Mageia 4 – Installation

Gestern meldete distrowatch.com das Erscheinen des brandneuen Mageia 4. Natürlich musste ich mir diese Distribution einmal anschauen.
Mageia hat sich 2010 von Mandriva Linux abgespalten und erscheint als Community-Projekt, was mir von vornherein schon mal sehr sympathisch ist. Ich entschied mich für den Download der Live-DVD mit Gnome-Oberfläche in 64bit, weil ich erst einmal schauen wollte. Beim herkömmlichen Installationsmedium stehen als Desktop-Oberflächen KDE, Gnome, XFCE, LXDE, Mate, Cinnamon und RazorQT zur Auswahl.
Mageia bringt eine ganze Reihe an Anwendungen mit, so dass der geneigte Tester schon einmal ordentlich loslegen kann. Firefox, Evolution, LibreOffice, Empathy… um nur einige zu nennen.

Nach einigen nicht so berauschenden Erlebnissen mit Installationsroutinen bin ich gespannt, wie sich wohl Mageia installieren lässt. Vorab sei verraten, dass der Installer auch für weniger geübte Anwender keine Rätsel aufgibt.

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Zuerst einmal heißt es, im Bootmenü des Live-Systems die passende Sprache einzustellen. Das geht wie gewohnt mit F2.

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Während des Bootens werden Einstellungen für die Uhrzeit, die Zeitzone und die Tastatureinstellung abgefragt. Das ist alles so trivial, dass ich keine Schnappschüsse davon mache.

Da ich mich für Gnome entschieden hatte, muss ich mit der Super-Taste, auf der bei mir ein Pinguin prangt, erst einmal sowas wie ein Menü oder Dock hervorzaubern. Ich bin die Arbeit mit Gnome3 nicht gewohnt, komme aber zurecht. Also finde ich folgerichtig auch den Weg zum Installer.

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Der begrüßt mich in ansprechendem Äußeren.

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Die Platte der virtuellen Maschine ist schon vorbereitet, sprich partitioniert, da ich sie anderweitig schon mal in Benutzung hatte. Der Installer zeigt mir die Partitionierung korrekt an. Gewöhnungsbedürftig ist die Farbauswahl, etwas dezenter darf der Anblick schon sein.
Da ich die bestehende Partitionierung verwenden will, lasse ich die Auswahl der Angebote des Partitionierungsassis so bestehen.

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Dem Assistent muss nun gesagt werden, wie er die bestehenden Partitionen nutzen soll. Dazu werden die Einhängepunkte der Partitionen in das Dateisystem ausgewählt.

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Wie unschwer zu erkennen ist, favorisiere ich auch hier die Installation des /home-Verzeichnisses auf einer separaten Partition. Da die Partition /dev/sda2 schon benutzt wurde, habe ich an dieser Stelle den Haken für das Formatieren der Partition gesetzt. Die Partition für /home habe ich nicht formatiert, sie war ja leer. Hätte ich eventuell Daten darauf gespeichert, wie z.B. Musik, Fotos oder Benutzereinstellungen für Anwendungen, blieben sie erhalten.

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Der Installer stellt fest, dass mit den Voreinstellungen eine Reihe von Lokalisierungen und auch Programmen zur Hardwareunterstützung nicht unbedingt benötigt werden. Hier kann ich entscheiden, ob sie entfernt werden sollen.

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Dann beginnt der Installer mit seiner eigentlichen Arbeit. Das geht soweit recht flott.

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Nach der Installation des System werden wieder Entscheidungen vom künftigen Anwender verlangt. Es geht um die Auswahl und Installation des Bootloaders.

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Hier heißt es aufpassen! Ich haben die Wahl zwischen LILO, GRUB-legacy im Text- oder grafischen Modus und GRUB2. LILO ist oldschool, aber die Tatsache, dass es hier angeboten wird, erinnert mich an vergangene Zeiten und lässt mich gerührt über den Bildschirm streicheln…

Wieder hellwach, entscheide ich mich natürlich für GRUB2, der nur mit grafischen Menü zu haben ist. Zur Sicherheit schaue ich mir die Optionen für die Fortgeschrittenen an und sehe, dass es keinen Grund gibt, unter normalen Umständen irgend etwas zu verändern.

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Auch die nächste Einstellung übernehme ich unverändert, da geht es um verschiedene Bootoptionen für den Kernel, die dann im GRUB-Menü zur Auswahl stehen. Unter normalen Umständen muss ich da nichts ändern.

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Nach der Installation des Bootloaders meldet der Assistent, dass der Rechner neu gestartet werden soll. Ich vermisse an der Stelle einen Hinweis auf die noch ausstehende Einrichtung des Benutzers und des root-Passwortes, kann mir auf Grund meiner Erfahrung jedoch sofort denken, dass das noch kommt.

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Nach dem Neustart sehe ich zunächst schwarz. Im nächsten Moment erscheint ein kleines Fenster und meldet das Herunterladen diverser Dateien. Ich übe mich in Geduld.

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Dann werde ich wie erwartet zur Einrichtung des Benutzers und Setzen des Administratorpassworts aufgefordert. Damit ist die Installation abgeschlossen.

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Nach der erfolgreichen Anmeldung am System schaue ich mir das Kontrollzentrum an. Alle Systemeinstellungen, die Aktualisierung und die Installation weiterer Anwendungen können bequem mit diesem grafischen Werkzeug erledigt werden.

mageia4-gnome-kontrollzentrum

Fazit:
Der Installations-Assistent von Mageia ist ein absolut umgänglicher Zeitgenosse. Wer es schon mal geschafft hat, ein Ubuntu zu installieren, wird auch damit zurecht kommen. Es gibt keine Überraschungen und fast nichts zu meckern.

* * *

P.S.:
Hier noch die Details der virtuellen Maschine:
2048 MB RAM, 64 MB Grafikspeicher mit aktivierter 3D-Beschleunigung, 1 CPU-Kern, Massenspeicher 32 GB.

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2 Gedanken zu „Mageia 4 – Installation

  1. Die Installation vom klassischen Medium sieht ein wenig anders aus, rein optisch. Anwendungstechnisch scheint es nicht anders oder komplizierter. Ich muss mich zusätzlich nur für den passenden Desktop und den künftigen Verwendungszweck des Rechners entscheiden. Die Installation scheint etwas länger zu dauerndauert etwas länger.

    Obwohl ich RazorQT als Desktop ausgewählt hatte, startet Mageia nach der Installation erst einmal mit KDE. Im Anmeldebildschirm kann ich das jedoch in RazorQT ändern.

    Die Installation von diesem Medium verlief genauso unproblematisch.

  2. Okay, das Phänomen des startenden KDE ist keines: der Haken bleibt einfach drin bei KDE, auch wenn ich einen anderen Desktop auswähle. Da hatte ich wohl nicht aufmerksam genug hingeschaut.
    Außerdem gibts noch den Desktop E17 zur Auswahl.

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