Mission LPIC-2 läuft

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Mission LPIC-1 war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ein weiteres Engagement in diesem Bereich überhaupt noch Sinn macht. Es gab organisatorische Probleme beim Maßnahmeträger, die sich letztlich in versäumter Zeit durch Krankheit des Trainers und erfolgloser Trainersuche äußerten. Keine guten Vorzeichen für einen Kurs, der eh‘ schon zu spät begann und durch die Teilnehmerstruktur, deren „Vorlieben“ und Eigenheiten und die Durchsetzungsschwäche eines Trainers weiter behindert wurde. Es gab unglaubliche Zeitverluste, weil ein Einzelner seine Vorstellung durchboxte, dass alle Kursteilnehmer die gleiche Distribution für die Nutzung als Server für diverse Dienste installieren sollten. Um recht nahe am LPI-Standard zu sein, sollte es auch noch eine alte Fedora-14-Version sein…

Schon der Download gestaltete sich für einige Leute problematisch, da sie unbedingt die DVD-Variante luden, die bei einer Größe von rund 4,7 GB eben nicht durch ein Nadelöhr passt. Offenbar hat der Maßnahmeträger die Proxy-Einstellungen ein wenig restriktiv gewählt, denn bei einer Größe von 2 GB brachen die Downloads ab. Irgendwie klappte es dann aber doch, dass jeder ein Fedora-14-Iso sein Eigen nennen konnte, und nach insgesamt drei (in Worten: drei!) Tagen hatte zumindest ein Teil die Installation hinter sich gebracht. Und das wohlgemerkt vor dem Hintergrund, dass wir uns zu diesem Zeitpunkt schon drei Monate lang täglich intensiv mit Linux beschäftigten.

Ich habe diesen Zirkus nicht mit gemacht, weil sich mir der Sinn so einer Aktion partout nicht erschließen wollte, auch nicht nach längerem Nachdenken. So kam es, dass ich mehr oder weniger auf mich gestellt, aber mit tatkräftiger Unterstützung meines Banknachbarn, die verlorene Zeit aufzuholen versuchte. Unter anderem auch aus diesem Grund erschienen hier längere Zeit keine Berichte über den Fortgang der Maßnahme. Die Schwierigkeit lag diesmal darin begründet, dass die zu beherrschenden Themen beinahe komplett abseits dessen lagen, womit ich mich in den zurückliegenden Jahren befasst hatte. So hatte ich kein sehr gutes Gefühl, als ich mich für den heutigen Tag zur Prüfung 201 anmeldete. Aber noch weiter hinaus schieben wollte ich den Termin nicht, denn die Serverthemen für die 202 sind allesamt Neuland für mich und sollten daher meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit bekommen.

Ich erschien heute Morgen kurz vor Zehn also mit zwiespältigem Gefühl zur Prüfung. Einerseits war ich aufgeregt, was ja kein schlechtes Zeichen sein muss, andererseits aber nicht so sehr von mir selbst überzeugt, dass es mich etwas beruhigt hätte.

Nach den ersten drei, vier Fragen legte sich die Nervosität, etwa ab der Hälfte der Fragen war ich sicher, dass ich die Prüfung bestehen würde, wenn es in dieser Form weiter geht. Es ging. Nach etwas mehr als zwanzig Minuten hatte ich mich durch die sechzig Fragen hindurch gewühlt und verzichtete darauf, die Antworten noch einmal zu prüfen, bei denen ich nicht sicher war. Der erste Gedanke ist immer der beste, also beließ ich es dabei und beendete die Prüfung. Ich hatte mir vorgenommen, die Prüfung zu bestehen, wozu fünfhundert von achthundert Punkten nötig sind. Ab Siebenhundert beginnt meine persönliche Spaßzone, und in der habe ich eine saubere Landung hingelegt: siebenhundertvierzig Punkte.

Das Ergebnis gibt mir einen unheimlichen Auftrieb und ich bin ziemlich sicher, dass ich die Prüfung 202 auch noch bestehe und damit das Zertifikat LPIC-2 erlange. Ob das dann etwas nützt, wird sich zeigen.

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