Über das Denken

Wer selbst denkt, ist unberechenbar. Denken richtet die Welt zugrunde.
Wer denkt, lacht über Politiker, spottet über die Justiz, verhöhnt die Religionen, gründet keine Familie, weigert sich, ein Handy zu benutzen, pfeift auf Bioernährung. Und geht nicht zur Wahl.

(Henning Venske „Lallbacken. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“, Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2011, S. 244 / Hervorhebung von mir)

Anlässlich der mir heute zugegangenen Wahlbenachrichtigung zur Europa-„Wahl“ 2014.

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8 Gedanken zu „Über das Denken

  1. Wtf is Venske? Ein kluger Mensch, der (u.a.) mit völlig folgenlosen, flotten Sprüchen Geld verdient. Denkt man Venske zu Ende, zieht ein denkender Mensch – mangels Alternative – schleunigst den Stecker! Es ist in ‚linken‘, ‚fortschrittlichen‘, ‚denkenden‘, ‚modernen‘ usw. Kreisen en vogue nicht wählen zu gehen; imho ist das asozial im Wortsinn.

    Zwei Zitate: „Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich ersparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei.“ (Max Frisch) … daher sollte, wer sich mit Politik beschäftigt – unser aller Rahmenbedingungen -, wählen gehen oder schweigen!

    „Niemand irrt für sich allein. Er verbreitet seinen Unsinn auch in seiner Umgebung.“ (Seneca) … das gilt natürlich auch für mich.

    Meine Familie, 6 piepel (+ 4 Anhänge), geht komplett wählen! So soll es sein

  2. Wtf ist Max Frisch? Ein kluger Mensch, der (u.a.) mit völlig folgenlosen, flotten Sprüchen Geld verdiente?
    Mir ist es vollkommen egal, was in „linken“ und sonstigen Kreisen gerade angesagt ist. Ich grübele im Moment, wie ich diesem System den größtmöglichen Schaden zufügen kann. Das ist schon mal sicher nicht durch die Teilnahme an einer systemerhaltenden Maßnahme möglich… 😉

    Generell sehe ich gar keine wählbare Gruppierung. Denn kommen sie in Regierungsverantwortung, werden sie alle durch das System korrumpiert. Nach den Erfahrungen mit den „Linken“ unterstelle ich das sogar den noch weiter links zu findenden Parteien/Grüppchen.

    Speziell ist ja Europa-Wahl, da stehe ich sogar noch ablehnender diesem Hokuspokus gegenüber. Ich bin kein Gegner Europas, aber die EU als undemokratisches Machtgebilde zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen (vor allem Deutschlands) u.a. mit Mitteln des Krieges ist für mich absolutes No-Go. Da muss ich noch nicht mal von Gurken-Krümmungsradien und Geldbeschaffungsmaßnahmen für Energie“spar“lampen-Hersteller reden…

    Bei uns wird an diesem Tag auch noch der Stadtrat gewählt. Da könnte ich mich überwinden.

    Gerade finde ich den Wahl-O-Mat… Köstlich, schon die erste Frage: „Deutschland soll den Euro als Währung behalten.“ Als hätte der Bürger da eine Wahl, als spielte das eine Rolle für den Bürger, in welcher Währung er seine Rechnungen nicht bezahlen kann… 😀
    Mumpitz, Volksverdummung.

    • „Wtf ist Max Frisch? Ein kluger Mensch, der (u.a.) mit völlig folgenlosen, flotten Sprüchen Geld verdiente?“ Vensek vs. „Biedermann und die Brandstifter“, „Stiller“, „Homo faber“ und „Mein Name sei Gantenbein“ vs. dem Architekten und viellfachen Preisträger Frisch?? Naja – nich alles was hinkt ist ein Vergleich!

      „Generell sehe ich gar keine wählbare Gruppierung.“ Klar, der einzig richtige Standpunkt: Meiner! Ergo 1: Alle anderen Standpunkte sind falsch, nur ich liege richtig. Ergo 2: Niemand wählbar aus mir selbst! Frage: Schon ‚mal ‚was von Hybris gehört? (Nimm’s nich als Kriegserklärung, an der Krankheit leiden viele!)

      „Denn kommen sie in Regierungsverantwortung, werden sie alle durch das System korrumpiert.“ Leider korrekt (noch so’n Zitat: „Nearly all men can stand adversity, but if you want to test a man’s character, give him power.“ [Abraham Lincoln]). Da „alle so sind“ ein Grund zum Nichtwählen?? Den Gedankengang kann isch nedd nachvollziehe, gell.

      Weitere Widersprüche, geschenkt – bis auf einen:
      „[zum Euro] Als hätte der Bürger da eine Wahl, als spielte das eine Rolle für den Bürger, in welcher Währung er seine Rechnungen nicht bezahlen kann …“ Inwiefern vergrößert Nichtwählen die Wahlmöglichkeiten des Bürgers, erhöht sich seine Solvenz?

      Schlussbemerkung: 1) Immer wählen gehen, 2) PAX!

  3. Warum sollte ich darauf noch etwas antworten, wo ich doch offenkundig krank bin?

    Meine Ansicht kurz auf den Punkt gebracht: Wählen erhält nach meiner Meinung das System, Nichtwählen nach Deiner. Deiner Meinung kann ich durchaus etwas abgewinnen, und so einige ich mich mit mir, weil das Ergebnis dasselbe ist.

    Mir scheint, dass mit diesem Zinnober die Wähler nur verscheißert werden. Indem man ihnen erzählt, sie hätten die Wahl zwischen verschiedenfarbigen, korrumpierbaren Parteisoldaten (gut, es soll auch tatsächlich Überzeugungstäter in deren Reihen geben), verschleiert man gleichzeitig die wahren Machtverhältnisse.

    Klar, der einzig richtige Standpunkt: Meiner! Ergo 1: Alle anderen Standpunkte sind falsch, nur ich liege richtig. Ergo 2: Niemand wählbar aus mir selbst!

    Diese Interpretation ist genau der Grund, weshalb mich diese ganze „linke“ Szene nur noch peripher tangiert. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!“ – das ging in der jüngeren Geschichte schon einmal schief.
    Ich kommentiere bestimmte Dinge, und ich erhebe keinesfalls den Anspruch, dass meine Meinung die allein seligmachende sei. Antwortetest Du also, ich sei blind, weil ich keine wählbare Gruppierung sähe, verbuchte ich das als Ironie. So allerdings fällt es mir schwer, an ehrlich gemeinte Friedensangebote zu glauben.
    Immerhin nötigt mir Deine offenbar gut sortierte Sammlung an passenden Zitaten Respekt ab. Allerdings scheint es auch nicht schwer, damit jeden beliebigen Gedanken der Widersprüchlichkeit zu überführen.

    Gefällt mir aber: Ich – ein Asozialer mit einem gehörigen Schuss Hybris…

      • Mit Verlaub, dieses Friedensangebot ist einfach nur lächerlich.

        Ich tat meine Meinung kund, die mitnichten darin besteht, andere Meinungen als die meinigen geringschätzig zu betrachten und deren Verfechter zu beleidigen. Nicht einmal mit größter Anstrengung kann man das aus meinen Zeilen herauslesen, wie ich finde. Meiner Meinung nach geht das nur mit einem Schuss Böswilligkeit.

        Du hast einfach etwas hinein interpretiert, was ich so weder schrieb noch zwischen den Zeilen versteckte. Es war Dir Anlass genug, mich zu beleidigen und anschließend auch noch „Pax!“ zu rufen (was ja an sich auch schon wieder beleidigend ist). Was für ein Scheiß-Frieden soll denn das sein?

        Klar, der einzig richtige Standpunkt: Meiner! Ergo 1: Alle anderen Standpunkte sind falsch, nur ich liege richtig.

        Fass Dir mal an die eigene Nase. Du schreckst ja nicht mal davor zurück, Deinen Standpunkt zu untermauern, in dem Du mir, der ich eine andere Meinung vertrete, vorwirfst, ich sei krank…
        Das hatten wir in jüngerer deutscher Geschichte schon einmal.

        Genau solches Verhalten ist es, was mich dazu brachte, mich von dieser ganzen „linken“ Bloggeria abzuwenden.

        Kein Agreement, keinen Frieden und keine weiteren Kommentare.

  4. Hi Ralf,

    ich habe schon zu lange nicht mehr hier vorbei geschaut. Das neue Layout des Blogs ist klasse – einmal davon abgesehen, dass es weiter geführt wird 😉

    Wenn ich das Layout mir so ansehe, bin ich versucht, von Blogger.com zu wordpress zu wechseln.

    Greetz
    Bernhard

    • Hallo Bernhard,

      danke für die Blumen. In der Tat fand ich hier einige Themen, die mich schwer fasziniert haben. Es gab in den letzten vier Jahren auch die eine oder andere Änderung, weil ich mich so schwer entscheiden kann.

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