Wie es weiter ging

Die gleiche Situation, die zum Abbruch der Zelte in Singapore führte, verhinderte eine Zeit lang, dass ich – unserer Absprache vor dem Auslandseinsatz folgend – wieder in der heimischen Firma anfangen konnte zu arbeiten. Wie so viele Unternehmen war auch das unsrige von der Kurzarbeit betroffen, was eine Neueinstellung wegen fehlender Argumente nicht gerade möglich erscheinen liess.
Hier sei kurz angemerkt, dass ich ja einen Vertrag mit einer singapurischen Firma abgeschlossen hatte, die nun nicht mehr existent war.

Natürlich meldete ich mich sofort bei der Agentur, dem Typen an der Anmeldung sprang seine Arroganz mir gegenüber förmlich aus dem Gesicht. Ohne Kenntnis der Sachlage blaffte er gleich etwas von „Na, sind Sie auch schon da?“…
Ich konnte mich aber beherrschen, und die Anmeldeformalitäten erledigten sich dann doch recht zügig und ohne weitere Animositäten. Mir sollte es recht sein.
Zum Glück waren alle Befürchtungen, sofort zum AlG II durchgereicht zu werden, unbegründet. Für viele mag es ein Unglück sein, arbeitslos zu werden, für mich erwies sich die Tatsache, dass ich im Jahr 2007 schon einmal Leistungen bezogen hatte, als wahrer Glücksumstand. So hatte ich nämlich noch einen Restanspruch aus dieser damaligen Leistung, der nun Hartz IV verhinderte.

In den nun folgenden fast acht Wochen ließ die Agentur nichts von sich hören. Absolute Funkstille. Seltsam, beinahe schon beunruhigend.
Nach diesen acht Wochen fragte ich bei der Beraterin mal nach der Möglichkeit nach, an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen teilzunehmen. Mir schwebte da was in der Richtung Systemadministration vor. Ich bin eben Optimist. Natürlich erhielt ich umgehend Antwort: Mit einer Einstellungszusage des zukünftigen Arbeitgebers geht das im Prinzip, aaaber…
Und außerdem wäre es jetzt ein guter Zeitpunkt, die Eigenbemühungen laut „Eingliederungsvereinbarung“ vorzulegen…

Irgendwie hatten die Agenten aber versäumt, mir diese Vereinbarung vorzulegen und mein Autogramm abzufordern. War aber auch egal, denn schon am darauffolgenden Montag – wir schrieben bereits Mitte Mai – erhielt ich den erlösenden Anruf meines Chefs.
So gehe ich erst einmal wieder einer geregelten Arbeit nach.

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