Frickeln am System

Wer der glatten Installationsroutinen von Ubuntu oder KANOTIX oder openSUSE oder anderer auf Benutzerfreundlichkeit getrimmter Linux-Distributionen überdrüssig geworden ist, kann wie ich Arch Linux testen und seinem Spieltrieb ungehemmt frönen. Zumindest hier stimmt dieses immer mal wieder hochgejazzte Vorurteil, Linux sei ein Frickelsystem. Ich mache gerade den zweiten Versuch, nachdem ich schon einmal recht gut vorankam.

Aktueller Stand:

  • Grundsystem installiert
  • X-Server läuft
  • LXDE als Desktop Environment installiert
  • aus den Lautsprechern erschallt der gewünschte Sound
  • Netzwerkverbindung wird derzeit noch von Hand hergestellt (dhcpcd eth0)

Für LXDE habe ich mich entschieden, weil ich sehr gute Erfahrungen mit dieser Umgebung gemacht habe und die Konfiguration schon recht gut beherrsche.

Zum Glück habe ich mein Netbook, auf dem ich mir die Installationsanleitung für Einsteiger anzeigen lassen konnte. So habe ich mich Schritt für Schritt vorgearbeitet, bis ich endlich den Firefox auf dem großen Bildschirm hatte. Noch ist viel zu tun, zum Beispiel ist die Schrift hier im Browser noch gar grausig anzuschauen…

Meiner Meinung nach ist die Installation und Konfiguration eines Arch-Systems die richtige Beschäftigung für jemanden, der diese Frickelei mit den Augen eines Gamers betrachtet. Für mich ist Linux das beste Spiel, das es für einen Computer gibt, deshalb tue ich mir das an. Wer das scheut, sollte bei den eingangs genannten Dsitributionen mit den glatten Installationsroutinen bleiben. Deren großer Vorteil ist, dass diese Installationen tatsächlich glatt ablaufen und der Anwender nach nur wenigen Minuten ein fertig benutzbares System mit einem mehr oder weniger großen Repertoire an Standardanwendungen besitzt.

Update 06.11.2012:

Die Netzwerkverbindung wird jetzt automatisch beim Rechnerstart hergestellt. Ich hatte nicht an systemd gedacht. Die Aktivierung des NetworkManager-Dienstes hatte ich schlicht übersehen.

systemctl enable NetworkManager.service

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4 Gedanken zu „Frickeln am System

  1. Si, señor!

    Bin nach Installation von wine prompt auf die nächste Baustelle gestoßen: es gibt in wine momentan keinen Sound…

    Langsam bekomme ich eine Ahnung, wieviel Arbeit eine Distribution macht, die nach einer Installation fix und fertig dasteht. Wenn es wieder besser geht, werde ich die 80 US$ irgendeinem freien Projekt spenden, ich schwanke da noch zwischen LibreOffice und Lubuntu…

  2. „Wer der glatten Installationsroutinen von Ubuntu oder KANOTIX oder openSUSE oder anderer auf Benutzerfreundlichkeit getrimmter Linux-Distributionen überdrüssig geworden ist …“
    oder wer nicht auf ein System angewiesen ist, mit dem er unmittelbar nach der Installation arbeiten muss … 😉

    Nein, im Ernst: nichts ist besser um in die Hintergründe eines Systems einzusteigen als eine solche Herausforderung wie ArchLinux. Allerdings muss man eben tatsächlich die Zeit und Muße dazu haben.
    Wozu setzt du Wine ein? Welche Software für die es keinen Linux-Pendant gibt ist bei dir im Einsatz? Nur mal so …

    Karsten

  3. Hallo Karsten,
    für Wine habe ich tatsächlich nur zwei Anwendungen: ELSTER-Formular und das Flatcast-Plugin. Zumindest für das letztere habe ich tatsächlich kein Pendant gefunden. Beim ersteren habe ich tatsächlich noch nicht gesucht, ob es eine Linux-Alternative für meine Steuererklärung gibt.

    Es ist natürlich der unbestrittene Vorteil einer „fertigen“ Installation, dass man nach wenigen Minuten einen sofort einsatzbereiten Rechner mit umfangreichen Anwendungen zur Verfügung hat. Bei KANOTIX z.B. dauert so eine Installation um die 5 Minuten auf meiner ollen Kiste.

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