Meine Woche im Rückblick

Montag, 29. April 2013
Neue Woche, neues Glück. Die morgendliche Testfragerunde ist heute kurz nach der Frühstückspause schon beendet. Da die Teilnehmerliste alphabetisch geordnet ist, stehe ich ganz unten und bekomme als letzter die Testfrage: „Sie wollen ein selbst kompiliertes Paket installieren, was aber mit einer Fehlermeldung verweigert wird. Was ist die wahrscheinlichste Ursache dafür?“ Normalerweise werden in der Prüfung bei so einer Frage noch diverse Antwortmöglichkeiten zur Auswahl gestellt, ich weiß es aber auch so: ich habe nicht die dazu erforderlichen Benutzerrechte. Hier hilft mir meine Erfahrung im jahrelangen Umgang mit Linux gerade im Terminal. Völlig korrekte Antwort.
Für den Rest des Tages klamüsern wir die Paketverwaltung rpm auseinander, und ich erlange durch die Kompetenz des Dozenten den letzten Durchblick. Erklären kann er was, das muss ich ihm lassen.
Noch eine Woche bis zur Prüfung LPI 101.

Dienstag, 30. April 2013
Heute beginnt der Test mal unten. Wegen des stets unpünktlichen Beginns der Veranstaltung fahre ich einen Zug später und komme fünf Minuten nach acht an meinem Arbeitsplatz an. Ich starte den Rechner, melde mich an, setze wie immer eine Kanne Kaffee auf und bin auch schon dran. „Mit welchem Kommando können Sie sich ausführliche Informationen zu einem rpm-Paket anzeigen lassen?“ Heute ist es einfacher, denn der Dozent gibt die Antwortmöglichkeiten mit an. Ich wähle richtig.
Der Test plätschert so dahin und wir beginnen irgendwann am Tag, über die Paketverwaltung dpkg und die Frontends apt, aptitude und dselect zu sprechen. Ich nutze die Gelegenheit und schaue mir dselect an, weil ich es noch nicht kenne. Aha. Die übrigen Sachen sind gewohnt, da ich seit einigen Jahren mit KANOTIX unterwegs bin und Pakete eher selten mit grafischen Gimmicks installiere und pflege, sondern meist das Terminal dafür nutze.

Abends wollten wir eigentlich mal in die Kneipe gegenüber einkehren, denn der Wirt begeht das hundertjährige Jubiläum des Gasthauses mit einem zünftigen Rockkonzert. Ich bin aber irgendwie zu müde.

Mittwoch, 1. Mai 2013
Den angedachten Frühschoppen blase ich ab, weil die Möglichkeit besteht, dass ich tagsüber noch als Taxi gebraucht werde. Nachmittags bin ich allein, denn meine Frau muss leider arbeiten. Ich nehme mich des Update-Problems meiner Windows-Maschine an und kläre es durch eine Neuinstallation mit erheblich mehr Plattenplatz.

Donnerstag, 2. Mai 2013
Wir sind mit dem Stoff für die LPI 101 soweit durch, der Dozent macht mehr oder weniger gezielte Prüfungsvorbereitung und beantwortet konkrete Fragen. Damit sind wir ziemlich genau zwei Wochen hinter dem Plan, und ich bin froh, dass ich die Prüfung LPI 101 auf den kommenden Montag schieben konnte. Wenn ich allerdings an die kommenden Themen und Prüfungen denke, wird mir mulmig. Wir haben zusätzlich zwei Wochen für die Linux-Grundlagen benötigt. Irgendwie wird diese Zeit am Schluss fehlen, und das ist mein Problem. Denn dann geht es ans Eingemachte, Netzwerk und Serverkram, wo ich noch überhaupt keine Erfahrung habe.

Freitag, 3. Mai 2013
Bausteinprüfung. Wir sind in Arbeitsgruppen aufgeteilt und bekommen die Aufgabenstellung für ein Shell-Skript. Der Dozent ist kein Programmierer, wie er betont, was wir auch an der Aufgabenstellung merken. Positiv ist, dass wir sehr viele Informationen aus dem System herausziehen müssen, die wir auch in den zurückliegenden Wochen besprochen haben.

Sonnabend, 4. Mai 2013
Der Plan, heute endlich mal im Garten mit der Arbeit zu beginnen, fällt buchstäblich ins Wasser. Ich nutze die Zeit zur Prüfungsvorbereitung, außerdem fordert Windows nach
diversen Updates wieder mal einen Neustart.
Nebenbei kläre ich das Problem, dass ich die Neuinstallation von Windows nicht aktivieren kann. Das System meldet nämlich, dass es eine Upgrade-Version sei, die als Neuinstallation nicht aktiviert werden könne.

Natürlich ist eine solche Praxis Unsinn hoch fünf. Die Voraussetzung für so ein Upgrade ist, dass ich im Besitz einer gültigen Lizenz einer früheren Windows-Version, also mindestens XP oder Vista, sein muss. Bin ich. Damit das Upgrade funktioniert, muss diese frühere Version auf dem Rechner installiert sein, denn der Rechner muss von diesem System gestartet werden, erst dann läuft das Upgrade. Ich stelle mir gerade vor, wie ein 64-bit-Upgrade auf einem 32-bit-System laufen soll…
Diverse Computerzeitschriften haben damals diese Praxis in der Luft zerrissen und entsprechende Workarounds veröffentlicht zum Thema „Wie installiere ich Windows 7 von der Upgrade-DVD neu und wie aktiviere ich es?“. Ich vollziehe einfach mal nach, was ich so finde. Leider funktioniert die Online-Aktivierung so immer noch nicht. Ich habe aber keine Lust mehr, noch weiter herum zu suchen und greife zum Telefon. Die telefonische Aktivierung ist nach kurzer Zeit abgeschlossen.

Sonntag, 5. Mai 2013
Ich werfe die Suse an und schaue ein letztes Mal nach den Optionen von rpm. Morgen ist Prüfung, da kann es angesichts der Gewichtung des Themas nicht schaden, die Kenntnis gerade der Optionen noch einmal zu festigen.

Das Wetter macht einen freundlichen Eindruck. Ich werde wohl nach dem Mittag einen längeren Spaziergang mit dem Hund machen und dabei den Kopf schön durchlüften. Ich habe Respekt vor der morgigen Prüfung, bin aber zuversichtlich.

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