Definitiv kein Paar: openSUSE 13.1 und ich

Gelegentlich las ich in den vergangenen Tagen, wie toll openSuse 13.1 gelungen sei. Nach meinen Erfahrungen mit früheren Versionen und in der VirtualBox (32bit und LXDE) bei meinem LPIC-Kurs wollte ich es nun wissen. Ich war gespannt, wie sie sich in einer echten Umgebung machte und installierte die Suse mit KDE auf der Festplatte und nicht wie sonst in einer virtuellen Maschine.

Der Installationsvorgang ist keine große Herausforderung. Aufpassen musste ich nur, als es um die Wahl des Installationsortes für den Bootloader Grub2 ging. KANOTIX ist mein „Leit“-Linux, daher sollte dessen Bootloader auch im MBR (/dev/sda) verbleiben. Ich wählte also folgerichtig die Root-Partition der SUSE-Installation (/dev/sdb2) aus.
SUSE-typisch wurde der Installationsprozess mit der Aufforderung zum Neustart unterbrochen. Ich musste dem Bootloader im MBR (KANOTIX) erst einmal mitteilen, dass es ein neues System auf dem Rechner gab. Also hieß es, KANOTIX starten und Grub2 aktualisieren:
su
update-grub

Nach dem Neustart setzte YaST die Installation mit der automatischen Systemkonfiguration fort. Es klappte recht zügig, und bald sah ich den Desktop.

opensuse-13.1-01

Nachdem ich mich für Deutsch und eine deutsche Zeitzone entschieden hatte, sah ich mich zum ersten Mal enttäuscht, denn der Begrüßungstext kam Englisch daher. Auch sämtliche Menüs und KDE-Meldungen waren in englischer Sprache zu lesen. Gut, dachte ich mir, also mal schnell in YaST nachgeschaut und die Einstellungen korrigiert. Das allerdings bot Deutsch erst gar nicht als installierte Sprache an.

opensuse-13.1-02

Langsam wuchs mein Missvergnügen, doch wollte ich der SUSE noch eine Chance geben und die Deutschen Sprachpakete für KDE nachinstallieren. So warf ich Apper an und suchte in der Lokalisationsabteilung nach den deutschen Sprachpaketen.

opensuse-13.1-03

Hier ist es hilfreich, wenn man schon ein wenig Erfahrung mit Linux und KDE hat, denn es werden auch noch Sprachpakete für KDE3 angeboten, was mir recht unverständlich ist. Macht aber nichts, ich wählte die richtigen Pakete aus und gab sie zur Installation frei. Leider hatte ich vorher nicht so genau hingeschaut, weil wohl meine Erwartungen zu hoch waren. Apper zeigte mir eine Fehlermeldung:

opensuse-13.1-04

Es konnte an dieser Stelle nur die Netzwerkverbindung sein, die da zickte. Also schaute ich mal im Terminal nach der Konfiguration der Schnittstelle und fiel buchstäblich aus allen Wolken. Es war überhaupt keine Schnittstelle konfiguriert und damit auch keine Verbindung vorhanden! Abfällig grinsend zog ich den rechten Mundwinkel herab und erledigte auch noch die Einrichtung der Netzwerkverbindung zu Fuß.

Wenigstens klappte die Installation der deutschen Sprachpakete für KDE. Dachte ich. Das Ergebnis war erneut umwerfend: Die Hälfte des Menüs war immer noch in Englisch, trotz Neustarts.

opensuse-13.1-05

Das reichte, um dieser Krücke den Gar aus zu machen. So wird das nichts! Die Macher dort sollten sich mal anschauen, was Installationsroutinen heutzutage vollbringen können. Wenn ich Deutsch als Systemsprache und die passende Zeitzone auswähle, kann ich verlangen, dass nach dem Neustart das System auch in der passenden Sprache mit mir redet. Und unkonfigurierte Netzwerkschnittstellen gehen ja mal gar nicht. Natürlich kann man sich das alles hinterher von Hand noch einrichten und konfigurieren, aber wenn ich frickeln wollte, nähme ich dazu Arch Linux. Das macht entschieden mehr Spaß.

openSUSE? Nein, danke!

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16 Gedanken zu „Definitiv kein Paar: openSUSE 13.1 und ich

  1. Hi,

    ich werkel seit Jahren mit Ubuntu rum, bin aber mit zunehmender „Reife“ von Ubuntu etwas unzufrieden geworden. Na ja, sollte ich eines Tages wechseln, dann nicht zur Open-Suse-Distro.

    Grüße
    Bernhard

    • Versuch’s ‚mal mit LinuxMint (Olivia) mit LXDE (oder jedem anderen Desktop, den LinuxMint liefert). Deine Erfahrungen betr. Ubuntu kann ich nachvollziehen, ging mir ähnlich.

      • Stimmt, Mint ist es immer mal Wert, angeschaut zu werden, nicht nur wegen der weiblichen Vornamen. Mir gefällt die Integration von Mate und Cinnamon als Desktops recht gut (ja, ich bin noch irgendwie dem guten alten Gnome2 verbunden). Das ist Geschmackssache. Fakt bleibt aber, dass bei Mint viele Dinge auf Anhieb gingen, die ich mit anderen Distributionen erst mit mehr oder weniger Aufwand zum Laufen bekam.
        Aktuell hab ich mir „Petra“ (Mint 16) angeschaut, aber das hakelte im Live-Betrieb etwas. War wohl noch zu frisch. Da könnte ich direkt mal schauen, wie es sich als echte Installation so macht…

  2. Ubuntu hat m.E. mit Unity recht hohe Ansprüche an seine Benutzer gestellt. Dabei finde ich das Bedienkonzept sogar recht gelungen. Trotzdem gibt es so einige Kleinigkeiten, die mich auch mit Ubuntu nicht recht warm werden lassen. Da sah es mit Lubuntu schon besser aus.

    Mich hält die seit Jahren absolut problemlose Stabilität von KANOTIX in Atem. Trotzdem schaue ich immer mal über den Tellerrand. Natürlich sind die im Beitrag angesprochenen Problemchen nicht wirklich weltbewegend, da ich mir einbilde, soviel von Linux zu wissen, dass ich mir einen Netzwerkzugang auch völlig ohne Network-Manager einrichten kann. Benutzerfreundlichkeit fängt jedoch schon bei der Installation an, und da stünde ein weniger erfahrener Nutzer in diesem Fall ziemlich dumm da…

  3. Was Dein „Problem“ mit halb so, halb so angeht – Du verstehst davon mehr als ich – kann ich Dir nur sagen: Problem hatte ich auch mit div. Installationen. Die Lösung war in meinem Fall, dass ich nicht „ganz am Anfang“ (ich weiß nich, wie ich’s besser beschreiben soll) tschörmisch gewählt hatte sondern erst später … und dann wurd’s schwierig (einzeln nachinstallieren …).

    • Das meine ich ja. An sowas sollte sich heutzutage niemand mehr abarbeiten müssen. Von Debian lese oder höre ich immer wieder, dass es nicht benutzerfreundlich sei, weil man es erst umständlich einrichten müsste. Das kann wohl sein, und womöglich hängt diese Beurteilung auch von persönlichen Vorlieben ab; aber wenn ich einem Debian sage, dass ich Deutscher bin und die Zeitzone die von Berlin/Deutschland/Europa sein soll, dann redet Debian auf Deutsch mit mir.

  4. Also, ich habe gestern eine open Suse 13.1 auf einem neuen PC installiert, der zuvor komplett mit Windows 8.1 „verseucht“ war. Ganz ohne Windows komme ich nicht aus (die Karten-Updates vom Navi laufen nur unter Windows). Aber: Von SuSE-DVD gebooted, 3-4 Mausklicks in Sachen Sprache und Zeitzone, Bestätigung der Verkleinerung der Windows-Partition, und knapp 1 Stunde später steht ein perfektes Dual-Boot-System vor mir. Noch nie hatte ich eine derart einfache und fehlerfreie Installation. Liegt vielleicht auch an der verbauten Hardware.

    • Erst einmal herzlichen Glückwunsch! Schön, dass Du positive Erfahrungen sammeln konntest. Wenn ich jetzt gehässig wäre, würde ich konstatieren, dass die SUSE noch nicht mal mit Allerwelts-Hardware umgehen kann, denn andere Dsistributionen laufen ja tadellos bei mir…
      Da ich die Ursache meiner Missstimmung nicht bei der Hardware sehe, verkneife ich mir das jedoch 😉
      Dass es bei Dir lief, liegt möglicherweise an der DVD. Die bringt ein umfangreiches Paketangebot schon mit. Ich hatte von der KDE-Live gebootet und dann installiert. Die nicht erkannte und nicht installierte Netzwerkverbindung wird die wahrscheinlichste Ursache für den Ärger sein. Trotzdem will mir nicht in den Kopf, dass es nach der Installation der Sprachpakete immer noch nicht funktioniert. Ich habe dann auch nicht weiter geforscht, denn ich hatte schlicht die Nase voll.

      • Installiere von der DVD.Dann ist alles deutsch.Auf der Live-KDE-DVD sind die deutschen Pakete nicht drauf.Selbige nutze ich nur zum Testen,ob Suse mit der Grafikkarte und soundmäßig klarkommt.
        Das mache ich seit 11.0 so und habe dann keine Sprachprobleme.

  5. Nie wieder Suse, so eine Aussage würde ich nicht so Pauschal abgeben

    Bei uns im Unterricht heist es nur:….. das Problem sitzt meist 50 cm vor dem Bildschirm.

    Ich bin zwangsläufig auf Windoof angewiesen, teste daher oft nur Sporadisch verschiedene Distros von Linux derivaten, aber bei OpenSuse 13.1 hatte ich egal auf welchem Rechner / Hardware ich es Installierte weder mit der Spracheinstellung noch mit sonst was Probleme. Gleiches gilt für Mint, Ubuntu. Eher Probleme gab es bei Debian. Die Probleme die bei mir auftraten waren immer darauf zurückzuführen, das ich manche Distros auf VMware oder VirtualBox ausprobierte. Wobei manche eher Probleme mit VMWare hatten als mit VitualBox. Ich würde mal nicht so allgemein sagen die Distro würd ich nie mehr nehmen oder diese nicht, es kommt doch eher darauf an was der jeneige sich Vorstellt und wie gut er mit welcher Distro zurecht kommt.

    Viel spaß beim Nachdenken

    Gruß Joe
    Fachinformatiker Systemintegration

  6. Ich schrieb ja oben, dass es sich um eine Installation auf der Festplatte handelte. Virtualisierungsumgebungen als Fehlerquelle scheiden daher von vornherein aus.
    Ich neige dazu, diese Erfahrung dem Installationsmedium anzulasten. Offenbar ist die DVD-Vollversion doch besser geeignet. Allerdings ist mir die Downloadgröße einfach zu fett.

    Im Laufe der Zeit hat sich herauskristallisiert, dass der überwiegende Teil der Distributionen problemlos läuft und sich auch problemlos installieren lässt. openSUSE hat bei mir schon immer gezickt, und sei es nur, dass es bei ansonsten fehlerfreiem Lauf unglaublich zäh war.
    Während meines LPIC-Kurses lief eine openSUSE 12.2 in der VirtualBox. Für die hatte ich bewusst LXDE ausgewählt, weil grafische Oberfläche eher nebensächlich ist, wenn man sich hauptsächlich im Terminal bewegt. Mit LXDE lief das Teil flott und zuverlässig. Es geht also doch.

    Meine Vorliebe liegt eindeutig bei debianbasierten Distributionen. So ein kleines, schlankes und sehr schnelles System aus einem Debian Netinstall mit schlanker Oberfläche ist schon was Feines.

    Dass Mint empfehlenswert ist, kann ich bestätigen. Die Petra macht hier seit ein paar Wochen zuverlässig „ihr Ding“. Ubuntu fällt aus politischen Gründen schon mal generell aus. 😉

    • Ja, Ubuntu ist bei mir auch nicht auf der Top liste, mit der letzten Distri zickte es sogar in der VMBox.
      Mit Debian hab ich noch nicht so viel erfahrung, da hatte ich bisher nur ein Derivat für den Raspberry PI. Aber solange ich nnoch Zeit habe, werde ich vielleicht das Debian in der VMBox hhier Testen.
      Leider ist Windoof immer noch das Haupt OS mit dem wir uns hier beschäftigen und das einzigste Linux derivat mit welchem wir uns im Unterricht auseinander setzen werden wird OpenSuse sein (das ist des Dozenten Liebling).

      Aber mal was ganz was anderes, was haltest du totschka von dem Projekt Limux in Ulm und München? O.k., das ganze basiert zwar auf Ubuntu, aber davon mal abgesehen, wie wird sich das in Zufunft entwickeln, sollte man in der Ausbildung / im Studium bald mehr gewicht auf Linux / Opensource legen?

      • Ich halte solche Projekte prinzipiell für begrüßenswert, weil sie eine Möglichkeit sind, sich nicht in die Abhängigkeit von Monopolen zu begeben. Die sind ja nicht zwangsläufig immer gut für die Gesellschaft. Meist geht es dabei nicht so sehr um Linux an sich, sondern eher um die Formate der verwendeten Dokumente. Je mehr Behörden und Organisationen diesen Schritt vollziehen, desto größer wird die Bedeutung des OpenDocument-Formats werden. Im übrigen habe ich privat schon immer OpenOffice.org/LibreOffice eingesetzt, auch damals unter Windows.

        Meiner Meinung nach solltest Du Linux immer im Auge behalten. Mir hat es Türen geöffnet (zwar nicht in beruflicher Hinsicht, da standen andere Gründe im Weg). Auch wenn sich die Verbreitung im Desktopbereich in Grenzen hält, ist es doch gerade aus der Serverwelt und embedded nicht mehr wegzudenken.

        Und die Sache mit der SUSE solltest Du nicht überbewerten. Ein echter Linuxer arbeitet auf der Konsole, da spielen Benutzeroberflächen eh keine Rolle 😉 Unter der Haube ist die SUSE genau so ein Linux wie alle anderen auch. Ich habe eben persönliche Vorlieben, die natürlich auch von jahrelangen Erfahrungen geprägt sind. Dann kommt noch hinzu, dass leider nicht jede Hardware für den Betrieb mit Linux geeignet ist. So kommt es eben, dass ich z.B. Ubuntu mit Unity als absolut geeignete Oberfläche auf meinem Netbook ansehe, es aber nicht betreiben kann, weil es zickt…

  7. Leider bin ich zu sehr an Windoof gewöhnt, denn zu anbeginn meiner IT-Interessen war klick und drop einfacher als sudo und get apt. Daher habe ich auch heute extreme probleme mich mit Konsole zurecht zufinden. In Win wird auch sehr selten auf Konsole zugegriffen im gegensatz zu DOS Zeiten. Generell würd ich gerne Umsteigen, aber bis her hatte ich im allgemeinen zu oft Probleme beim Installieren von bestimmten Programmen (wie gesagt one Klickinstallations verwöhnt). Dennoch hab ich mir vorgenommen vorallem im privaten Berreich um zu steigen und eventuell bei meiner nächsten Arbeitsstelle zu schauen, das dort auch vermehrt Opensource verwendet wird, wobei das wohl schwer wird, da der Arbeitsmarkt noch nicht bzw. nicht mehr so durch wachsen ist mit Opensource (denke auch noch an die Zeiten von Unix). Aber wie schon gesagt, tu ich mich noch schwer, da ich Grafisch und Mousetechnisch verwöhnt bin.

    Hoffen wir dennoch, das der Markt für Opensource sich öffnet und mehr Arbeitgeber (auch hinsichtlich der Kosten und Stabilität) umsteigen werden.

    • Hi Joe,
      das ist eigentlich ganz prima. Dir geht es nämlich genaus so wie den meisten Linux-Anwendern. Die haben alle ganz genau so wie Du angefangen. 😉
      Natürlich sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich, genau so wie die Menschen unterschiedlich sind. Ich konnte zum Beispiel auf Erfahrungen mit MS-DOS bauen. Dort hatte ich mich auch viel auf der Kommandozeile bewegt. Später kam für mich Windows 3.1 dazu, und ich gewöhnte mich schnell an die grafische Oberfläche.

      Lass Dich nicht vom Terminal abschrecken. Man kann viele Distributionen auch sehr gut ohne Terminal benutzen. In den einschlägigen Foren wird die Hilfe meist in Form von ziemlich kryptisch anmutenden Kommandos geleistet, was aber ganz logisch ist. Es ist einfacher, als eine Abfolge von Klicks zu beschreiben. Da auch unterschiedliche Oberflächen im Einsatz sind, müssen solche Besonderheiten dann nicht berücksichtigt werden.

      Programme lassen sich eigentlich ziemlich einfach installieren, sofern sie zum Umfang der installierten Distribution gehören. Es gibt grafische Anwendungen wie z.B. die Synaptic-Paketverwaltung oder das Softwarecenter bei Ubuntu. Testen, Probieren, machen…
      Meinereiner schaut bei Fragen auch gerne und oft ins Wiki von ubuntuusers.de. Das Teil ist eine hervorragende Informationsquelle, wenn man Debian und seine Abkömmlinge benutzt.

  8. Wo ich mich sehr oft schwer tue sind die oft kryptische Bezeichnungen der Ordner, wie dev usw..
    In Win verwendet man da dann doch mehr verständlichere Namen (mit ausnahmen natürlich).
    Und wenn man sich nicht Auskennt wo was wie entstanden ist ist es anfangs daher besonders schwer sich einzu finden.
    Nach demich jetzt mit PowerShell bekanntschaft gemacht habe und über Pash erfahren hab bin ich zuversichtlich auch ab und an mich mit Bash rum zu schlagen, da doch der eine oder andere Command ähnlich / gleich lautet.
    Ich denke das ich mich nicht mehr zu den Anfängern zählen darf was PC und verschiedene OS angeht, aber hab trotzdem noch viel zu lernen.

    Wie heist doch immer so schön:

    „Man wächst mit seinen Aufgaben“ ;D

    Danke für deine Aufmunterung an der Sache dranzubleiben und nicht aufzugeben. Durch meine Erfahrungen bin ich schon weiter, doch als blutiger Anfänger würd ich wahrscheinlich nie zu Linux wexhseln, weil mich doch die Problematik beim Installieren von nicht standard Programmen abschrecken würde. Jetzt sehe ich sowas eher als Herausforderung und zur not experimentiert man in einer VM und läd bie einem Miss geschick einfach wieder die letzte laufende Sicherung rein.

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