Nachhaltigkeit

Was machen die XPler ab dem kommenden Frühjahr? Die XPler, deren Kisten ein Upgrade auf Windows 7 wegen fehlender Potenz strikt verweigern? Weitermachen wäre angesichts der zunehmenden Demenz des deutschen Volkes ein brauchbare Option, die vielleicht sogar ohne Konsequenz bleiben könnte. Verlassen würde ich mich nicht darauf. Obwohl, trotz oder gerade wegen der Patchday-Praxis kann selbst bei aktuell gepflegten Windows-Systemen nicht von zeitnaher Reaktion auf Sicherheitslücken gesprochen werden. Bei XP wartet nun das Lebensende, und es wird unerbittlich sein.
Was also machen diejenigen Nutzer, deren Hardware den Einsatz von Windows 7 oder höher entschuldigend lächelnd nicht zulässt?

Ich kenne die Antwort, und sie wird Euch nicht gefallen, weil sie mir auch gegen den Strich geht: Sie werden zuhauf funktionierende Hardware einfach wegschmeißen, um sich eine neue Kiste zu kaufen, auf der ein aktuelles System aus der Redmonder Klitsche läuft. Die Klitsche selbst ist mir vollkommen Bockwurst, mich nervt eher der blödsinnige Umgang mit den Ressourcen. Als gäb’s kein Morgen.
Woher ich diese Meinung nehme? In verschiedenen Foren las ich von Nutzern, die ihren Rechner einfach entsorgen, weil er ja schon fast drei Jahre alt sei und überdies für Windows 8 nicht geeignet …Ich kommentiere sowas lieber nicht, weil ich dabei die Grenzen zivilierten Verhaltens locker um ein Vielfaches überschreiten würde. Übrigens gibt es solche Ansichten auch im Lager der alternativen Betriebssysteme. Unity lässt grüßen.

Meine Erfahrungen mit schlanken Linux-Distributionen zeigen mir, dass selbst nach gegenwärtigen Maßstäben archaisch zu nennende Rechnerachitektur dem passenden Nutzerverhalten Rechnung tragen und klaglos bis euphorieauslösend funktionieren kann. Wer wollte versuchen, im Jahr 2013 einen Rechner mit einem Single-Core-Prozessor (Sempron) und 512 MB RAM ins Netz zu bringen? Zugegeben, man sollte sein System schon ein wenig kennen. Die meisten Leute, denen ich vielleicht mal mit Rat und Tat in Computerangelegenheiten zur Seite stehe, kennen sich mit der Bedienungsanleitung ihres Autoradios besser aus, als mit ihrem PC. Partitionen? Häh? Soll’n das sein? Also hilft da nur Aufklärung.

Zu einer solchen Aufklärung muss man auch bereit sein. Ich will niemanden von irgendwas überzeugen. Wer es nicht will, sich mit Neuem zu befassen, muss es nicht tun. Bevor er seinen Rechner aber wegschmeißt, sollte er mich kontaktieren. Ich sammle solche auszurangierende Technik, spendiere ihr einen zweiten Frühling und zeige frustrierten Anwendern, wie schnell plötzlich so ein altes Schätzchen bootet, und wie befreit es sich arbeiten lässt ohne Virenscanner, Bloatware-Sinnlosmeldungen und nervige Update-Prozeduren…

Advertisements