Wieder „Tourist“…

Mittwoch, 03. März 2010

In der vergangenen Woche schrieb ich ja schon, dass ich meinen Employment Pass zurückgeben müsse. Gestern nun habe ich dem Ministry of Manpower einen Besuch abgestattet. Ich befürchtete längere Wartezeiten und entschied mich daher, um die Mittagszeit dort einzutreffen. Ich vertraute darauf, dass der gewöhnliche Singaporer um diese Zeit das macht, was alle Menschen machen: Mittagessen!
Auf der Homepage des MOM hatte ich bereits vorher recherchiert und herausgefunden, dass es dort keine Mittagspause gibt. Die armen Mitarbeiter…

Ich fuhr also nach Chinatown. Der kürzeste Weg führt über den Ausgang D der MRT-Station quer durch das Peoples Park Centre. Dort kommt man im Erdgeschoss an einem Foodcourt vorbei. Ich kam nicht vorbei, sondern musste anhalten, weil ich hungrig wurde. Also spendierte ich mir eine Portion Roasted Chicken Rice, dazu einen frischen Wassermelonensaft.
So gestärkt querte ich noch zwei Straßen und stand mitten im Arbeitsministerium.

Ich reihte mich in die überschaubare Warteschlange ein und konnte nach knapp zehn Minuten mein Anliegen vortragen. Von der netten Dame erhielt ich einen Beleg mit einer Nummer und die höfliche Aufforderung, mich in den zweiten Stock in die entsprechende Wartezone zu begeben. Dort angekommen, registrierte ich vier geöffnete Schalter und keine Wartenden. Nach zwei Minuten war ich auch schon dran. Der Verwaltungsakt bestand aus der Entgegennahme der Kündigungsbestätigung meiner Firma, dem Einzug meiner Arbeitserlaubnis und dem Ausdrucken der Bestätigung über das Erlöschen besagter Erlaubnis. Zusätzlich erhielt ich noch ein Visum bis zum ersten April, welches ich bei der Ausreise vorlegen muss.
Der gesamte Vorgang dauerte fünf Minuten, begleitet von einer kleinen Plauderei mit der netten jungen Dame am Schalter.

Auf dem Rückweg querte ich wieder Peoples Park Centre und entschloss mich, endlich einmal einen richtigen Frisiersalon aufzusuchen. Es war wirklich höchste Zeit, und bisher kannte ich nur diese Schnellschnittkabinen in den Einkaufszentren.

Ich fragte also nach Waschen und Schneiden. Der junge Mann bejahte freudig und bat mich, Platz zu nehmen. Irritiert fragte ich erneut nach einer Haarwäsche. Er erklärte mir, dass er erst schneiden und danach waschen wolle. Das macht ja auch Sinn, allerdings kenne ich diese Reihenfolge bisher so nicht.

Das Schneiden ging recht zügig voran, danach folgte die Wäsche. Der Maestro kam mit einer Flasche Shampoo und einer Flasche Wasser. Mit gemischten Gefühlen beobachtete ich, was er da anstellte. Er wusch mir den Kopf, dann ging diese Haarwäsche unvermittelt in eine halbstündige Massage von Kopfhaut, Schläfen, Nacken, Schultern, Oberarmen und Rücken über…

Herrlich! Ein Genuss!
Damit hatte ich nicht gerechnet. Wer erwartet schon eine Massage beim Haareschneiden? Ich bedauere jetzt, dass ich nicht schon viel früher auf diese Idee kam, einen richtigen Salon aufzusuchen.
Anschließend folgte das Spülen, Fönen und ein wenig Korrekturschnippeln. So war ich nach einer Stunde fertig und fühlte mich frischer denn je.
Für den ganzen Spaß verlangte der Meister zweiundzwanzig Singaporedollar. Ein echtes Schnäppchen!

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