Korea reloaded

Völlig unerwartet darf ich wieder einmal nach Asien reisen. Ich freue mich darauf, meinen „alten“ Bekannten Danny nach vier Jahren wieder zu sehen, denn der Zufall verschlägt mich noch einmal nach Korea. Ob ich jemals noch einmal dort hin komme, weiß ich nicht, deshalb genieße ich jede Minute dieser Reise intensiv.


Der Auftraggeber hat die Reisekostenplanung akzeptiert, und so geht es von Leipzig los. Ich halte nichts davon, vor so einem Flug noch ewig lange auf der Autobahn stur vor sich hin zu heizen, sofern es an einem Samstag vormittag überhaupt möglich ist, von zügigem Fortkommen zu sprechen. Mir reicht es schon, dass ich vom Hermsdorfer Kreuz nur nach Leipzig fahren muss, denn die Strecke besteht wegen der Ausbesserung des verbauten minderwertigen Betons nur noch aus Baustellen. Die Staus bringen mich aber nicht aus der Fassung, denn ich habe sie eingeplant und bin rechtzeitig losgefahren.
Der nette Kollege an der Mietwagenrückgabe nimmt mir sehr freundlich den Wagen ab und gibt mir noch Tipps, wie ich mit dem umfangreichen Gepäck auf schnellstem Wege zum Check-In gelange.

Der Flughafen Halle-Leipzig macht auf den ersten Blick einen sauberen und aufgeräumten Eindruck. Ich finde mich sofort zurecht, was sicher auch an der überschaubaren Größe liegen mag. Dank der von meinem Autraggeber bezahlten Business Class geht der Check-In sehr zügig, da ich überhaupt nicht warten muss. Ich bin mein sperriges Gepäck los und kann mich nun ganz dem Airport und seinen Annehmlichkeiten widmen.
Hier und da fallen mir ein paar schmutzige Ecken auf, vor dem Tresen eines kleinen Bistros hat jemand süßen Kaffee verschüttet, der Fußboden klebt fürchterlich.
Ich verziehe mich in die Business Lounge, hier ist es sehr sauber und richtig gemütlich. Ich genehmige mir ein Bier und probiere gleich das kostenlose WLAN aus. Ohne Probleme bekomme ich eine Internetverbindung, kostenlos und ohne Zeitbeschränkung. So vergeht die halbe Stunde bis zum Boarding wie im Flug. Selbiger verläuft bis Frankfurt ohne Zwischenfälle, es wird Kaffee und ein vorzüglicher Kalter Hund serviert und zum ersten Mal werde ich in einem Flugzeug mit meinem Namen angesprochen.

Der Flughafen Frankfurt empfängt mich gewohnt kühl und unpersönlich, selbst das Personal schaut eine Spur strenger als in Leipzig. Auch nach zwei Jahren Abwesenheit kann ich keine Verbesserung in puncto Sauberkeit feststellen. Also gehe ich zügig zur Lounge am betreffenden Gate. Es gibt Bier vom Fass, was ich mir aber selber zapfen muss. Wer einmal versucht hat, als Nicht-Gastwirt sich ein Bier selbst zu zapfen, wird mir zustimmen, dass das ein zeitraubendes Unterfangen werden kann und meist in einem Glas voller Schaum endet. Die angebotenen Snacks sind lecker und entschädigen mich etwas.
Immerhin gibt es auch hier kostenloses WLAN. Allerdings muss man sich dafür mit einer Mobilfunknummer registrieren und bekommt dann eine PIN per SMS geschickt, die zusammen mit der Mobilfunknummer zur Nutzung des kostenlsosen WLAN berechtigt. Soweit, so gut. Der Wermutstropfen im süßen Kelch der Glückseligkeit eines netzaffinen Menschen ist die begrenzte Nutzungsdauer von gerademal dreißig Minuten.
Ich kann und muss es immer wieder sagen, als Deutscher schäme ich ich für diesen Flughafen, ist er doch für Reisende aus aller Welt die erste Visitenkarte unseres Landes. Der erste Eindruck bekommt niemals eine zweite Chance.

Ich sitze bald darauf im Flugzeug und bekomme ein mulmges Gefühl. Mehrere Techniker inspizieren aufgeregt einen Schrank unmittelbar vor mir.
Offenbar gibt es in diesem Schrank einen Geruch, der da nicht hinein gehört. Der Vorhang wird geschlossen, um die Passagiere nicht zu beunruhigen; es beginnt ein emsiges Schrauben, Klappern und Diskutieren. Nach wenigen Minuten scheint die Ursache gefunden, der Vorhang wird wieder geöffnet und die Techniker verlassen die Maschine. Bald darauf geht es los und ich freue mich schon auf das Essen.

Die Vorspeise besteht aus anisgebeiztem Lachs mit Kartoffel-Gurken-Salat sowie Tandoorihuhn mit Couscous. Als Hauptgang wähle ich den Zander, zum Nachtisch die Käsevariationen, die perfekt auf den roten Franzosen abgestimmt sind. Jetzt habe ich das Abendessen hinter mir und nippe zufrieden am Rotwein, währen diese Zeilen in die Tastatur perlen. Inzwischen ist es tiefe Nacht, und wir sind irgendwo weit hinter Moskau…

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Ein Gedanke zu „Korea reloaded

  1. Zieh‘ uns hier nich so die Zähne lang!

    Gute Hin- und Rückreise und dazwischen Spaß und Erfolg! Und bring‘ ein paar Rezepte mit (Frank zieht da ja nich so, der behält seine mongolischen Rezepte lieber für sich 😦 )

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