Pimp my Netbook: KDE

In Vorbereitung des Einbaus der SSD in mein Netbook las ich, dass es nicht empfehlenswert sei, das System von der herkömmlichen Festplatte mit dd auf SSD zu klonen. Daher entschloss ich mich zur Neuinstallation. Lubuntu 13.10 zickte, und den Selbstbau mit Debian Netinstall wollte ich mir nicht noch einmal antun, obwohl diese Variante ihren Charme hat. Ich schaute mir also die offizielle LXDE-Version von KANOTIX Dragonfire an, wurde aber auch nicht so recht warm damit, zumal ein dist-upgrade nicht problemlos duchlief und fortan für Ärger sorgte. Sowas ist schon recht ungewöhnlich, und der Meister empfahl mir schlicht KDE, da er es selbst auf einem Netbook mit gleichen Parametern und Architektur betreibt.

Also installierte ich KANOTIX mit KDE, genauer gesagt den aktuellen Trialshot von acritox. Sehr überraschend war die recht kurze Bootzeit von fünfzehn Sekunden zwischen Grub und Anmeldebildschirm. Nach der Anmeldung werden noch einmal knapp zehn Sekunden benötigt, bis der Desktop vollständig verfügbar ist. Aus dem Tiefschlaf dauert der gesamte Vorgang nur fünfzehn Sekunden. Damit bin ich zufrieden, obwohl der Meister nebenher bemerkte, dass die SSD bei einem Atom N270 genau nichts bringt. Mein LXDE-Eigenbau bootete in etwa fünfundvierzig Sekunden, jetzt schaffe ich beinahe die halbe Zeit mit KDE. Wenn das nichts ist…

Und wie fühlt sich nun das „fette“ KDE auf dem schwachbrüstigen Rechenknecht an? Überraschend flüssig, was sicher an der Kapazität des Arbeitsspeichers von zwei Gigabyte liegt. Den hatte ich ja schon vor einiger Zeit aufgerüstet.
Für eine optimale Darstellung auf dem kleinen Monitor habe ich das Paket plasma-netbook installiert.

kanotix-plasma-netbook

Die Bedienung ist intuitiv und erlaubt ein recht flüssiges Arbeiten auch bei Verwendung des Touchpads. Dazu sei angemerkt, dass ich das Netbook in dem Sinne verwende, der durch den Namen für diese Gerätekategorie vorgegeben wird.

Der Netbook-Formfaktor der Plasma-Oberfläche erlaubt die Einrichtung zusätzlicher Seiten, die die Funktion virtueller Arbeitsflächen übernehmen. Eine solche Seite habe ich an meine Bedürfnisse angepasst.

kanotix-plasma-netbook-seite1

Ein weiterer Vorteil von plasma-netbook ist die Anpassung der Anwendungsdarstellung an den kleinen Bildschirm. So verschwindet die Titelleiste der Anwendung völlig, bei Bedarf erscheint die Kontrollleiste, wenn ich mit der Maus an den oberen Bildschirmrand navigiere.

kanotix-plasma-netbook-ff

Die Installation belegt im Moment ziemlich genau vier Gigabyte Platz. Natürlich habe ich daran etwas gedreht, denn mit dem standardmäßig vorhandenen LibreOffice geht das natürlich nicht. Ich brauche auf dem Zwerg auch keine komplette Office-Suite, mir reichen da für den seltenen Fall Abiword und Gnumeric vollauf. Auch auf Gimp kann ich verzichten. Das spart dann Platz für andere Anwendungen.

Eigentlich funktioniert so schon alles ganz prima. Nur die Webcam lässt sich nicht deaktivieren, was ich aber schon ganz gern hätte. Also habe ich die Samsung-Tools von voRia installiert.

$ su
# printf 'deb http://ppa.launchpad.net/voria/ppa/ubuntu quantal mainndeb-src http://ppa.launchpad.net/voria/ppa/ubuntu quantal mainn' > /etc/apt/sources.list.d/voria-ppa.list'
# apt-get update
# apt-get install easy-slow-down-manager samsung-backlight samsung-tools

Jetzt funktionieren auch die wichtigsten Fn-Tasten. Nebenher habe ich festgestellt, dass die CPU-Temperatur je nach Anwendungsfall um fünf bis 8 Grad niedriger liegt als vor dem Einbau der SSD. Zur Akkulaufzeit kann ich noch keine Aussage machen.

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