Systemwechsel auf dem Netbook

Ab und an schaue ich über den Tellerrand und probiere auch mal andere Distributionen aus. Als ich unlängst auf eine sehr interessante Internetpräsenz stieß, war es mal wieder soweit. Ich lud die 64bit-Version von Lubuntu 12.04, „brannte“ sie auf einen USB-Stick und startete den Rechner.

Ich war angenehm überrascht, denn schon der Bootvorgang vom USB-Stick erschien mir recht zügig, obwohl ich keine Stoppuhr dabei hatte. Alle Anwendungen wurden sehr flott geöffnet, und so stand schnell der Entschluss fest, diese Version zum Ausprobieren auf die Platte zu installieren.

Nach handgestoppten 35 Sekunden hatte ich die gebrauchsfertige Oberfläche zur Verfügung. Mit KDE dauert der ganze Vorgang rund eine Minute länger, allerdings werden auch mehr Anwendungen beim Sitzungsstart geöffnet. Trotzdem fühlt sich alles irgendwie schneller und flüssiger an. So kam ich auf die Idee, Lubuntu auf dem Netbook zu testen. Hier brauche ich die 32bit-Architektur.

Auch auf dem Netbook lief Lubuntu erwartungsgemäß flott. Zu meiner Überraschung funktionierte die Helligkeitseinstellung mit Fn- und Pfeiltaste sofort. Selbst der obligatorische Test mit dem Surfstick (12d1:1436 Huawei Technologies) klappte auf Anhieb, und über WLAN blieb die Netzwerkverbindung über Stunden stabil.

Die Entscheidung war gefallen. Ich wollte Lubuntu auf dem Netbook haben. Die Installation verlief problemlos und ist auch hinreichend im Netz dokumentiert, so dass ich mir die genaue Beschreibung hier spare.

2012-10-14-lubuntu-3

Das Aussehen habe ich ein wenig angepasst.

  • Thema „sandy“ im Openbox Konfiguration Manager
  • Docky links angeordnet, wird bei Nichtgebrauch verborgen
  • Symbolthema Humanity (Einstellungen -> Erscheinungsbild anpassen)
  • Temperaturmonitor im Panel (Panel-Einstellungen -> Panel-Erweiterungen)
  • eigenes Hintergrundbild
  • Panel wird bei Nichtbenutzung auf eine Größe von 2 Pixeln minimiert

Zum Vergleich: Lubuntu ist nach handgestoppten 47 Sekunden arbeitsbereit, bei KDE (Formfaktor Netbook) dauerte der Vorgang glatt doppelt solange.

Mit diesen Einstellungen kann ich die begrenzte Größe des Bildschirms von 1024×600 Pixeln optimal ausnutzen. Die schlanke Oberfläche ermöglicht ein flottes Arbeiten trotz des begrenzten Leistungsvermögens des Netbooks, und der Energiesparfaktor ist deutlich zu merken. Mit den vorgegebenen Einstellungen läuft das Netbook im Batteriebetrieb eine gefühlte Ewigkeit länger. Genaue Zeiten habe ich nicht ermittelt, das Kapazitätsende lag jedoch knapp über 4 Stunden. Mit KDE hatte ich 4 Stunden nie erreicht.

Fazit: Lubuntu ist schlank und schnell – genau richtig für den Rechenzwerg.

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2 Gedanken zu „Systemwechsel auf dem Netbook

  1. Obwohl völlig ahnungslos (wie Du weißt) kann ich Dir sehr gut folgen: Lubuntu 64-bit auf dem Lenovo V560 und 32-bit auf ’nem 10 Jahre alten Rechner, auf dem ich nur Banking mache und sonst nix.
    Lubuntu 12.04 eine Empfehlung für jeden, der sich mit Linux ‚mal einlassen will.

  2. „Lubuntu 12.04 eine Empfehlung für jeden, der sich mit Linux ‘mal einlassen will.“

    Das sehe ich nahezu auch so. Einschränkungen gibt es für Ein-/Umsteiger aber beim Autostart, hier ist es nicht so einfach und intuitiv, eine neue Anwendung in den Autostart zu übernehmen. Mir macht es nichts aus, schnell mit
    sudo vi /etc/xdg/autostart/neue_anwendung.desktop
    einen systemweiten Eintrag zu erstellen, der die entsprechende Anwendung bei der Anmeldung startet. Der minimal erforderliche Eintrag ist keine Hexerei, wenn man den Aufruf der Anwendung kennt. Für Redshift z.B. lautet der Eintrag
    [Desktop Entry]
    Type=Application
    Exec=gtk-redshift -l 52.5:13.4 -t 6300:5000

    Nach der Neuanmeldung wird redshift automatisch gestartet.

    Sicher kann sich ein Ein-/Umsteiger auch darin einlesen – das Ubuntuusers-Wiki ist eine ausgezeichnete Informationsquelle – aber anfangs hat er sicher andere Dinge im Kopf, als Textdateien zur Systemsteuerung zu editieren. (Vermutlich hält sich auch deshalb das Vorurteil, dass Linux nur Frickelei an irgendwelchen Textdateien sei…)
    Ein-/Umsteiger mit älterer und/oder schwächerer Rechentechnik sollten unbedingt Lubuntu testen, alternativ Xubuntu. Meine Empfehlung ist dabei immer, ausgiebig im Live-Betrieb zu probieren, bevor man sich an eine Installation wagt.

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