Leckerei am Wochenende

Sonntag, 22. November 2009

Schön, dass wieder eine Woche ins Land gegangen ist. Ganz ehrlich, so langsam wird es Zeit, dass ich wieder mal nach Hause kann. So verwundert es wohl nicht, dass ich die Tage bis zum Abflug zähle. Auf meinem Schreibtisch steht ein kleiner Kalender, auf dem ich nach der Art des singapurischen Militärs die „gedienten“ Tage abstreiche…

Da ja nun auch die Weihnachtstage vor der Tür stehen, habe ich schon mal einige Dinge eingekauft. Ein paar Pashmina-Schals für die Arbeitskolleginnen und Freundinnen meiner Frau, ein paar Bücher für mich und ein Netbook. Meine Beste bedauert immerzu, dass sie bei der Unterhaltung mit mir über Skype an den PC im Arbeitszimmer gebunden ist und so nebenbei nicht so richtig was erledigen kann. Also habe ich mal geschaut und als Ergänzung so ein kleines Teil angeschafft. Bei dem sagenhaft günstigen Angebot eines großen Internethändlers (der Name beginnt mit „A“…) musste ich zuschlagen, auch wenn mir als Pinguinjünger das installierte System nicht so zusagt.
Das hat aber auch sein Gutes, denn so hatte ich in der Freizeit etwas zu tun und habe mir ein paar Distributionen geladen, um sie zu testen. Nebenbei habe ich auch die Aufgabe, einen bootfähigen USB-Stick zu bauen, ganz simpel gelöst. Wenn ich nach Hause komme, wird der Kleine also ordentlich rangenommen…

Nach dem ganzen Stress war ich irgendwie hungrig. Und irgendwie wollte ich mir zur Abwechslung etwas Besonderes leisten. Also machte ich mich fein und fuhr mit der Bahn in Richtung City.
An der Station Raffles Place verließ ich die Bahn. Mein Weg führte mich direkt zu Lau Pa Sat, dem schnuckeligen und bekannten Foodcourt. Doch diesmal wollte ich nicht hinein und die allseits bekannten Speisen haben. Nein, ich ging direkt zur Rückseite, wo sich die Satay-Grillbuden befinden. Jeden Abend um neunzehn Uhr wird eine gesamte Straße, die Boon Tat Street direkt hinter dem Foodcourt, für den Verkehr gesperrt. Dann werden Tische und Hocker auf die Straße gestellt, am Straßenrand stehen dann die Brutzelstände, und eifrige Verkäufer versuchen, ihre Satay anzupreisen.

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Ich wollte wieder einmal der Fleischeslust frönen, also ließ ich mich nicht lange bitten. Ich dachte so an zehn bis fünfzehn von den kleinen Spießen. Sie gibt es in der Regel von Hähnchenfleisch, Schweinefleisch, Rindfleisch oder Lamm. Ich bevorzuge Lamm, Rind und Hähnchen. So dachte ich bei mir, von jeder Sorte fünf Stück wären wohl ausreichend.
Nun, es kam ein wenig anders. Der nette junge Mann bot mir zwei verschiedene Menüs an, einmal mit vierzig Spießen oder die Sparvariante mit nur zwanzig Spießen…
Es waren von meinen bevorzugten Fleischsorten jeweils fünf, und dazu noch einmal fünf mit Prawns, also Garnelen. Das machte mich neugierig, und so entschied ich mich für das Set B.
Die Wartezeit vertrieb ich mir, indem ich den Meistern bei ihrer Arbeit zusah.

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Mir schien, dass die kleinen Schmeckerchen richtig ordentlich Feuer brauchten…
Dann war es soweit, ich bekam mein Essen. In der Zwischenzeit hatte ich mir auch noch einen Jug Bier bestellt, und bis die Garnelen fertig waren, ließ ich mir schon mal ein paar Satay schmecken.

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Dass die Garnelen so groß waren, hatte ich nicht erwartet. Allerdings machte ich mir nun keinerlei Gedanken mehr, ob ich denn auch satt würde.
Um es gleich zu sagen: die Garnelen waren köstlich! Frisch gegrillt und mit einer richtig scharfen Chilisoße bestrichen. Vielleicht mag sich der Eine oder Andere fragen: Wie isst man die Dinger nun? Ich mache es ganz einfach. Ich mag die Köpfe mit den Augen nicht so, also mache ich sie ab. Das geht ganz leicht mit den Fingern, einfach kurz entschlossen abdrehen. Übrig bleibt dann der Körper mit den Beinchen und dem Schwanz, in dem das eigentlich Verwertbare steckt. In dieses Hinterteil beiße ich nun einfach herzhaft hinein und kaue alles ordentlich durch, die unverdaulichen Schalen pule ich mir dann zwischen den Zähnen wieder heraus…
Ganz am Anfang hatte ich mal versucht, die Garnelen quasi auszupellen. Weil das meist zu einer Sauerei gerät, lasse ich das und beiße einfach so hinein. Es ist wesentlich sauberer so und geht auch noch viel schneller. Dass man hier seine Speisereste auf dem Tisch platziert, hatte ich ja gleich am ersten Tag mitbekommen. So sah es dann „nach der Schlacht“ auch sehr zünftig aus auf meinem Tisch.

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Es war wirklich ein Genuss! Die Garnelen hatte ich so noch nicht probiert, sie waren eine Offenbarung. Die Satay möchte ich vorsichtig als die Besten bezeichnen, die ich in Singapore bis jetzt bekommen habe. Besser geschmeckt haben sie bisher nur in Kuala Lumpur. Von dem recht hohen Preis – ich bezahlte neunzehn Singaporedollar für das Essen – sollte man sich nicht schrecken lassen, der Genuss ist unbezahlbar!
Äußerst zufrieden machte ich mich irgendwann wieder auf den „Heimweg“.

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