KANOTIX LinuxTag2014 „Spitfire“-preview

Es war wieder LinuxTag, und es gab eine Vorschau auf die kommende KANOTIX-Version. Sie wird den Namen Spitfire tragen.
Natürlich habe ich mir das Teil angesehen, mich dabei aber erst einmal nur auf die LXDE-Variante beschränkt, weil ich mittlerweile schlanke Oberflächen bevorzuge und zudem die Administration eines schmalbrüstigen Rechners übernommen habe, auf dem KANOTIX – übrigens sehr zur Zufriedenheit des Anwenders – läuft. Da will ich schon wissen, was mich erwartet.

Vorab müssen wir festhalten, dass es eine Vorschau ist. KANOTIX Spitfire basiert auf Debian 8 „Jessie“, das selbst noch eine Entwicklungsversion darstellt. Auf dem Weg zu Debian stable kann sich also durchaus die eine oder andere Änderung ergeben.

Die auffälligste Änderung zur Vorgänger-Version ist im Bootvorgang zu finden. Während KANOTIX Dragonfire das altehrwürdige SysVinit verwendet, kommt bei Spitfire systemd zum Einsatz. Das merke ich schon beim Bootvorgang, der schneller abläuft. Zudem empfinde ich persönlich die Einrichtung von systemd, also das Starten bestimmter Dienste, als deutlich einfacher. Das kommt sicher aus meiner Beschäftigung mit Arch und Manjaro, bei denen systemd schon länger verwendet wird. Das scheint allerdings eine reine Geschmacksfrage zu sein.

spitfire-pre-systemd

Positiv hervorzuheben ist, dass KANOTIX Spitfire mit der gewohnt umfangreichen Sammlung an Anwendungen daher kommt. Die Menüs sind gut gefüllt, der Benutzer findet neben Iceweasel (Browser) und Icedove (Mail-Client) weitere Anwendungen für das Internet (HexChat, Skype, Pidgin), die Office-Suite LibreOffice 4.2.3.3 und für die Bildbearbeitung Gimp sowie die Scan-Anwendungen XSane und SimpleScan. Im Unterhaltungsbereich stehen mit Exaile, Gnome MPlayer und VLC gleich drei Player zur Verfügung, darüber hinaus finden wir MeTV für das Digitalfernsehen…

Für mich bedeutet die Verwendung von LXDE als Desktop im eigentlichen Sinn, dass die Distribution auch für den Einsatz auf nicht so leistungsfähiger Hardware geeignet sein sollte. Und da bin ich bei meinem Kritikpunkt: mit Compiz Fusion und XBMC wirkt die LXDE-Variante überfrachtet. In der VirtualBox mit 1024 MB RAM und einem Prozessorkern läuft Spitfire LXDE alles andere als flüssig, wenn ich die Effekte einschalte. Bei einer Installation auf einem älteren Gerät ist also noch einmal zusätzliche Arbeit erforderlich, um Ballast über Bord zu werfen.

spitfire-pre-lxde

Es bleibt ja noch Zeit bis zur Veröffentlichung des finalen Produkts. Zeit, auch mal das mittlerweile angestaubte Kanotix-Starrise-Thema durch eine feurigere Version zu ersetzen. Das gesamte Erscheinungsbild der LXDE-Variante ist für meinen Geschmack etwas altbacken und würde von mir sofort ersetzt werden. Mittlerweile gibt es sehr schicke und moderne Themen für die Symbole und Fensterrahmen.
Aber wie bereits von mir bemerkt: es bleibt ja noch etwas Zeit.

Die aktuellen KANOTIX-LinuxTag-Versionen und auch die Spitfire-Vorschau kann man hier herunter laden.

P.S.:
Ich grübele immer noch, welche der vorgeschlagenen Übersetzungen für spitfire bestmöglich passt…

Advertisements