Schön warm …

Dienstag, 21. April 2009

Und wieder habe ich ein Wochenende absolviert. Aber dieses hatte es ganz schön in sich, denn das Wetter meinte es mal so richtig gut.

Am Samstag wollte ich eigentlich so richtig schön bummeln gehen, hier und da verweilen, die eine oder andere Nascherei probieren, ein paar Mitbringsel kaufen und zünftig speisen. Also hatte ich vor, nicht zu spät aufzustehen, was ich auch ganz gut hinbekam. Ich wollte aber vorher noch bei Tante Emma einkaufen… Ach ja, die nette Frau heißt nicht wirklich so, aber der Laden, in dem sie hinter der Kasse steht, passt genau in das Konzept, welches mancher Leser vielleicht noch aus seiner Kindheit oder frühen Jugend kennen mag. Der kleine Laden liegt direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite und bietet mir alle Dinge, die ich hier täglich so benötige, und er ist deshalb super. Somit ist es auch kein Etikettenschwindel, wenn an der Markise SUPER MARKET steht …

Der Einkauf trieb mir den Schweiß auf die Stirn. Das allerdings lag nicht an den Preisen oder dem Gewicht der erstandenen Waren, sondern am Wetter. Irgendwie war es mit rund zweiunddreißig Grad nur unmerklich wärmer als sonst, aber die Luftfeuchtigkeit war ziemlich hoch, und das treibt die gefühlte Temperatur in schwindelerregende Höhen. Also es waren mindestens … wenn nicht noch mehr … Nein, lieber nicht!

Wieder zu Hause, stieg ich zum zweiten Mal an diesem Tag unter die Dusche und hoffte auf Linderung. Die stellte sich kurzfristig auch ein, war beim Abtrocknen allerdings schon wieder hoffnungslos versiegt. Mit dem Ventilator sorgte ich für ein wenig Luftbewegung, was einigermaßen half. Ich schmiss meine Planung über den Haufen und schaute mir das Qualifying zum Großen Preis von China an. Anschließend unternahm ich den nächsten Versuch und duschte wieder. Auf dem Weg zur MRT-Station Admiralty ging es noch ganz gut, in der Station dann stand aber die Luft wie angestemmt. Angesichts des sofort einsetzenden Schweißausbruchs überlegte ich tatsächlich – aber nur kurz – wieder umzukehren. Die Aussicht, eine gute halbe Stunde in der klimatisierten Bahn zuzubringen, hielt mich aber davon ab. Aber ach, in der Bahn gab es auch keine Linderung! Komischerweise gab es kaum eine Luftbewegung darin, was auch an den vielen Fahrgästen gelegen haben kann.

Na gut, ich hielt durch und kam in Chinatown an. Das Bummeln war überhaupt nicht angenehm, denn die Klamotten klebten am Körper. Sehr unangenehm, wirklich! Dazu kam dann, dass sich in den engen Straßen und Gassen in Chinatown kein Lüftchen regte. Nun gut, also erst mal nach etwas Essbarem umsehen. Ich wollte ja mal schauen, ob ich ein Schwarzbrot bekäme. Aber eine Wurst sollte es erst einmal sein. Bei Erich – übrigens ein Österreicher, ich dachte immer, er sei Deutscher – bestellte ich mir eine German Bratwurst mit Brötchen und Senf. Erster Wermutstropfen, Erich meinte, es dauere gut zehn Minuten…

Also schaute ich mir erst mal seine Auslagen an. Bei den Brotpreisen allerdings verging mir die Lust auf’s Probieren. Da sehne ich mich lieber noch vier Wochen nach einem guten Roggenmischbrot, da habe ich auch meinen Stolz! Mittlerweile war die Wurst fertig und wurde im Brötchen plaziert, obenauf mit einer Ladung Senf. Die Wurst verschwand völlig in dem Brötchen, das aber nun nicht so riesig groß war. Der Preis war mit drei Dollar noch recht erträglich, gemessen am Brot. Ich biss also erwartungsvoll in die German Bratwurst

Ich drücke mich mal vorsichtig aus: Überzeugend war das nicht, auch wenn ich, zugegeben, verwöhnt bin von Thüringer Rostern. Ich weiß jetzt, wie in Chinatown eine German Bratwurst schmeckt. Einheimische kann er vielleicht damit beeindrucken, mich jedoch nicht.

Ich schaute mich dann noch etwas um und beschloss dann, wie geplant nach Little India zum Abendessen zu fahren. Kurze Erfrischung in der Bahn, bevor es dann wieder hinaus ging. Ich drehte eine kurze Runde und gab dann auf. Zum ersten Mal hatte mich das Wetter in die Knie gezwungen! Ich einigte mich mit mir, besser nach Hause zu fahren. Nach einer knappen Stunde war ich dann völlig durchgeschwitzt zu Hause, riss mir die nassen Klamotten vom Leib und sprang unter die Dusche – Herrlich! Mein Abendessen hatte ich dann im 688 Eating House, es gab Nasi Briyani Chicken auf indisch, sehr scharf und sehr gut, dazu ein schönes kaltes Bier. So ging der Tag recht versöhnlich zu Ende.

Den Sonntag begann ich mit Roti Prata, meinem obligatorischen Frühstück. Danach brachte ich etwas Glanz in die Wohnung und schaute mir das Formel1-Rennen an. Angesichts der Erfahrungen vom Vortag verzichtete ich freiwillig auf alle Anwandlungen, irgend etwas zu unternehmen und blieb, bis auf das Abendessen, zu Hause. Langweilig war das nicht, denn ich konnte so endlich einmal mein Video On Demand genießen. Auch nicht schlecht, und eine willkommene Ergänzung meines Englischunterrichts.

Advertisements