Die erste Nacht

Die diesjährige Jenaer Schwarzbiernacht und damit meine erste Nachtschicht liegen hinter mir. Die Droschke ist sauber geblieben, was wohl nicht zuletzt auch an den Tipps der altgedienten Kollegen gelegen haben mag. Diesen Umstand, dass ein paar Jungs so hilfsbereit waren und einem Grünschnabel wie mir mit Rat zur Seite standen, fand ich überhaupt bemerkenswert. Die Essenz der Ratschläge war, konsequent auf die Funkvermittlung zu verzichten. Bei einem Fahrgast, der sich aus der Destille abholen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er in Begleitung trinkfesterer Kumpels erscheint, die ihn stützen müssen. Wer sich bis zum Standplatz noch aus eigener Kraft bewegt, kann erstens bei der Annäherung „begutachtet“ werden und wird seine sonstigen Sachen auch bei der Fahrt wohl bei sich behalten…

So lief alles wie am Schnürchen, ich hatte jede Menge Spaß und die Zeit verging wie im Flug. Den Fahrgästen kann ich durch die Bank bescheinigen, dass sie sehr freundlich und aufgeschlossen waren.

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5 Gedanken zu „Die erste Nacht

  1. Die soziale Komponente im Job als Taxi-Driver iss nich zu verachten; das macht’s dann auch kurzweilig. Ich wünsch‘ Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg.

    • Danke.
      Stimmt, mit Charme und Witz gibt es dann oft eine lockere Atmosphäre im Wagen. Das macht es angenehmer. Ich selbst fühle mich auch besser und komme dann schon mal in die Versuchung, olle Goethe zu rezitieren. Da das Publikum in der Regel sehr gebildet ist, renne ich offene Türen ein.
      Natürlich war das Niveau in der letzten Nacht nicht so hoch, aber dennoch weit entfernt vom allgemeinen Plausch übers Wetter als Notlösung, um absoluter Sprachlosigkeit zu entgehen.

  2. Schönschön.
    Dazu fällt mir doch das ein: http://www.youtube.com/watch?v=P7wa9kSI5Ew
    Selbstverständlich ist der ganze Film empfehlenswert. Vielleicht kennst Du ihn?

    Du schriebst mal, dass Du Kaminer gern liest, kann mir vorstellen, dass Du auch mit Martin Suter gut bedienst wirst. Habe gerade >Allmen und die Libellen< beim Wickel, auch dort sind Taxi-Fahrer extrem wichtig. 😀

    (Du hast jetzt einen Job! Ich verlor meinen vor drei Monaten. Noch bilde ich mir ein, wieder was Gutes zu finden…)

    • Danke für die Anregungen. Den Film „Night on Earth“ kenne ich nicht, aber schon der Trailer ist köstlich!
      Ansonsten gilt immer: die Hoffnung stirbt zuletzt. Das erste halbe Jahr ist noch okay, dann wachsen die Zweifel, und die Hoffnung schwindet. Jeden Tag ein Stückchen mehr…
      Ich wünsche, dass Dir dieser Prozess erspart bleibt.

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