Sonntag

Sonntag

Nach einer erholsamen Nacht wollte ich den Tag mit einem zünftigen Frühstück beginnen. Im Nachbarblock, nur ein paar Schritte entfernt, gibt es ein kleines Food House. Am Tag der Schlüsselübergabe für die Wohnung trank ich dort schon einen Kaffee und entdeckte dabei ein Bild für ein Breakfast Set. Darauf war ein Sandwich, eine Tasse Kaffee und – wie ich meinte – Spiegeleier abgebildet. Für mich war klar, dass ich dieses Frühstücks-Set spätestens am Wochenende ausprobieren würde …

Am Sonntag ergab sich also die Gelegenheit, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die erste Abweichung vom Idealbild war der Kaffee. Es gab den üblichen süßen Trunk im Glas, an den ich mich aber mehr und mehr gewöhne. Also gut, das war kein Problem für mich. Die erwarteten „Spiegeleier“ sahen bei näherer Betrachtung auch nicht mehr so aus, wie wir sie kennen. Ich bekam ein kleines Eimerchen mit heißem Wasser auf das Tablett gestellt. Die nette Bedienung ließ zwei Eier in das Wasser fallen und sagte ziemlich eindringlich: „Six minutes, Sir!“. Ich hatte verstanden. Dann bekam ich noch die Sandwiches. Frisch getoastet!

Mit meinem Tablett suchte ich mir ein freies Plätzchen. Die sechs Minuten waren um und ich öffnete das erste Ei. Wie ich es erwartete, war das Eiweiß noch ziemlich flüssig, weshalb ich das zweite Ei gleich wieder in das noch relativ heiße Wasser legte. Nun, egal, Augen zu und durch. Der Biss in das Sandwich entpuppte sich als süße Überraschung, denn es war irgend ein sehr süßer Brotaufstrich darauf. Zusammen schmeckte alles sehr gut.
Das zweite Ei war nicht minder flüssig, ich öffnete es und ließ den Inhalt auf das kleine Tellerchen fließen. Da hatte ich mein Spiegelei! Das auseinandergelaufene Eiweiß mit dem Eigelb in der Mitte sah auf dem kleinen Tellerchen doch tatsächlich einem Spiegelei zum Verwechseln ähnlich! Mit dem Sandwich konnte ich jetzt wunderbar „ditschen“. Das Frühstück war eine tolle Erfahrung und mit 2,20 Singapurdollar ein echtes Schnäppchen.

Nachmittags machte ich mich dann auf den Weg nach Chinatown. Von Woodlands aus braucht man da schon etwas Zeit. Nach einer dreiviertel Stunde und einmal Umsteigen war ich dann da. Jetzt, am Nachmittag, waren die Straßen fast noch menschenleer.

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Nein, es handelt sich nicht um das falsche Bild, hier kann man wirklich noch treten und hat Platz! So schaute ich mich erst mal in aller Ruhe um. Viele Plätze kannte ich noch aus dem vergangenen Jahr. Auch das Angebot war so ziemlich das gleiche wie vor zwölf Monaten. An die Würstelbude konnte ich mich jedoch nicht erinnern. Wie dem auch sei, probiert habe ich dort nichts, denn angesichts der kulinarischen Vielfalt sehne ich mich noch nicht nach deutschen Spezialitäten.

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In der Chinatown Food Street schaute ich mich nach einer Kleinigkeit um. Mich gelüstete nach Satay, den kleinen Fleischspießen mit der herrlichen Erdnuss-Sauce. Ich fand sie und genehmigte mir fünf Chicken Satay und fünf Mutton Satay. Toll! Nun wurden auch die Straßen zusehends voller. Also machte ich ich auf die Suche nach ein paar Mitbringseln. Das war auch höchste Zeit, denn man konnte sich kaum noch bewegen. Trotzdem fand ich noch einmal die Zeit für einen Schnappschuss:

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Ich hatte ja unlängst versprochen, davon mal ein Foto aufzutreiben, um meine kühne Behauptung zu untermauern, es gäbe hier alles zu essen. Et voilá …

Langsam dachte ich daran, mich auf den Heimweg zu begeben, denn ich wollte noch eine Location mit Drahtlosnetzwerk auftreiben. „Langsam“ entspricht dann auch der Geschwindigkeit, mit der ich mich auf die MRT-Station zubewegte. Für die letzten einhundert Meter brauchte ich eine knappe Viertelstunde! Es war eine unbeschreibliche Zahl an Menschen unterwegs. Dagegen war Little India am vorangegangenen Sonntag die reine Erholung! Ich schaffte es aber irgendwie, ziemlich komplett und wohlbehalten die MRT zu erreichen und nach Woodlands zu fahren. Den Einkehrschwung zum Starbuck’s habe ich mittlerweile drauf, was mir noch etwa eineinhalb Stunden Gespräch mit meinen Lieben zu Hause ermöglichte.

Montag

Heute ist Feiertag hier, glücklicherweise hat aber das Food House im Nachbarblock geöffet. Business as ususal. So leistete ich mir Roti Prata zum Frühstück, das sind indische Pfannkuchen. Ich ließ mir welche mit Ei- und Zwiebelfüllung brutzeln. Dazu gab es eine scharfe Sauce vom Hammel, komplettiert wurde das Frühstück mit dem bekannten Kaffee.

Jetzt sitze ich hier bei Starbuck’s und genieße einen großen Schwarzen, als Kontrastprogramm ohne Milch und Zucker …

Die besten Grüße aus Singapore,
Gong Xi Fa Cai!

Ralf

P.S.: Das heißt soviel wie „Ein frohes Neues Jahr!“

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