Kein Windows-Bashing

Vorhin stolperte ich in einem Artikel über eine schier unglaubliche Zahl: Dreiunddreißig Gigabyte Festplattenplatz waren auf einem neuen Laptop schon von Windows 8 belegt! Ich interessiere mich ja auch für das Thema UEFI/SecureBoot, weil es mich in der Zukunft wohl betreffen wird, denn im Allgemeinen wird die geplante Obsoleszenz jeden treffen, also auch mich und das Board, welches in meinem Rechner verbaut ist. Leider hatte ich bei meinem Test einer Entwicklerversion von Windows 8 versäumt, nach der Größe der Installation zu schauen. Die Prozedur indes dauerte ziemlich lange, was schon darauf schließen lässt, dass Windows 8 ein ziemlicher Brocken sein muss.

Nicht erschrecken, es ist nichts passiert! Ich wollte aus reiner Neugier nur mal schauen, wie dieses Windows 8 aussieht und wie es sich anfühlt, und darum spendierte ich ihm eine virtuelle Maschine. Die Geschmäcker sind verschieden, und darüber lässt sich vortrefflich streiten.

win8_inst_1

Doch darum soll es hier nicht gehen, also zurück zum Festplattenplatz.

Die Mindestanforderungen sprechen von einem nötigen freien Platz von zwanzig Gigabyte für das 64bit-Standardsystem. Das ist allerhand, wenn ich bedenke, was ich dafür bekäme.

Nicht alles, was hinkt, ist auch ein Vergleich. Ich habe hier aber einen:

Mein Arch Linux belegt aktuell knapp fünf Gigabyte der Systempartition. Mit diesem System kann ich

  • relativ sicher im Internet surfen und E-Mails empfangen, bearbeiten und senden
  • chatten und videotelefonieren
  • Musik hören, Musikdateien bearbeiten und in alle gängigen Formate umwandeln
  • Texte und Tabellen erstellen, bearbeiten und bei Bedarf in MS-Format umwandeln oder aus diesem importieren (komplettes Office-Paket)
  • Bilder und Fotografien scannen, bearbeiten und in alle gängigen Formate umwandeln
  • Filme ansehen, DVD rippen
  • das System verwalten und pflegen
  • kleine Aufgaben mit den Helferlein aus dem Zubehör erledigen

Es gibt Distributionen, bei denen man das alles sofort nach der Installation, die gewöhnlich nur wenige Minuten dauert, komfortabel tun kann. Hier bei meinem Arch Linux hat es etwas länger gedauert, was aber in der Natur von Arch Linux liegt.

Ich erinnere mich, dass ich nach der Installation von Windows XP damals nicht sehr viel tun konnte. Ein sicherheitstechnisch bedenklicher Browser und etwas Zubehör waren die Zugaben. Windows 7 habe ich nie installiert, und bei Windows 8 (Beta-Entwicklerversion) ging auch nicht mehr als damals beim nackten XP.

Diese kurze Gegenüberstellung soll der Überschrift entsprechend kein Bashing sein. Ich habe nur einen aus meiner Sicht eher nebensächlichen Vorteil einer GNU/Linux-Installation  hervorgehoben. Und psst… ganz im Vertrauen, es geht natürlich auch anders, wenn ich KDE nutze und zusätzlich eine virtuelle Maschine installiere. Dann lande ich bei knapp zehn Gigabyte…

Die wirklich nennenswerten Vorteile wie Paketverwaltung, freies Betriebssystem, System- und Anwendungsinstallation ohne Neustart-Orgien oder die relative Sicherheit beim Surfen im Netz sind schon wieder Stoff für einen anderen Artikel. Ebenso wie die Klickorgie, die mich begleitete, als ich mich vom Windows8-Desktop bis zum Ausschaltknopf hervor wühlte… 😀

* * *

An dieser Stelle möchte ich klar stellen, dass sich meine Ablehnung des Betriebssystems aus Redmond ausschließlich auf selbiges bezieht. Niemand muss befürchten, von mir scheel angesehen zu werden, weil dieses System seinen Rechner antreibt. Jeder nutzt das System, was am besten zu ihm passt.

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6 Gedanken zu „Kein Windows-Bashing

  1. Ich hab‘ (leider) von Computern im allgemeinen und von Linux im besonderen nur ganz begrenzt Ahnung. Dass es trotzdem mit Linux (Ubuntu, Lubuntu) ohne weiteres geht – wenn man die Finger bei sich läßt und zu große Neugierde unterdrückt – weiß ich seit 4 unfallfreien Linux-Jahre als Anwender. Mich hat damals schon die mangelnde Sicherheit von Windows gestört, auch die von Dir beschriebenen „Klick- und Neustartorgien“ ging mir auf den Keks!

    Wenn’s Linux noch nicht gäb, man müsst’s sofort erfinden!

    • Ich meine ja auch, das die Probleme erst losgehen, wenn man immer
      mehr Fremdquellen einbindet. Es geht ja so komfortabel in *buntu,
      die ganzen PPA’s einzubinden. Und beim nächsten Update gehen dann
      die Probleme los… 😉
      „wenn man die Finger bei sich lässt“ – der wohl beste Rat für eine
      lange Freundschaft mit *buntu.

  2. Was den Platzverbrauch von Windows, in meinem Fall Win 7, angeht, kann ich Totschkas Beobachtungen bestätigen. Ich habe von meinem Arbeitgeber einen Laptop mit vorinstalliertem Windows 7 erhalten und entsprechend so geändert, dass es eine Daten-Partition gibt und eine für Kubuntu. Mit dem arbeite ich in 95 % der Fälle. Die Tätigkeit bestehen aus allem Möglichen, von normaler Office-Tätigkeit bis hin zu Bild- und Videobearbeitung … mein Kubuntu liegt da bei ca. 8 GB für Betriebssystem und einen sehr umfangreichen Satz von Anwendungen.
    Win 7 mit LibreOffice, Avira, Adobe Premiere Elements 10 und Firefox verbraucht etwas über 70 GB; das ist dann schon ein beträchtlicher Unterschied. Ein Mehrwert oder Gegenwert ist nicht zu erkennen.

      • Naja, weißt Du… *hüstel* … ob nun 11 oder 8 … 😉
        Wir wissen, dass KDE nicht gerade klein ist, dafür bringt es ja auch jede Menge Zubehör und Funktionalität mit. Wenn man dann noch die Liste seiner Lieblingsanwendungen dazu nimmt, kommt schon was zusammen. Allerdings hast Du dann mit 11 GB auch ein komplettes System mit toller Oberfläche und allen Deinen Anwendungen.

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