Mission LPIC-2: Erfüllt!

Diesmal war ich sehr aufgeregt. Ich schlief schlecht in der vergangenen Nacht. Erst konnte ich ewig keine Ruhe finden, dann wurde ich ständig wach. Eine erholsame Nachtruhe sieht anders aus. Irgendwie war ich ständig auf der Suche nach meinem Selbstvertrauen.
Der Stress durch den Zeitmangel im Kurs und die beinahe ununterbrochene Beschäftigung mit der Materie sorgten schon dafür, dass ich nächtelang Bits und Bytes von einer Gehirnhälfte in die andere verschob und versteckte Fehler in Konfigurationsdateien suchte. Auch aus diesem Grunde dachte ich nicht mehr darüber nach, ob der von mir gewählte Prüfungstermin nicht doch sehr früh käme. Ich wollte endlich wieder einen normalen Tagesablauf haben.

Dennoch nahm ich mir Zeit für ein ordentliches Frühstück mit einer gehörigen Portion zuckerhaltigen Brotaufstrichs. Ich betrachte die selbstgemachte Marmelade als einen guten Treibstoff fürs Gehirn, zusätzlich legte ich noch eine Schippe in Form eines großen Stücks Bitterschokolade mit Chili nach. Meine Lieblingssorte, richtig schön fürs Gemüt.

Ich hatte auch genügend Zeit eingeplant und konnte ganz entspannt zum Prüfungsort fahren. Die Formalitäten vor Prüfungsbeginn waren schnell erledigt, und ohne weiteres Vorgeplänkel ging es los.
Mir war ziemlich schnell klar, dass ich mich soweit vorbereitet hatte, dass ich die Prüfung bestehe. Es gab ein paar Fragen, bei denen ich mir nicht ganz sicher war. Die einmal ausgewählten oder eingetragenen Antworten änderte ich jedoch nicht, denn während der zurückliegenden Prüfungen und der Vorbereitung habe ich gemerkt, dass die Regel „Der erste Gedanke ist immer der beste.“ eine Goldene ist.

Nach rund zwanzig Minuten war ich sicher, dass ich die Prüfung bestanden hatte und beendete sie, obwohl ich zu einer Frage keine Antwort wusste. Egal, auch noch so langes und intensives Nachdenken hätte an dem Ergebnis nichts ändern können.

680 Punkte.

Erleichterung.
Ich atmete hörbar aus.

Später überreichte mir der Admin das Prüfungszeugnis mit einer herzlichen Gratulation. Bei der Gelegenheit sagte ich ihm, dass es wohl ein ganz anständiges Ergebnis für einen Nicht-Informatiker sei. Er schaute ziemlich verdutzt und meinte, dass es das umso mehr angesichts einer ziemlich hohen Durchfallerquote sei. Ich vergaß vor Freude glatt, nach dieser Quote zu fragen. Es ist mir aber auch irgendwie nicht wichtig.

Mein persönliches Ziel, den Bereich oberhalb von 700 Punkten zu treffen, habe ich knapp verfehlt. Das schmälert meine Freude und auch meinen Stolz jedoch nicht im Geringsten. Im Gegenteil, nach dem Durcheinander im Verlauf des Kurses, dem Zeitmangel und der Tatsache, dass ich bei dieser Prüfung meine Trumpfkarte „Erfahrung“ – als Hobby-Linuxer richtete ich bisher eher keine Serverdienste auf einem Einzelplatzrechner ein – nicht so recht ausspielen konnte, bin ich mit mir und dem Prüfungsergebnis extrem zufrieden.

Auf dem LPIC-2-Zertifikat steht auch nirgends ein Prüfungsergebnis…

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6 Gedanken zu „Mission LPIC-2: Erfüllt!

    • Herzlichen Dank!

      Die Hoffnung stirbt zuletzt…
      Mir ist da letztens eine Zahl über den Weg gelaufen. Einer der Trainer meinte, es gäbe in Deutschland vielleicht 1.100 – 1.200 Leute, die LPIC-2 besitzen. Insofern ist das schon mal ein besonderes Merkmal. Angeblich sollen die Entscheider in der Branche den Wert dieser Zertifizierung sehr hoch einschätzen…
      Dazu habe ich bewiesen, dass ich immer noch in der Lage bin, mir Wissen anzueignen und das auch nachzuweisen.
      Ein Hemmnis für einen möglichen Job als Admin ist die fehlende Berufserfahrung und fehlendes IT-Studium. Ich sehe aber weitaus mehr Möglichkeiten, als nur den Job als Admin. Sobald das Zertifikat da ist, will ich es der VHS vorlegen und schauen, unter welchen Voraussetzungen da was geht. Das wäre nur ein Beispiel. Ich schau mal, dann werde ich sehen 😉

  1. Etwas verspätet zwar, aber auch von mir herzlichen Glückwunsch zur bestandenen LPIC-2! Deinen Annahmen zu den Hemmnissen um einen Job im IT-Umfeld zu bekommen möchte ich dezent widersprechen: ein IT-Studium ist nicht das „Killerkriterium“ in der Branche – es sei denn du willst Programmierer werden … Zertifikate der verschiedensten Art sind ein viel wichtigeres Kriterium – jedenfalls wenn ITler an der Personalsuche beteiligt sind und die Firma nicht 100%ig „MS-lastig“ ist.
    Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück und denke, dass deine Option über VHS usw. eine gute Wahl ist um im Umfeld ein Bein auf den Boden zu kriegen. Mit dem LPIC-2 hast du ja nicht nur Linux-Kenntnisse erworben bzw. nachgewiesen, sondern vielmehr den gesamten Netzwerkbereich „beschnuppert“ und das ist wichtig …

    • Danke!
      Meine Annahmen beruhen zum Teil auf Aussagen von Leuten, mit denen ich die letzten 4 Monate verbracht habe und die auch aus dem Fach kommen. Ich lasse mich natürlich nicht von solchen Formulierungen in Stellenanzeigen abschrecken und bewerbe mich trotzdem, auch ohne IT-Studium. Übrigens lag im Themenbereich „Netzwerk“ auch meine Stärke, dort habe ich bei den Prüfungen die wenigsten Federn gelassen 😉

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