Neues Jahr, neues Glück?

Samstag, 06. Februar 2010

Es ist eine Tatsache, der ich ins Auge sehen muss: auch im Urlaub behalten die astrophysikalischen Gesetze ihre Gültigkeit und verhängnisvolle Wirkung. So drehte sich die Erde weiter unverdrossen um sich selbst und legte ein gutes Stück auf ihrer Bahn um die Sonne zurück.
Will sagen, die Zeit verging wieder einmal viel zu schnell. So fand ich mich unvermittelt wieder hier in den Tropen, während zu Hause gerade ein wahres Wintermärchen seine Aufführung erlebt.

Hotel und Gasthof "Zum Schwarzen Bär", Hermsdorf/Thüringen

Hotel und Gasthof „Zum Schwarzen Bär“, Hermsdorf/Thüringen

Meine Erlebnisse können gegensätzlicher nicht sein: bei einunddreißig Grad im Schatten habe ich hier in Singapore das Flugzeug bestiegen und bei frostigen minus acht Grad in Frankfurt verlassen. Die Heimat hatte eine eisige Umarmung für mich! Der Flug selbst war ein wenig unruhig. Ich erlebte erstmals, dass die Cabin Crew ihre Servicearbeiten auf Geheiß des Flugkapitäns einstellen musste. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die befürchteten Turbulenzen dann doch nicht so stark waren. Allerdings waren sie stark genug, mein Poloshirt mit Orangensaft zu verzieren.

Weihnachtlich geschmückte Kabine, Boeing 747 der Singapore Airlines

Weihnachtlich geschmückte Kabine, Boeing 747 der Singapore Airlines

Am darauffolgenden Tag besuchten wir den Weihnachtsmarkt in Gera. Es war knackig kalt, um die fünfzehn Grad unter Null. Doch mit genügend Löwenpunsch, einem köstlichen Mixgetränk aus Rotwein, Weißwein, Orangensaft und Gewürzen – durch eine kräftige Zugabe von Rum ordentlich straff eingestellt – sowie einigen Glühweinchen ließ sich die Kälte ertragen. Ich wage sogar zu behaupten, ich habe sie regelrecht genossen! Das perfekte Kontrastprogramm sozusagen…
Und jetzt bin ich hier und verfolge etwas wehmütig die Nachrichten vom Winter. Ein Wintermärchen! Es erinnert mich an die „gute alte Zeit(TM)“, als ich noch Teenager war und selbst im Flachland beinahe jeder Winter so aussah. Und ich sitze hier und schwitze selbst beim Nichstun!

Na gut, es ist nicht zu ändern. Schaue ich also nach vorn. Au ja, da gibt es beachtliche Neuigkeiten. Mein nächster Flug nach Hause am elften März wird vorerst auch der letzte sein. Leider.
Es sieht so aus, als sei uns auf der Zielgeraden der Atem ausgegangen. Ihr werdet Verständnis haben dafür, dass ich an dieser Stelle keine betrieblichen Daten und Vorgänge veröffentliche. Zum Ende des Monats Februar ist die Firma geschlossen.

So habe ich jetzt jeden Tag ausgiebig damit zu tun, alles für die Beendigung unseres Engagements hier Erforderliche vorzubereiten und einzuleiten.
Keine Angst, für ein paar Beiträge wird es auch noch reichen. Die ersten elf Tage des März gibt es nicht mehr so viel zu erledigen. Nur ein wenig Hausputz, Telefon und Internet abmelden, mein Konto auflösen und die Wohnung übergeben. Da sollte noch Platz sein für ein paar Fototouren durch die Stadt, zumal dann Chinese New Year vorbei sein und alles wieder ruhiger und geordneter abläuft.

Dass ich noch ein paar Tage „frei“ habe, liegt schlicht an meiner Ungeduld. Ich bezahle alle Flüge selbst, deshalb bin ich immer sehr an einer recht frühzeitigen Buchung interessiert. Dieses Drängen hat mir schon einige Scheinchen erspart. Nur mal so zum Vergleich: für meinen Flug im September mit Malaysia Airlines musste ich etwas weniger als fünfhundert Euro hinblättern, gebucht hatte ich den fast vier Monate vorher. Für den Jahreswechsel versäumte ich wegen einiger Unklarheiten den passenden Termin und buchte nur acht Wochen im Vorraus. Für den Direktflug mit Singapore Airlines musste ich eintausend Euro löhnen, selbst Malaysia Airlines waren nicht preiswerter.
Also hielt ich um Weihnachten herum Ausschau nach einen günstigen Flug im März. Diesmal entschied ich mich wieder für Lufthansa, allerdings nicht mit Frankfurt als Ziel, sondern über München nach Leipzig. Das ist preislich auch nicht ungünstiger, als noch knapp vier Stunden mit der Bahn zu fahren. Der unbestritten größte Vorteil ist jedoch, dass ich bei dieser Variante meine Frau fast zweieinhalb Stunden früher in den Arm nehmen werde.

Am nächsten Wochenende ist Chinese New Year. Durch eine glückliche Konstellation sind es in diesem Jahr drei Feiertage: der vierzehnte, fünfzehnte und sechzehnte Februar. Ich beschrieb es schon früher, dass es die Regelung gibt, dass bei einem Feiertag am Samstag oder Sonntag der darauffolgende Werktag ebenfalls ein gesetzlicher Feiertag wird. Da der Montag schon gesetzlicher Feiertag ist, wird eben der Dienstag dafür verwendet. Das hat den unbestreitbaren Vorteil, dass sich mit drei Urlaubstagen eine ganze Woche Urlaub realisieren lässt. Natürlich nutzen die Firmen das und machen überwiegend Betriebsferien.

Überall wird jetzt die für ein ordentliches chinesisches Neujahrsfest nötige Dekoration angeboten

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Diesmal wird das Jahr des Tigers begrüßt.
Ich weiß noch nicht, ob ich mir das Gedränge in der Bahn antue und in Richtung City fahre. Lieber sehe ich mir an, was hier in Woodlands geboten wird. Für einen neuen Bericht wird es wohl reichen.
Bis dahin.

Herzliche Grüße,
Ralf

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