Schweden und die Air Force

Sonntag, 12. April 2009

Am Freitag also entschloss ich mich endlich, einem großen schwedischen Möbelhaus einen Besuch abzustatten. Ich schob dieses Vorhaben schon einige Tage vor mir her, denn der Trip zu einer der beiden Filialen dauert seine Zeit. Ich entschied mich für die Alexandra Road, weil mir diese Location näher liegender schien. Trotzdem brauchte ich mit der Bahn bis dorthin eine reichliche Stunde. Mittlerweile meldete sich so ein nagendes Gefühl aus der Bauchgegend. Im Vertrauen auf die Stadtplaner stieg ich also wie geplant an der MRT-Station Queenstown aus und fand auch prompt direkt neben der Station einen Foodcourt. Gerettet! Ich genehmigte mir Rojak und Popiah, dazu einen herrlichen hausgemachten Zitroneneistee.
So gestärkt machte ich mich auf den Weg. Sehr weit war es nicht, etwa zehn Minuten Fußweg, dann war ich am Einkaufsparadies.

Ikea

Die gute Nachricht gleich vorweg: Das Bücherregal heißt auch in Singapore BILLY

Der geneigte IKEA-Fan findet sich also auch hier bestens zurecht. Ich erwarb einige Dinge für das Büro, vor allem aber preiswerte Bilderrahmen. Es hatte sich herausgestellt, dass ich die passende Größe für ein Poster nur gegen ein horrendes Entgeld in meinem näheren Umfeld bekommen würde, also entschied ich mich für’s Schwedische.
Der Rücktransport klappte ganz gut, trotzdem hatte ich mit dem sperrigen Rahmen – immerhin ein Meter mal siebzig Zentimeter groß – einiges zu tun, auch wenn er nicht schwer war. Das Abendessen und das dazugehörige Tiger hatte ich mir dann verdient.

Den Samstag wollte ich wie geplant nutzen, um das Air Force Museum zu besuchen und den Strand von Pasir Ris zu besichtigen. Das Museum ist Teil der Paya Lebar Air Base und liegt ziemlich weit im Osten der Insel. Mit Bahn und Bus war es aber kein Problem, dorthin zu gelangen. Es dauerte nur eben ein wenig, zumal samstags die Buslinie bis zum Museum nicht so häufig bedient wird. Aber ich hatte ja Zeit.

So kam ich dann irgendwann am Museum an und zückte sofort den Fotoapparat. Schon vor dem Gebäude werden dem Besucher einige Fluggeräte präsentiert.

jd502434

Vom Eingang kommt man zuerst zur Outdoor Gallery. Die heißt so, weil es kein abgeschlossener Raum ist, aber immerhin überdacht.

jd502442

Hier finden sich einige Fluggeräte, die mal im Bestand der Republic of Singapore Air Force waren. Der Besucher kann direkt um die Flugzeuge herumschleichen, nur das Öffnen irgendwelcher Luken oder Türchen ist streng untersagt. Ich ließ es also nicht darauf ankommen und hielt mich brav an die Hinweisschilder.

Boden-Luft-Rakete "Bloodhound Mk.II"

Boden-Luft-Rakete „Bloodhound Mk.II“

Im oberen Stockwerk ist die Indoor Gallery untergebracht. Von der Geschichte des Flugwesens im Allgemeinen über die Entwicklung der RSAF im Besonderen bis hin zur aktuellen Gliederung und einem Ausblick in die Zukunft findet man allerhand interessante Informationen. So brachte ich auch eine recht lange Zeit darin zu, bis ich zu frieren begann. Da hatte es der Hausmeister wieder einmal sehr gut gemeint und die Klimaanlage bis zum Anschlag aufgedreht. Also schnell raus in die Wärme …
Wer möchte, kann sich im Theatrette noch eine Show ansehen. Ich wollte nicht, denn ich erwartete nichts anderes, als ich im Army Museum schon gesehen hatte. Außerdem wollte ich noch weiter. Also schaute ich noch kurz in den Souvenirladen, fand aber nichts, was von mir mitgenommen werden wollte und begab mich wieder zum Bus.

Ach ja, der Eintritt in das Air Force Museum ist frei, was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Insgesamt fällt mein Urteil sehr positiv aus, der Besuch hat sich gelohnt.

Ich wartete gar nicht lange, als plötzlich der Bus da war. Allerdings diesmal nicht die Linie 94, sondern die 90. Aber ich hatte ja gelesen, dass ich die auch nehmen könne. Prima. Doch irgendwie hab ich wohl geträumt und die MRT-Station Eunos verpasst. Als ich das merkte, stieg ich aus, wechselte die Straßenseite und studierte den Fahrplan. Ich fand eine Linie, die mich nach Eunos bringen sollte. Mittlerweile war der Himmel voller Wolken. Das war auch zu erwarten, ich wollte ja zum Strand…
Da ich schon wieder hungrig war, stieg ich einfach mal aus, als ich einen Foodcourt sah. Ich war gerade dort angelangt, als der Himmel die Schleusen öffnete …
Ich verbrachte die Zeit bei zwei Roti Prata und Kaffee und wartete darauf, dass der Regen aufhörte. Nach einer halbe Stunde war es dann soweit, und ich fuhr weiter zur MRT. Noch eine halbe Stunde bis Pasir Ris, dann wieder mit dem Bus. Was sich fast wie eine Odyssee anhört, war aber keine. Das System ist sehr einfach und verständlich, weshalb ich mich bestens zurechtfinde.

Pasir Ris Park scheint ein sehr beliebter Ort zu sein, jedenfalls sah ich sehr viele Familien.

PasirRisBeach (10)

Es gibt jede Menge Spielmöglichkeiten für die Kinder, für die Erwachsenen gibt es Grillplätze. Diese werden auch gern genutzt. Wie schon auf Sentosa habe ich auch hier sehr viele Großfamilien gesehen, die am Strand mit der Zubereitung des Essens beschäftigt sind.
Nun wollte ich aber auch das Wasser sehen. Doch welche Enttäuschung!

PasirRisBeach (16)

Ich beschloss, mich an den Rat zu halten und verzichtete auf ein Bad. Angesichts des Strandes schien mir das auch ratsam.

PasirRisBeach (13)

Ich schaute also noch ein wenig auf das Meer, das an dieser Stelle keines ist, sondern Straße von Johore heißt.
Nun hatte ich Gewissheit: zum Baden fährt man besser nach Sentosa. Alles Gute hat man nie beisammen, aber dort findet man noch den besten Kompromiss.

PasirRisBeach (8)

Einigermaßen ernüchtert, aber auch ziemlich geschafft, begab ich mich auf den Rückweg und kam nach fast zwei Stunden Fahrt wieder nach Hause. Nach einer ordentlichen Dusche besuchte ich mein 688 Eating House und genehmigte mir ein ordentliches Abendmahl. Das brauchte ich auch, war ich doch den ganzen Tag unterwegs und nun rechtschaffend müde. So bedurfte es nur noch eines Tigers, und ich war reif für die Horizontale. Trotz aller Anstrengung hatte ich doch einen schönen Tag.

Advertisements