Ankunft in Suwon

Sonntag, 12. August 2012

Die Nacht ist kurz und trotz eines bequemen Sitzes recht unruhig. Vielleicht ist es ja die Aufregung, obwohl ich mir einrede, alles im Griff zu haben und dass ich ein alter Hase in Sachen Flugreisen nach Asien sei.

Das Frühstück ist in Ordnung, der Kaffee ausgezeichnet, weil ich merke, dass er mich so richtig in Schwung bringt. Kurz nach dem Frühstück legt der Käpt’n eine butterweiche Landung auf Incheon International Airport hin. Ich finde mich sofort wieder zurecht, obwohl es schon einige Zeit zurück liegt, dass ich hier gelandet bin. Neu sind die Fingerabdruck-Scanner am Einreiseschalter. Wie ich später noch erfahren werde, gibt es sie erst seit etwa zwei Monaten. Der Beamte ist freundlich und erachtet mich als würdig, in sein Land einreisen zu dürfen.

Der Zollbeamte ist angesichts der ihm vorgelegten Dokumente erst einmal verunsichert. Nach ein paar Minuten beschließt er, sich nicht mehr unablässig am Kopf zu kratzen, sondern doch Hilfe zu holen. Sein Kollege erklärt ihm geduldig, wie er mit den Papieren zu verfahren hat. Nun klappt alles wie am Schnürchen, und auf eine ausgiebige Kontrolle der mitgeführten Gegenstände hat wohl niemand rechte Lust. Ich passiere den Zoll und habe sofort damit zu tun, die ebenso geschäftstüchtigen wie aufdringlichen Taxifahrer abzuwimmeln, die bei jedem ausländisch anmutenden Passagier unablässig ihre Dienste anbieten. Ich habe jedoch anderes im Sinn und lehne dankend ab.

Dank einer guten Vorbereitung finde ich recht schnell den richtigen Schalter und miete mir ein Mobile. Ältere Mobiltelefone machen schon einmal Schwierigkeiten in koreanischen Netzen, deshalb ist es besser, sich in so einem Fall für den guten Preis von rund einem Euro pro Tag ein Mobiltelefon zu mieten. Die Gesprächsgebühren sind etwas günstiger, als wenn man das Roaming seines deutschen Netzbetreibers nutzt.

Als nächstes suche ich die Haltestelle, von der der Bus direkt bis zum Hotel nach Suwon fährt. Das Ticket kostet zwölftausend Won, das sind keine zehn Euro. Für die Strecke benötigt der Bus etwa neunzig Minuten, somit ist der Bus eine sehr günstige Wahl. Später bestätigt mein Freund Danny diese Ansicht und meint, dass eine Taxifahrt auf der gleichen Strecke etwa zehnmal teurer ist.

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Das Hotel ist adrett und sauber, und ich werde mit der gewohnt umwerfenden Freundlichkeit empfangen. Nach einer ersten Begutachtung des im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen riesigen Zimmers melde ich mich bei dem Kollegen an, der hier vor Ort seine Arbeit macht und den ich mit den angeforderten Ergebnissen versorgen soll. Wir verabreden uns für den Abend, was mir die Gelegenheit gibt, mich zu erfrischen.
Später schleppt er mich in eines dieser Restaurants, die ich schon von früher kenne – die mit den Tischen, in deren Mitte ein Gasbrenner verbaut ist. Es gibt ein Gemisch aus Kraut, Sojasprossen und Hähnchenfleisch. Am Salatbuffet finden wir weitere Zutaten, darunter auch das unverzichtbare Kimchi. Der Kellner rührt das Essen in der Pfanne durch, bis er meint, es sei nun fertig. Es schmeckt ausgezeichnet. Der ultimative Tipp zur Aufwertung des Ganzen lautet hier, nicht die ganze Portion zu verdrücken, sondern ein wenig davon übrig zu lassen und eine Schale Reis zu bestellen. Der Reis wird dann in die Pfanne gegeben, das Feuerchen darunter neu entfacht und das Ganze unter emsigem Rühren schön angebraten. Einfach lecker!
Anschließend besuchen wir noch eine Bierbar. Es ist ziemlich laut dort, aber so ein Bier schmeckt auch bei Techno-Sound. Der Abend klingt bei einem kalten Cass – einem einheimischen Bier – aus, und ich merke, wie sich bleierne Müdigkeit breitmacht.

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