Meine Woche im Rückblick

Montag, 22. April 2013
Nach einem nahezu computer- und linuxfreien Wochenende – ich half meinem Freund nur bei ein paar kleineren Nickligkeiten mit seinem XP – stürze ich mich wieder in die Arbeit. Das Thema ist interessant, es geht um den Bootprozess sowie die Bootloader GRUB-Legacy und GRUB2. Ausführlich sprechen wir über die Unterschiede zwischen diesen beiden Bootloadern, denn hier lauern ein paar Fallstricke in der LPI-Prüfung. Es kommt nämlich auf genaues Lesen der Aufgabenstellungen an. Oft finde ich die Bezeichnung „GRUB“ für GRUB2, da dieser mittlerweile der Standard in den meisten Distributionen ist. Meinen wir dagegen den Vorgänger, also den „alten“ Grub, dann sagen wir „GRUB-Legacy“. Wenn LPI nach GRUB fragt, wollen sie den alten Legacy wissen. Da heißt es aufpassen.

Dienstag, 23. April 2013
Es geht weiter mit den Bootloadern, und das Thema ist sehr wichtig. Es gibt im Kurs ein paar Leute, die wenig Erfahrung mit Linux haben, da ist mit Nachfragen unbedingt zu rechnen, was ich an dieser Stelle aber auch befürworte. Fragen kostet nichts, und die Beseitigung von Unklarheiten hilft allen Beteiligten. So vergeht der Tag recht schnell, nicht zuletzt auch deshalb, da ich mir nebenher noch die Paketverwaltung rpm erschließe. In den Tests, denen ich mich unterziehe, beantworte ich alle Fragen zu rpm falsch, was daran liegt, dass sehr genau nach den Optionen gefragt wird und ich eben diese Optionen nicht kenne und ein Herleiten möglicher richtiger Antworten bei rpm nicht funktionieren will.

Die Bahn fährt nun schon die fünfte Woche relativ pünktlich, lediglich der Regionalexpress handelt sich morgens die eine oder andere Minute Verspätung ein, weil die Neigetechnik selten funktioniert und der Zug auf der kurvenreichen Strecke nicht so schnell fahren kann. Wenn sie in Betrieb ist, die Neigetechnik, dann ist die Fahrt ein Genuss.

Mittwoch, 24. April 2013
Ich werde wohl langsam alt. Auf halbem Weg zum Bahnhof stelle ich fest, dass ich meine Brille zu Hause vergessen habe. Ohne das Nasenfahrrad geht es nicht, es zu holen, kostet mich so viel Zeit, dass ich den Zug verpassen würde. Klassisches Dilemma.
Den ganzen Tag ohne Brille auf den Monitor starren will ich mir nicht zumuten, also kehre ich um, hole die Brille und setze mich ins Auto. So komme ich pünktlich mit Brille zum Unterricht. Auf den zusätzlichen Kosten für die Fahrt bleibe ich sitzen, ich verbuche die als Lehrgeld.
Wir schauen uns die verschiedenen ext-Dateisysteme und swap an und wie man sie anlegt. Dazu habe ich mir für die Debian-Maschine eine zusätzliche Platte angelegt, lege eine Partiton mit fdisk darauf an und formatiere sie mal mit diesem Dateisystem, mal mit jenem. Mal hier einhängen, dann wieder aushängen, anschließend mit anderen Optionen woanders einhängen, Dateisystem von ext2 auf ext3 upgraden mit tune2fs, Swap-Partition aus- und wieder einschalten… das volle Programm, natürlich alles auf der Konsole. Meine Erfahrung hilft mir, alles geht reibungslos und flott.

Zu Hause bringt mir das virtuelle Windows die Flötentöne bei und führt den Update-Wahnsinn ungeachtet meiner Interventionen zu Ende. Als dann endlich Ruhe ist, merke ich, dass der Platz in der 40GB-Home-Partition durch die virtuellen Maschinen eng wird. Das liegt an den Standardeinstellungen, die /home/user verwenden. Da ich aber über eine schier unerschöpfliche Datenpartition verfüge, klone ich einfach die Platten von Windows und openSUSE dorthin, lösche die Maschinen und lege sie neu mit den geklonten Platten an. Nach wenigen Minuten ist alles erledigt und ich habe keine Platzsorgen mehr.

Donnerstag, 25. April 2013
Der neu strukturierte Start in den Tag lässt mich entspannt und vollständig ausgerüstet den Zug erreichen, der auch absolut pünktlich abfährt und wegen nicht verfügbarer Neigetechnik drei Minuten später als geplant ankommt.
Bis zum Mittag wird über die bevorstehende Prüfung LPI 101 geredet und in einer Art Erwärmung bekommt jeder eine Frage gestellt, deren Antwort auch noch begründet werden soll. Keine schlechte Idee, doch irgendwie geht sehr viel Zeit dafür drauf. Ich fürchte, dass wegen des ständigen Redens über die LPI-Prüfung nicht genügend Zeit für den eigentlichen Stoff da ist, der zu einem erfolgreichen Bestehen dieser Prüfung notwendigerweise beherrscht werden sollte.
Nach dem Mittag sind dann Plattenzugriffsbeschränkungen mittels quotas Gegenstand unseres Tuns. Interessante Sache, wenn man verhindern will, dass ein Benutzer die gesamte Platte füllt, diese aber auch noch anderen Benutzern Platz bieten soll.

Das bisherige Unterrichtsgeschehen analysierend komme ich zu der Erkenntnis, dass die vertrödelte Zeit irgendwann wieder kompensiert werden muss und das ausgerechnet dann passieren wird, wenn es zu den Themenbereichen Netzwerke und Server geht, wo mir zur Zeit so ziemlich jede Kennung fehlt. Mein Nachbar nickt zustimmend und ich beglückwünsche mich zu dem Entschluss, meinen Rechner aufgerüstet zu haben. Der versetzt mich in die Lage, die Aufgaben zu Hause nach zu bauen.
Jetzt warte ich um so ungeduldiger auf den am Mittwoch bestellten Arbeitsspeicher. Ich gönne dem Rechner zwei Riegel mit zusammen 8 GB DDR3. Aktuell sind 4 GB DDR2 verbaut, und die werden auch komplett warm, wenn ich die vorhandenen virtuellen Maschinen starte. Es werden aber für die Netzwerkelei noch weitere Maschinen dazu kommen, und dafür sind 8 Gigabyte gerade genug. Mein Motherboard hat Dual-Channel-Speichertechnologie und beherrscht damit neben DDR2 auch DDR3, nur nicht gleichzeitig. Mit dem neuen Speicher ist die Kiste dann erst einmal ziemlich aktuell und die wichtigen Bauteile neu oder neuwertig. Damit sehe ich den nächsten Jahren erst einmal gelassen entgegen. Zumindest rechentechnisch.
Derweil tröste ich mich mit der Zuversicht, mittlerweile schon ganz ordentlich auf die Prüfung LPI-101 vorbereitet zu sein.

Freitag, 26. April 2013
Erwartungsgemäß brauchen wir wieder bis kurz vor die Mittagspause, um jedem Teilnehmer eine Frage zum Zwecke der Wiederholung zu stellen. Die Beantwortung selbst einfachster Aufgaben zieht sich teilweise bis zu zwanzig Minuten hin, und meine Laune wird immer mieser. Als dann nach einer ausgedehnten Mittagspause erneut der wenige Stoff vom Vortag durchgekaut wird, klinke ich mich aus dem Geschehen aus und kümmere mich um rpm, denn immerhin ist der Fragenkomplex zu den Paketverwaltungen höher gewichtet als der zu den Platten-Quotas, das heißt, für jede falsche Antwort sind dort mehr Punkte zu verlieren, und es werden mehr Fragen zu rpm gestellt, als zu den Quotas.

Sonnabend, 27. April 2013
So eine Sendungsverfolgung ist eine feine Sache, denn ich kann sehen, dass sich der bestellte Speicher im Zustellfahrzeug befindet. Die Wartezeit verkürze ich mir durch die Installation von openSUSE 12.2 in der VirtualBox. Natürlich gibt es bereits die Version 12.3, aber unser Dozent ist der Meinung, dass in 12.3 ein paar Sachen nicht mehr drin sind, die wir aber noch benötigen. Und weil ich die Aufgaben hier zu Hause nachbauen will, nehme ich die Zwölf-Zwo. Außerdem habe ich ja die aktuelle Version mit XFCE bereits in einer anderen Maschine laufen. Und da wir demnächst mehrere virtuelle Maschinen miteinander vernetzen werden, kann ich gar nicht genug davon haben.

Der Speicher ist angekommen und eingebaut. Die Kiste verschluckt sich erst mal beim Hochfahren und rödelt aus Verlegenheit auf dem CD/DVD-Laufwerk herum. Dann hat sie die Überraschung verwunden und den größeren Speicher akzeptiert. Ich suche derweil noch nach einer Möglichkeit, im BIOS den Shared Memory auszuschalten, finde sie aber nicht.

Ich kläre einen Denkfehler auf und installiere die Gasterweiterungen für Windows 7 in der VirtualBox. Der Fehler liegt darin, dass ich das Erweiterungspaket für die VirtualBox als Gasterweiterung ansehe und mich wundere, dass ich keinen Dateiaustausch zwischen Host und Gast über den gemeinsamen Ordner zustande bekomme. Nachdem der Irrtum aufgeklärt ist, klappt nun beinahe alles vorzüglich.

Sonntag, 28. April 2013
Heute ist Sonntag, und ich freue mich einfach nur darüber.

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4 Gedanken zu „Meine Woche im Rückblick

  1. Nun, da ich auch mal auf einer völlig anderen Plattform unterwegs sein kann, stelle ich mit Bestürzung fest, dass in meinen Artikeln seltsame Einblendungen erfolgen:

    Bildschirmfoto vom 2013-04-23 21:37:41

    Ich habe nachgeforscht und herausgefunden, dass die Werbung von WordPress bereitgestellt wird. Es gibt ein Upgrade, natürlich für Geld, dass diese Werbung ausblendet.
    Da mir selbiges in meinem gewohnten Umfeld Linux noch nicht passiert ist, bitte ich darum, mir nachzusehen, dass ich nichts dagegen tun werde.
    Auch mit deaktiviertem AdBlock Plus ist in meinem Iceweasel keine Werbung zu sehen.

  2. Phöh, Nasenfahrrad – so iss dess mit’m Alter: First jo forget names, second your forget faces, third you forget to zip up, forth you forget to zip down! *g*

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