Manjaro Linux auf der Festplatte

manjaro-whisker-logo-greenWas soll ich sagen? Ich hab’s einfach nicht mehr ausgehalten und musste dieses Manjaro Linux richtig auf die Platte brennen, um es mit den kompletten Hardware-Ressourcen zu testen. Die VirtualBox machte zumindest beim Flatcast-Plugin Probleme, die eine korrekte Wiedergabe des Audio-Streams verhinderten. Das war der letzte Tropfen, der das Fass meiner Ungeduld zum Überlaufen brachte. Ich bastelte also ein Dualboot-System aus KANOTIX und Manjaro Linux.

Manjaro startet in der Hälfte der Zeit, die KANOTIX mit KDE braucht und ist sehr flott. Zusätzlich habe ich ohne Probleme Wine installiert. Die beiden Anwendungen ELSTER-Formular und Flatcast-Plugin arbeiten wie erwartet. Gespannt war ich darauf, wie sich VirtualBox wohl anstellen würde bei der Installation. Da hatte ich unangenehme Erinnerungen an Arch Linux. Doch mit dem Paketmanager von Manjaro war es beinahe ein Klacks. Zuletzt erinnerte mich VirtualBox daran, doch noch die Kernel-Header zu installieren, damit alles klappt. Meine bisher angelegten virtuellen Maschinen, vor allem Windows 7, laufen ohne Murren. Perfekt!
Auch Kugelerde ließ sich dank des sofort einsatzbereiten Arch User Repository AUR ganz simpel installieren. So ganz kann und will ich nicht auf dieses nette Gimmick verzichten.

inxi_hddinst_2014-04-06

Die Installation des proprietären Grafikkartentreibers war noch ein kleines Problem. Als es auf die Platte krabbelte, hatte Manjaro die Grafikkarte analysiert und den passenden freien Treiber nouveau installiert. Da der noch nicht an die Leistungsfähigkeit des proprietären Kollegen heranreicht, beiße ich in den sauren Apfel. Allerdings fand ich bei den Bordmitteln vorerst keine Lösung, sondern musste mich im Netz umsehen. Im Manjaro-Wiki fand ich die Anleitung. Sie bestand aus einem Einzeiler, der mit root-Rechten auszuführen war:

mhwd -a pci nonfree 0300

Damit war das Problem gelöst und das passende Modul für die Grafikkarte gebaut. Der Rest sind persönliche Einstellungen und Daten, die ich zum Teil direkt von KANOTIX übernehme, wie zum Beispiel Schlüsselbund, Lesezeichen und Mailadressen.
Nach einem halben Nachmittag „Arbeit“ ist mein Manjaro ansehnlich und genauso funktionell wie das bisherige Arbeitspferd.

[Update 07.04.2014]

Aktueller Schnappschuss vom Manjaro-Schreibtisch. Ich habe ein fetziges Hintergrundbild gefunden, den Oxygen-Mauszeiger in Grün ausgewählt und das Manjaro-Logo für das Whisker-Menü etwas bearbeitet.

manjaro-screenshot-2014-04-07

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8 Gedanken zu „Manjaro Linux auf der Festplatte

  1. Die heilige Kuh Kanotix geschlachtet 😉 ? Ab und an muss man mal Wechseln habe ich festgestellt …

    Grüße
    Karsten

    • Neiiiiiin! Kanotix ist nach wie vor auf der Platte. Ich hab nen Dualboot eingerichtet, wie vorher auch schon mit Arch. Allerdings habe ich Manjaro gestattet, Grub in /dev/sda zu schreiben. Jetzt muss ich Kanotix also bewusst auswählen. Vermutlich wird es ab sofort ein relativ unbeachtetes Dasein fristen, was angesichts der stable-Gene und der immer mal wieder auftretenden Problemchen nach diversen dist-upgrades kein wirkliches Problem ist.

  2. Jau, Manjaro Xfce hatte ich – als DAU – auch schon ‚mal angeguggt; mit frdl. Unterstützung von dem Einen oder Anderen. Das funst ganz ordentlich.

    • Ich will es über längere Zeit nutzen, denn erst dann offenbart sich der Vorteil eines Rolling Release. Die Funktionalität im Vergleich zu meiner Kanotix-Installation ist hundertprozentig, und aktuellere Pakete gibt es auch.

  3. Manjaro gibt Anlass zu weiterer Freude: es funktionieren plötzlich wieder Dinge, die ich seit diversen dist-upgrades bei Kanotix in den Orkus kloppen konnte. Beispiel Bamboo Feedreader. Vor zwei Wochen weigerte der sich standhaft, mit Icedove, dem Debian-Pendant von Thunderbird, in Aktion zu treten. Mir blieb dann nichts weiter übrig, als Akregator zu installieren…

    • Bamboo funst excellent mit FF – da der direkte Draht zu Kugel via Krom nich in Frage kommt.

  4. Na ja, ich bin ja kein Freund von Multibootsystemen. Irgendwann wirst du wohl Kanotix den Rücken kehren. Kann es sein das Kano sein System nicht mehr wirklich pflegt? Habe so den Eindruck …

    • Mir scheint, dass sich seine Schwerpunkte ein wenig verschoben haben. Seit Steam geht es im IRC meist nur um irgendwelche Spiele und die passenden Grafikkartentreiber, was an sich erst mal nicht verwerflich ist. Ich habe auch den Eindruck, dass Kano und seine zwei, drei Helfer mit der Pflege einer stabilen Distribution überfordert sind.
      Immer wieder auftretende Probleme beim dist-upgrade waren mir lange Zeit unbekannt, und ich denke schon mit Grausen daran, dass Jessie irgendwann stable wird…
      Offenbar ist der Mix aus Debian stable mit einigen aktuelleren Paketen nicht so einfach zu handeln.

      Daher auch meine Suche nach einem „ordentlichen“ Rolling Release.

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