Meine Woche im Rückblick

Montag, 15. April 2013
Die Woche beginnt, und es geht weiter mit Textfiltern und den dazugehörigen Dateioperationen. Wir sprechen endlich über grep und sed. Ich tröste mich zwischendurch mit der Ergründung von tar, was überhaupt nicht zum Thema, jedoch ausgezeichnet zur bevorstehenden Prüfung passt. Dabei merke ich, dass der Zauber der zahlreichen Optionen bei tar gar keiner ist, sondern ein recht einfach zu durchschauendes System. Und ich registriere, dass bzip2 zwar erheblich länger für das Komprimieren einer Textdatei benötigt als gzip, das Ergebnis jedoch nur etwa die Hälfte des Platzbedarfs gegenüber der mit gzip komprimierten Datei ausmacht. Die unkomprimierte Textdatei ist 319 MB groß, das .tar.gz-Archiv erreicht eine Größe von 2,1 MB, das .tar.bz2-Archiv kommt auf noch 1,1 MB.

Nebenbei werte ich mit meinem Banknachbarn meine Erfahrungen mit Windows 7 in der VirtualBox aus. Da er hardwaretechnisch bewanderter ist als ich, rät er mir, für kommende Virtualisierungsaufgaben einen preiswerten Mehrkern-Prozessor einzubauen, denn dem aktuellen Teil mangele es eindeutig an der nötigen Leistungsfähigkeit, um Windows 7 in einer höheren Auflösung als nur 800×600 in annehmbarer Geschwindigkeit zu betreiben. Ich zeige ihm das Board, welches sich seit kurzem in meinem Rechner befindet, folge seinem Rat und ordere einen neuen Rechenknecht. Dabei staune ich über mich selbst, weil mir plötzlich der Gedanke an Aufrüstung nicht mehr abwegig scheint.

Dienstag, 16. April 2013
Schleppend arbeiten wir uns zum Thema des Tages vor: Shellscripting. Ich lerne, wie Funktionen definiert werden. Die kenne ich so bisher nicht in der Shell, allenfalls erinnern sie mich an vier Wochen Grundlagenkurs in C-Programmierung. Da ich ein paar selbst verfasste Skripte in meinem /home-Verzeichnis hege, sind test, if, else und case nicht wirklich interessant, zumal das eigentlich Stoff für die LPI-102 ist. An die etwas unorthodoxe Herangehensweise des Dozenten gewöhne ich mich langsam.

Mittwoch, 17. April 2013
Ein Problem, welches mich bedrückt, kann ich heute lösen. Die Empfehlung unseres Dozenten, den Termin der Prüfung LPI 101 zu verschieben, kann ich umsetzen und melde für die Prüfung am 6. Mai an. Ich bin erleichtert. Auch darüber, dass es vorwärts geht: nach der abschließenden Betrachtung zum Shellscripting kommen wir zum Kernel und seinen Modulen. Ich lade und entlade fleißig Module, was zwar kein Mensch mehr mit insmod und rmmod macht, aber wenn es prüfungsrelevant ist, dann bitte. Die Zeit vergeht förmlich wie im Flug.

Während der Fahrt nach Hause lese ich eine fantastische Kurzgeschichte aus „Willkommen auf Aurora“ von Heidrun Jänchen. Ich bin so gefesselt, dass ich im letzten Moment gerade noch bemerke, wie der Zug in meinen Heimatbahnhof einfährt.

Donnerstag, 18. April 2013
Heute macht es richtig Spaß, wir erarbeiten uns zum Kernel gehörende Dateien und Verzeichnisse, Ressourcen für Hardwarekomponenten, dmesg und die Log-Dateien und fangen an, den Systemstart zu begreifen. Dabei streifen wir kurz Grub-Legacy und Grub2. Sehr interessant und ausbaufähig.

Mein am Montag georderter Rechenknecht wird heute geliefert. Bestellt und mit einem Fuffi bezahlt ist ein AMD Athlon II X3 450, und so steht es auch auf Verpackung und Lieferschein. Der Einbau ist ein Kinderspiel, da ich die Prozedur nach dem schon beschriebenen Boardwechsel bereits kenne. Das BIOS bietet eine Unlock-Funktion an, die ich schon aus reiner Neugier aktiviere. Es klappt, wie ich insgeheim hoffe: aus dem eingebauten Athlon II X3 wird durch die Unlock-Funktion ein Phenom II X4 B50. Bis jetzt läuft das Gerät tadellos.
Damit läuft auch Windows 7 sehr flott mit hoher Auflösung in der VirtualBox, und ich bin sehr zufrieden. Sicher gibt es schnellere und bessere CPUs, aber mit schmalem Geldbeutel ist es ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Und da ich bisher an einen mit maximal 2.200 MHz getakteten Einkerner gewöhnt bin, haut mich die Leistung des Vierkerns mit dreipunktzwo Gigahertz beinahe um. Plötzlich laufen Videos in HD mit 1080p im Vollbild ruckelfrei…

Freitag, 19. April 2013
Erste Bausteinprüfung. Sie ist angelehnt an die Originalfragen der LPI-Prüfung. Aus der Hüfte schieße ich im ersten Durchlauf sechsundneunzigkommanochwas Prozent. Allerdings kann ich die Prüfung so lange wiederholen, bis es passt oder die Zeit abgelaufen ist. Nach dem zweiten Durchlauf bin ich bei über neunundneunzig Prozent und höre auf. Irgendwie witzlos, und der erste Durchlauf spricht ja für sich. Oder für mich, je nach Standpunkt.

Einträge für
Sonnabend, 20. April 2013
und
Sonntag, 21. April 2013
wird es nicht geben, denn ich bin werde unterwegs sein und verspüre keinen Drang zu einer Live-Reportage.

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