Pimp my Netbook: SSD einbauen

Irgendwann kam ich auf den genialen Einfall, meinem Netbook ein Solid State Drive zu verpassen. Also hieß es erst einmal, die Suchmaschine meines geringsten Misstrauens anzuwerfen und Daten zu sammeln. Letztlich war ich auch nicht viel schlauer, was das konkrete Modell anging. Ich entschied mich für eine 128GB SanDisk Solid State Disk 2.5″ (6.4cm) SATA MLC asynchron (SDSSDP-128G-G25). Der Preis war mit knapp über siebzig Euro günstig zu nennen. Für den bisherigen und auch zukünftigen Gebrauch reicht mir diese Größe vollkommen aus.

Um an die Festplatte des N130 heranzukommen, muss man den Gehäuseboden entfernen. Das kann sich bei diversen Ecken, Kanten und Nasen als schwierig herausstellen, wenn man so etwas noch nicht gemacht hat. Zum Glück fand ich eine Videoanleitung, die das Öffnen eines N130 ausreichend gut beschreibt:

Ich konnte diese Anleitung recht gut nachvollziehen, allerdings hat bei mir der ganze Vorgang etwas länger gedauert, weil ich sehr vorsichtig an die Sache heranging. Ich befürchtete, dass möglicherweise Nasen und Ecken brechen könnten, was sich schließlich aber als unbegründet herausstellte. Das Gerät war dann auch bald geöffnet:

netbook-offen

Die Festplatte ist auch für einen Laien klar zu erkennen. Es ist das größte Bauteil und mit einem entsprechenden Einbaurahmen versehen.

hdd

Am Einbaurahmen ist oben rechts eine Schraube zu erkennen. Die musste ich lösen, um den Rahmen mit der Platte aus der Anschlussleiste schieben zu können. Ein beherzter Druck nach links, und schon hatte ich das Teil in der Hand. Die Platte selbst ist mit zwei Schrauben mit dem Rahmen verbunden. Die waren recht schnell gelöst und die neue Platte ebenso schnell im Rahmen montiert.

ssd-im-rahmen

Der Zusammenbau erfolgte in umgekehrter Reihenfolge und wieder unter Anleitung aus dem Video. Der spannende Moment kam nach dem Einschalten. Im BIOS wurde die Platte korrekt angezeigt, wie ich erleichtert feststellte.

Die Vorbereitung der SSD war ebenfalls unproblematisch. Ich war noch nicht sicher, welches System ich letztlich aufsetzen würde. Bei der Informationsbeschaffung im Vorfeld hatte ich gelesen, dass das Klonen des bestehenden Systems von HDD auf eine SSD nicht ratsam sei, wenn mann dazu dd verwenden will. Angeblich würden leere Bereiche der HDD auch bitgenau auf die SSD kopiert werden und auf dieser dann als belegt markiert. Ich habe da nicht weiter nachgegrast und mich für eine Neuinstallation entschieden. Da noch nicht klar war, ob ich mir wieder die Arbeit mit einer eigenen Zusammenstellung machen würde, lud ich mir einen Daily Build von Lubuntu 13.10 auf einen Stick und partitionierte erst mal die Platte:

  • /dev/sda1 – 10 GB für /
  • /dev/sda2 – 3 GB für Swap
  • /dev/sda3 – der Rest (ca. 105 GB) für /home

Da es in jedem Fall ein System mit Openbox/LXDE werde würde, sollte diese Partitionierung bei 2 GB RAM ausreichend sein.

Für die korrekte Funktion der SSD ist es wichtig, das Alignment zu kontrollieren. Alignment heißt umgangssprachlich „Ausrichtung“ und bedeutet im Idealfall, dass ein 4kB-Datenblock auch korrekt auf einer 4kB-SSD-Page liegt. Wer es genauer wissen will, kann das hier nachlesen.

Ich habe die Ausrichtung mit parted überprüft:

sudo parted /dev/sda align-check opt 1
sudo parted /dev/sda align-check opt 2
sudo parted /dev/sda align-check opt 3

Alle drei Partitionen sind korrekt ausgerichtet. Sehr gut! Ich wollte Lubuntu 13.10 eine Chance geben und installierte es. Voller Spannung wartete ich auf den ersten Bootvorgang des installierten Systems…

Naja. Der Prozessor ist ein Atom N270, eine ziemlich lahme Krücke. Der ist jetzt der Flaschenhals im System. Insofern sind da keine Wunderdinge zu erwarten. Immerhin hatte sich die Bootzeit bis zum Anmeldebildschirm halbiert und lag jetzt bei etwa zwanzig Sekunden.
Leider zeigte Lubuntu 13.10 ein paar Schwächen. Zum Beispiel ist das Powermanagement nicht aktiviert. Der entsprechende Eintrag im Autostart hat auch nicht funktioniert. Ich habe mich dann doch für KANOTIX Dragonfire entschieden, aber den letzten Trialshot von acritox installiert. Damit geht einfach alles auf Anhieb. Selbst der Bootvorgang ist noch einmal schneller und liegt jetzt bei rund zehn Sekunden von Grub bis zum Anmeldebildschirm.

Noch habe ich keinen Vergleichswert für die Akkulaufzeit. Ich erwarte durch den Einbau der SSD eine Verlängerung wegen des geringeren Bedarfs im Vergleich zu einer HardDisk. Der Geschwindigkeitstest liefert zufriedenstellende Werte, die den Herstellerangaben in etwa entsprechen. Bleibt mir eigentlich nur noch, das Netbook in den nächsten Tagen mal ordentlich ran zu nehmen, damit ich die Vorteile, die ich mir von dieser Umrüstung verspreche, auch selbst erleben kann.

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Ein Gedanke zu „Pimp my Netbook: SSD einbauen

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