Trennung, kurz und schmerzlos

Das Kapitel Precise Pangolin auf meinem Netbook war schneller beendet, als ich erwartet hatte. Ich will versuchen, ebenso kurz zu schildern, weshalb es nach nur wenigen Tagen so schnell vorbei war.
Im Akkubetrieb gab es bei Abmeldung vom System und anschließender Anmeldung unerwartete Ergebnisse. Ich sah jedes mal einen anderen Hintergrund des Anmeldebildschirms. Die Zeit bis zur Bereitstellung einer benutzbaren Oberfläche variierte stark, lag aber immer im Bereich ab dreißig Sekunden aufwärts.

Verschiedene Anwendungen legten nicht reproduzierbar das Netbook komplett lahm, sodass nur noch ein hartes Ausschalten mit dem Schalter half. Das hatte ich so bei keiner Festplatteninstallation erlebt, weder bei Easypeasy, noch bei KANOTIX.

Während der Arbeit mit dem Terminal – ich installierte ein Paket mit apt – pfuschte die Aktualisierungsverwaltung dazwischen, was einerseits ziemlich ominös ist, andererseits jede Menge Handarbeit erforderte, um die kompromittierte Paketverwaltung wieder klar zu bekommen.

Die Installation von Paketen mit dem Software-Center erfolgte immer quälend langsam und oft fehlerhaft. Hier zog ich es vor, mit dem Terminal zu arbeiten, um mein Nervenkostüm nicht zu strapazieren.

Die Zeit vom Einschalten des Netbooks bis zur Bereitstellung einer benutzbaren Oberfläche war mit durchschnittlich 1:30 min sehr lang. Anwendungen wurden in der Regel mit einer Verzögerung von mindestens zwanzig Sekunden gestartet.

Ich bin ja bereit, die Aktivierung fremder Paketquellen als Ursache für dieses Versagen zu akzeptieren, aber:
Bei der Installation hatte ich das Häkchen in die Checkbox für zusätzliche Quellen gesetzt. Als Beispiel wurde dort unter anderem die Möglichkeit des Abspielens von mp3-Dateien genannt.
Das voria-PPA machte bisher nie Probleme. Deshalb schließe ich zumindest voria-PPA als Fehlerquelle aus.

Fazit: Precise Pangolin hätte ich gerne auf dem Netbook gehabt, vor allem, weil es eine Langzeitversion mit Support für die nächsten fünf Jahre ist. Aber im Live-Betrieb hat das Schuppentier Erwartungen geweckt, die es als Installation um Längen verfehlte.

* * *

kanotix_plasma_netbook

Glücklicherweise stieß ich gestern auf den Hinweis, dass es einen neuen Dragonfire-Trialshot von acritox gibt. Ich überlegte keine Sekunde, besorgte mir das ISO und „brannte“ es auf einen USB-Stick. Damit formatierte ich alle Partitionen des Netbooks und installierte KANOTIX Dragonfire. Acritox‘ Trialshot basiert auf Debian Wheezy und bringt KDE 4.8.1 mit, die Version 4.8.3 kommt gerade ins Backport-Repo und wird wohl beim nächsten dist-upgrade verfügbar sein.

Mit plasma-netbook habe ich eine Oberfläche, die auf den kleinen Bildschirm sehr gut passt und deren Bedienbarkeit mir sehr zusagt.

Es ist eine Testversion, das sagt der Name Trialshot schon, aber diese Testversion läuft bereits jetzt stabiler und weitaus flüssiger als Precise Pangolin

Update:
20.05.2012 – Seit 11 Uhr habe ich KDE 4.8.3, es kam normal beim dist-upgrade mit. Völlig problemlos.

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