Im Test: openSUSE 12.1 – Installation

Wie bereits angekündigt, wollte ich die beiden Oberflächen Unity und GNOME 3 miteinander vergleichen. Natürlich mache ich das aus reiner Neugier und dem Antrieb, auch mal über den Tellerrand zu schauen. Schließlich will ich ja mitreden können, und außerdem kann man allerorten gar schreckliche Dinge über diese beiden Monster lesen.

Angestachelt durch einen Artikel in „freiesMagazin 02/2012“ tat ich den ersten Schritt und installierte die aktuelle openSUSE, die jetzt 12.1 heißt.
Wie immer beginnt so eine Aktion mit der Datensicherung und dem Download des ISO-Files. Nachdem ich es auf einen USB-Stick brachte, startete ich den Rechner neu.

Im Livebetrieb fühlte sich die openSUSE recht flüssig an. Flugs noch ein paar Sachen ausprobiert, dann begann ich die Installation auf der Festplatte.

In meinem Rechner ist eine zweite Festplatte verbaut, die ich für den Test verschiedener Distributionen reserviert habe. Da diese Platte groß genug ist, ließ ich einen etwa 500 GB großen Bereich gänzlich unformatiert. Mein Gedanke war, dort eine erweiterte Partition zu erstellen, damit ich weitere primäre Partitionen darin anlegen kann, falls es nötig sein sollte. Für die Installation von openSUSE 12.1 sollte sich das nun als Glücksgriff erweisen, wie man hier sieht:

install2

Der Installer hatte den freien Bereich erkannt und eine optimale Partitonierung vorgeschlagen, was sofort eine positive Bewertung von mir bekam. Im bereits oben erwähnten Artikel las ich, dass das Dateisystem btrfs angeboten wird. Dieses erfordert eine separate /boot-Partition, was mir aber auch prompt angeboten wurde:

install3

Anschließend wird der Benutzer konfiguriert. Standardmäßig wird hier vorgeschlagen, dass das Benutzerpasswort für die Systemadministration benutzt wird. Mir gefällt diese Lösung, wie sie auch bei Ubuntu praktiziert wird, nicht so sehr, da sie meiner Meinung nach ein wichtiges Sicherheitsmerkmal von Linux aushebelt. Ich bevorzuge hier eine strikte Trennung zwischen Benutzer und Administrator.

install5

Selbstverständlich habe ich die betreffende Checkbox deaktiviert und das Häkchen entfernt. Im folgenden Dialog wird man dann aufgefordert, das nun nötige Root-Passwort einzugeben, nicht ohne die eindringliche Warnung, sich unbedingt zu merken, was man da tippt.
Der nächste Schritt war die Auswahl des Installationsziels des Bootloaders. Da KANOTIX mein „Leit-Linux“ ist, habe ich dessen Bootloader in den MBR der ersten Platte /dev/sda geschrieben. Daran wollte ich auch nichts ändern, also musste der openSUSE-Loader in die /boot-Partition /dev/sdb5 wandern. In der folgenden Zusammenfassung kann man das sehr schön sehen. Die dabei auftauchende Warnung habe ich mal ganz tapfer ignoriert und auf das Beste gehofft.

install7

Der nun folgende Installationsprozess lief recht zügig durch, die gesamte Arbeit vom Start des Installers bis zur Meldung, dass der Rechner nun neu gestartet werden müsse, war nach etwa einer Viertelstunde erledigt.

install9

Der Neustart sah erst mal das gewohnte KANOTIX, denn ich musste ja erst dessen Bootloader auf die nun vorhandene openSUSE trimmen. Das passiert dank GRUB 2 ganz einfach im Terminal mit
su
update-grub

und einem anschließenden reboot.
Nun fand ich auch openSUSE im Auswahlmenü des Bootloaders. Wie erwartet startete die frische Installation, allerdings musste ich mich noch ein wenig gedulden. Automatische Konfiguration und Hardwareerkennung mussten noch abgeschlossen werden.
Doch dann war es soweit. Es läuft flüssig, ich komme im ersten Moment mit der etwas ungewohnten Oberfläche zurecht.
Kritisch anzumerken ist, dass die Beschriftung unter den Symbolen sehr klein ist und zerfressen aussieht. Auch ist die Spracheinstellung nicht konsequent durchgezogen. Einzelne Menüpunkte sind immer noch in Englisch. Das trübt das ansonsten gute Bild ein wenig.

Immerhin ist es mir gelungen, Skype zu installieren, was angesichts dieser Anleitung aber auch kein Problem ist. Es funktioniert, allerdings gibt es manchmal Probleme mit der Audiowiedergabe. Sie setzt aus, wenn ich an den Einstellungen Änderungen vornehme. Ein Neustart von Skype behebt zwar das Problem, ist aber wenig elegant. Mal schauen, ob es dafür eine Lösung gibt.

Die Installation des Druckers gestaltete sich unerwartet holprig. Während der Konfiguration nach dem ersten Neustart wurde zwar ein Meldung über die Druckerinstallation angezeigt, der Vorgang blieb aber ergebnislos. Die Installation über CUPS scheiterte zuerst. YaST erinnerte mich daran, dass HPLIP nicht installiert war. Danach klappte die Installation mittels CUPS, wenngleich hier trotzdem noch Handarbeit vonnöten war, weil der Netzwerkdrucker nicht erkannt wurde. Die Verbindung socket://192.168.0.118:9100 musste ich von Hand angeben, dann klappte alles und die Testseite wurde gedruckt.
Hier muss ich anmerken, dass ich von anderen Distributionen ein unkompliziertes Handling gewohnt bin.

Jetzt ist die openSUSE mit GNOME 3 installiert, und ich mache mich daran, die Besonderheiten dieser Oberfläche zu ergründen.

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7 Gedanken zu „Im Test: openSUSE 12.1 – Installation

  1. Mich würde interessieren ob du in OpenSuse eine wahre alternative sehen würdest? Da man ja immer wieder von Fehlern und Problemen hört, die das System für einzelne Bereiche eher unbenutzbar abstempeln.

    • Es ist wohl noch etwas früh, hier ein Urteil abzugeben, weil ich bisher noch nicht ernsthaft mit openSUSE beschäftigt war. Ganz zu Beginn meiner „Linux-Karriere“ hatte ich es schon einmal probiert, es endete im Fiasko. Aber in der Zwischenzeit hat ja Linux allgemein einen großen Sprung gemacht, ganz gleich, welche Distribution man betrachtet.

      Es gibt ein umfangreiches Angebot an Anwendungen, die Installation ist für meine Verhältnisse als vollkommen unkompliziert anzusehen, bisher habe ich keine gravierenden Probleme festgestellt. Ein paar Ungereimtheiten würde ich dem noch recht frischen GNOME 3 ankreiden.
      Bis jetzt hat openSUSE einen insgesamt positiven Eindruck hinterlassen, weshalb ich sie weiterempfehlen kann, allerdings nicht für absolute Linux-Neulinge.
      Aber ganz ehrlich, so lange es KANOTIX gibt, schlägt mein Herz dafür! 😉

  2. Wolltest du einen Artikel über das Betriebssystem im Einsatz verfassen, oder willst du die Installationsroutinen vergleichen? Die Überschrift sagt nämlich das Eine, der Artikel das Andere. Dass ich innerhalb einer Installationsroutine bei einer Sprachauswahl die Sprache auswähle, und dass beim Kopieren von Daten Daten kopiert werden, ist doch so neu nun auch wieder nicht? Wenn du an dich selbst den Anspruch selbst, die Dinge auf den Punkt zu bringen, dann tu‘ das doch bitte auch. Du kannst ja gerne einen Artikel über eine Installationsroutine schreiben (auch wenn dies überall mehr oder minder gleich ist), aber dann kündige dies auch korrekt in der Überschrift an. Wie hast du denn nun getestet? Welche Anwendungen, Programme, Benchmarks hast du aufgerufen? Welche Testszenarien durchlaufen? Stresstests, Belastungstest etc. Was ist im Vergleich zu anderen Distributionen anders? Das sind Beispiele für Fragestellungen bei einem Test.

  3. Erster und zweiter Absatz implizieren, dass das hier nur ein erster Schritt ist hin zu einem Vergleich der beiden erwähnten Oberflächen ist. In diesem Vergleich geht es um die Bedienbarkeit, also rein subjektive Kriterien, darauf bezog ich mich in einem früheren Blogeintrag.
    Die Überschrift meint mitnichten, dass da schon ein wie auch immer gearteter Test beendet sei…

  4. Pingback: Im Test: openSUSE 12.1 – Gnome-Shell | Totschka – Auf den Punkt

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