Angeschaut: Linux Mint 16 „Petra“ Cinnamon RC

Vor ein paar Tagen erschien der erste Veröffentlichungskandidat (RC) von Linux Mint 16 „Petra“. Der bietet vorerst zwei Desktopumgebungen zur Auswahl: Mate und Cinnamon. Mich interessierte hier Cinnamon, weil ich Gnome2 ja ausgiebig kennen gelernt hatte und Mate als Fork nicht wirklich Neues bietet.

Im Live-Betrieb hatte sich „Petra“ etwas zickig gezeigt. Allerdings muss ich dazu einschränkend sagen, dass ich diesen ersten Test in einer VirtualBox vornahm. Immerhin spendierte ich ihr zwei Prozessorkerne und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Aber irgendwie kam „Petra“ wohl nicht mit der emulierten Grafikkarte klar und verschied einfach so. Es half nur eine rigorose Trennung, und zwar des virtuellen Rechners von der Energieversorgung. Doch angeregt von der Diskussion zu meinem Versuch mit openSUSE 13.1 nahm ich mir „Petra“ noch einmal vor und wollte sie nativ installieren.
Zuerst einmal überraschte mich der schnelle Start vom USB-Stick, gefühlt dreimal schneller als bei anderen Distributionen. Das liegt an der geringeren Kompression der ISO-Datei. Sie wird dadurch zwar etwas größer (hier rund 1,2 GB), aber startet eben auch schneller, wie ich mich überzeugen konnte.

Die Installation selbst ist keine große Sache, die Abstammung von Ubuntu wird hier deutlich. Die Einstellungen sind schnell vorgenommen, der Bootloader wieder in den Master Boot Record der Root-Partition von Mint installiert. Bei diesem Dualboot sollte KANOTIX eben die Linie vorgeben.
Nach einer längeren Installationsphase, die vor allem dem Herunterladen von Sprachpaketen geschuldet ist, konnte ich den Rechner neu starten. Nach der Aktualisierung des Bootloaders von KANOTIX konnte ich dann auch „Petra“ zum Start auswählen. Zügig rannte die Dame los und begrüßte mich, wie ich es erwarten konnte.

mint16-2013-11-28_13:55:31

Alles auf Deutsch, eine funktionierende Netzwerkverbindung, bereit zum Arbeiten. Na bitte, geht doch! Natürlich läuft das System erst einmal ganz ordentlich so, aber die Anpassung an die Hardware, hier speziell die Installation des proprietären Treibers für die Grafikkarte, wollte ich noch machen. Sehr einfach ließ sich diese Treiberinstallation im Menü unter „Systemverwaltung“ anstoßen. Das klappte dann auch ohne Gezicke, auch wenn es etwas dauerte.

treiberverwaltung-2013-11-28

Bisher sind mir keine Macken aufgefallen. Cinnamon fühlt sich griffig an und bietet für einen alten Sack wie mich eine gewohnte Arbeitsumgebung, auch wenn sie recht moderne Technik unter der Haube hat. Die Anpassung an die Bedienbarkeit, wie ich sie von Gnome2 her kenne, ist gelungen.
Die Softwareauswahl ist recht aktuell und bringt für mich als „Normalo“ alles mit, was ich brauche. Und das auch noch ziemlich aktuell, wie zum Beispiel Firefox 25 und LibreOffice 4.3.2.1 4.1.2.3 *) zeigen. Auch die Nachinstallation von Skype klappte auf Anhieb und erforderte nur noch die Auswahl des Mikrofons, das in der Kamera eingebaut ist.
Und letztlich verlief die Einrichtung des Druckers ebenso unkompliziert über die Sytemeinstellungen im Kontrollzentrum.

drucker-2013-11-28

Die Hardware verrichtet ihren Dienst, das System läuft bisher stabil. Damit ist „Petra“ eine ernsthafte Kandidatin für die Liste der empfehlenswerten Einsteigerdistributionen.

[Update]

Die zum Teil recht langen Ladezeiten resultierten aus unzweckmäßig voreingestellten Spiegelserver-Standorten. Es ist besser, wenn man solche Kisten in der näheren Umgebung sucht und benutzt. Entsprechend der Voreinstellung hat „Petra“ Spiegelserver in den USA kontaktiert, was suboptimal ist. Im Menü lassen sich unter „Systemverwaltung -> Softwarequellen“ günstiger gelegene Spiegelserver eintragen.

paketquellen-server-2013-11-28

Das Herunterladen der Pakete geht dann auch gleich viel schneller.

*) Nach Hinweis in den Kommentaren korrigiert

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5 Gedanken zu „Angeschaut: Linux Mint 16 „Petra“ Cinnamon RC

  1. Im Moment tue ich mich schwer mit der Installation von VirtualBox. Die Installation selber klappt, aber meine Maschinen laufen irgendwie nicht. Muss ich mal nachforschen und beheben, wenn ich mehr Zeit und Muße habe. Ansonsten passt die „Petra“ aber schon ganz gut…

  2. VirtualBox ist installiert. Es war ganz einfach und mit der Hilfe des Wikis von virtualbox.org ganz schnell erledigt. Über die Paketverwaltung musste ich nur das Paket virtualbox-4.3 installieren. Dann brauchte ich noch das VirtualBox Extension Pack, das ich von der verlinkten Seite lud. Durch einfaches Anklicken im Dateimanager wurde es installiert. VirtualBox läuft.

  3. Also ich habe gestern ! Mint 16 mit Mate Desktop installiert. Da ist Libreoffice noch in der relativ alten Version 4.1.xxx enthalten. Du schriebst aber was von Version 4.3.xx

    • Eingebauten Fehler bemerkt! Da habe ich mich vertippt. Als ich den Beitrag schrieb, gab es LibreOffice natürlich erst in Version 4.1.2.3. Ich bitte, das zu entschuldigen.
      LibreOffice gibts fresh im Moment gerade erst in 4.2.3.

  4. Ich bin von Mint 16 begeistert .Schön „old style“ und alles funktioniert auf Anhieb -Werde wohl dabei bleiben .Gruss -Joachim

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