnungsgeld, Verwarnungsgeld und Beugehaft bedroht…….
    Bis ich die Medien einschaltete, da hat dann ein Staatsanwalt nach 1,5 Jahren (!!!) das an ihn übergebene Verfahren wegen Nichtigkeit eingestellt.
    Also Vorsicht !!!!!

    • Die Faktenlage ist klar: Ich beanspruche seit dem 1. März keinerlei Leistungen. Der Bescheid ist eindeutig. Ich habe für den Monat März Leistungen erhalten, die mir bis auf die ersten drei Tage nicht zustehen. Nachweislich habe ich mich am Tag der Unterzeichnung meines Arbeitsvertrages beim Jobcenter abgemeldet.
      Nachträglich habe ich zugestimmt, wegen meiner Weigerung auf Datenlieferung auf drei Tage mir zustehender Leistung zu verzichten und den gesamten Betrag für Monat März zurück zu schicken.

      Bei mir liegt der Fall also gänzlich anders, denn ich hatte für drei Tage weder Leistung, noch Einkommen. Ich bleibe also recht gelassen.

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