Samstag Bugis und sonntags nach Little India …

Samstag, 17. Januar 2009

Nach dem „Frühstück“ machte ich mich also auf die Socken. Mein Plan sah vor, zuerst quer durch Arab Street zu Bugis Junction zu marschieren und dann irgendwo zum Abendessen einzukehren.
Arab Street liegt gleich auf der anderen Straßenseite, vom Hotel aus betrachtet. Das ganze Viertel wird so bezeichnet, weil die Arab Street ihm ihren Namen gab. Hier findet man ganze Straßen nur mit Teppichhändlern bevölkert, andere Straßen beherrbergen ein Restaurant am anderen, allesamt bieten orientalische Küche an. Sicher werde ich hier auch mal was probieren.

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Ich schlenderte langsam in Richtung Bugis. Mir war vorher schon ein recht imposantes Gebäude aufgefallen, dass ich nun etwas näher in Augenschein nehmen konnte. Es heißt Parkview Square. Unter anderem befindet sich die österreichische Botschaft in diesem Gebäude, aber auch die Repräsentanzen verschiedener Weltkonzerne.

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Bugis Junction selbst ist ein Einkaufs- und Vergnügungszentrum mit obengelegenem Bürokomplex und untengelegenem MRT-Anschluss. Shops, Boutiquen, Cafés der einschlägig bekannten Ketten sowie einen Fast-Food-Anbieter mit einem großen gelben Buchstaben als Logo findet man dort. Wer möchte, kann sich im Kino vergnügen. Auf Shopping hatte ich keine Lust, und angesichts der kulinarischen Köstlichkeiten an jeder Straßenecke fiel es mir sehr leicht, am großen gelben Buchstaben achtlos vorbeizugehen. Ich stürzte mich nach der Durchquerung von Bugis Junction erst mal in ein richtiges Getümmel: Bugis Street, Singapurs größtes Straßeneinkaufszentrum.

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Nun ist ja samstags allgemein schon viel Betrieb auf den Straßen, aber jetzt, kurz vor Chinese New Year, stecken die Leute bis zu den Ohren in den Vorbereitungen und brauchen noch tausende Dinge. Das erinnert mich an die Vorweihnachtszeit zu Hause …
Als ich mich durch das Getümmel hindurchgekämpft hatte, musste ich erst mal verschnaufen. Am Besten tat ich das in einem Supermarkt. Ich hatte sowieso vor, mir ein paar Äpfel zu kaufen und noch so ein paar kleine Sachen. Ich fand eine ziemlich ruhige Einkaufspassage im Rochor Centre. Alles ein wenig kleiner, ein wenig weniger sauber und nicht so überrannt. Dafür waren die Preise wirklich angemessen. Ich entschloss mich, gleich noch eine Kleinigkeit zu mir zu nehmen. Es gab Singapore Mee Goreng, was sehr gut schmeckte. Dazu hatte ich einen gekühlten grünen Tee, das Ganze für etwas mehr als 2 Euro.
Nun schlenderte ich noch ein wenig, um ein Sättigungsgefühl zu bekommen. Das setzte komischerweise aber nicht ein. Ich setzte aber, und zwar mich in Bewegung in Richtung MRT-Station. Ich setzte jetzt ein Vorhaben um, was ich mir schon vor längerer Zeit gesetzt hatte. Kurze Zeit später war ich am Orchard Plaza und bestellte mir am dortigen Food Court eine kleine Portion Stingray, das ist Stechrochenfilet mit Chilisauce auf einem Bananenblatt serviert, dazu Kang Kong, ein spinatartiges Gemüse, welches auch sehr scharf war und ein wenig nach Fisch schmeckte. Die Wahl war nicht ganz so preiswert, ich musste schon umgerechnet 9 Euro dafür hinlegen. Schließlich war ja Wochenende.
Die Jungs haben aber gezaubert, das Essen schmeckte wirklich toll.

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Dermaßen gesättigt machte ich mich wieder zu Fuß auf den Rückweg. Den Rest der Nacht verbrachte ich wieder mit der Unterhaltung mit der Familie und mit Freunden. Skype ist schon eine tolle Erfindung. Allerdings muss ich noch angesichts der Zeitverschiebung von +7 Stunden meinen Rhythmus finden. So kam es, dass ich wieder mal sehr früh ins Bett kam.
Diesmal schlief ich aber nicht so lange.

Sonntag, 18.Januar 2009

Für heute hatte ich einen Abstecher nach Little India geplant. Ein Blick auf die Karte sagte mir, dass ich das auch ganz gut zu Fuß erledigen konnte. Auf dem Weg dahin kam ich an einem Food Center vorbei. Da ich noch nichts richtiges gegessen hatte, war das eine gute Gelegenheit. Chinesische Küche, es gab Fleischbällchen vom Hammel in einer scharfen Gemüsesuppe, dazu etwas Reis. Es schmeckte hervorragend, angesichts des Preises von etwa 1,80 Euro geriet ich richtig in Stimmung. Allerdings brachte mich das scharfe Essen auch ordentlich zum Schwitzen, obwohl es heute schon ziemlich warm war.
Ich schaute mir also Little India mal richtig an. Eine Reihe sehr schöner Häuser sind zu finden. Allerdings auch mit einigen Sündenfällen, wie die Klimaanlage auf dem oberen Balkon beweist.

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Aber auch nicht so schöne Ecken sind anzutreffen. Zu den Wendeltreppen hat wohl niemand mehr so richtiges Zutrauen.

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Ich suchte mir noch ein lauschiges Plätzchen zum Abendessen und übte mich mit sehr scharfer Kost in der Kunst des Essens mit den Fingern der rechten Hand. Ich bekam mal den Tip, an einem Tisch voller Inder doch bemüht zu sein, nicht die linke Hand zu Hilfe zu nehmen, und wenn, dann nur mit einem Besteck zwischen den Fingern. Die linke Hand gilt als unrein und wird beim Essen nur zur Entsorgung benutzt, beispielsweise von Knochen. Die spuckt der Inder einfach in die linke Hand und legt sie neben den Teller auf den Tisch.
Langsam wurde ich von der vielen Lauferei doch müde, die Temperaturen taten ihr Übriges dazu. Ich schlich also langsam „nach Hause“, ins Hotel. Nun sitze ich hier, tippe noch diese Zeilen und werde dann wohl ins Bett gehen. Morgen wartet ein aufregender Tag voller Arbeit.

Herzliche Grüße aus Singapore,

Ralf

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