Meine ersten Schritte mit Arch Linux

Es soll ja Leute geben, denen reicht es nicht, einfach nur den Rechenknecht anzuschalten und damit zu arbeiten, also das zu machen, was man gewöhnlich so macht: im Netz surfen, E-Mails schreiben, mit Freunden chatten und so weiter. Nein, die wollen dazu noch unter die Motorhaube schauen und herausfinden, was da wie werkelt.
So war es bisher auch mein Hobby, nebenher verschiedene Distributionen auszuprobieren. Aber nun genügt mir das nicht mehr so recht. Also habe ich mir mal eine etwas anspruchsvollere Aufgabe gesucht und versuche mich an Arch Linux.

Damit ich meinen begrenzten Festplattenplatz nicht weiter schmälere, baute ich mir kürzlich eine zweite Festplatte ein. Die Dinger sind recht preiswert, und der Einbau einer SATA-Platte macht keine Probleme, wenn das Mainboard es zulässt.

Bei der Partitionierung habe ich mal richtig in die Vollen greifen können:
Disk /dev/sdb: 1000.2 GB, 1000204886016 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 121601 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disk identifier: 0x0007e11a

/dev/sdb1 ext4 Linux 400 GB (frei)
/dev/sdb2 Extended
/dev/sdb5 swap Linux swap 3 GB
/dev/sdb6 ext2 Linux 64 MB (/boot)
/dev/sdb7 ext4 Linux 20 GB (/)
/dev/sdb8 ext4 Linux 20 GB (/usr/local)
/dev/sdb9 ext4 Linux 400 GB (/home)
/dev/sdb10 ext4 Linux 88 GB (frei)

Diese auf den ersten Blick etwas seltsame Partitionierung hat beim zweiten Hinsehen den Vorteil, dass bei einer eventuell erforderlichen Neuinstallation des Systems die Benutzereinstellungen und die nachträglich installierten Anwendungen erhalten bleiben.

Für den geübten Anwender ist die Installation des Grundsystems an sich keine Hürde. Es gilt wie immer der Erste Lehrsatz der Elektronischen Datenverarbeitung: „Wer regelmäßig seine Daten sichert, kann ruhig schlafen!“. So gerüstet machte ich mich ans Werk und installierte fröhlich. Natürlich sieht man nicht viel, denn der Spaß spielt sich erst einmal ausschließlich auf der Konsole ab. Allerdings ist das Arch Linux Wiki eine sehr gute Hilfe und Anleitung, denn ich bin mit diesem System wieder blutiger Anfänger.

Heute nun habe ich mich dazu durchgerungen, den X-Server für die grafische Benutzeroberfläche zu installieren. Das klappte auch ganz gut. Die Entscheidung, den freien Nouveau-Treiber für meine nVidia-Grafikkarte zu installieren, klappte auch, sollte sich aber später als offenbar unzweckmäßige Entscheidung herausstellen.
Noch ein paar Anpassungen hier – mittlerweile klappt die Arbeit mit dem Editor nano auf der Kommandozeile schon ganz gut – und ein paar Einstellungen da, dann lief der X-Server.

„Wenn schon – denn schon!“, dachte ich mir und installierte GNOME 3, von dem ich bisher allerhand Verrisse las, aber nur wenige gute Kritiken. So was schaue ich mir lieber gerne selbst an, ähnlich Unity bei Ubuntu, was dann in meiner Einschätzung ganz gut wegkommt. Ich hoffe von GNOME 3 dasselbe, und falls ich enttäuscht werde, kann ich mich immer noch für eine andere Oberfläche entscheiden.

Nun wollte ich aber auch ein erstes Ergebnis sehen und pfiff auf die Installation des Soundservers, obwohl man das vorher machen sollte. Ich startete also GNOME 3 und sah nach wenigen Sekunden die Oberfläche, allerdings mit einem kleinen Makel: eine Meldung bescheinigte dem Grafiktreiber, dass er nicht die für GNOME 3 und seine Gimmicks erforderliche Funktionalität besäße und deshalb in den Fallback-Modus übergehe…
Ich werde mich wohl doch für den proprietären nVidia-Treiber entscheiden, denn ich will mir ja die neue Oberfläche ordentlich zu Gemüte führen.
Und doch, es war einfach schön, diese Oberfläche zu sehen:

gnome3_shot

Die nächsten Schritte sind nun also die Installation des nVidia-Treibers, die Anpassung der /etc/X11/xorg.conf, die Installation der deutschen Sprachpakete für GNOME, die Installation des Soundservers und so weiter, und so weiter…
Langweilig ist dieses Hobby jedenfalls nicht!

Advertisements

Ein Gedanke zu „Meine ersten Schritte mit Arch Linux

  1. Pingback: Frickeln am System | Totschka – Auf den Punkt

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.