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Das nächste Highlight meines dreitägigen Vietnam-Besuchs war eine Besichtigungstour im eigentlichen Stadtzentrum von Saigon. Obgleich eine offizielle Stadtrundfahrt seitens des Veranstalters geplant war, entschlossen wir uns, schon vorab einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wie sich später herausstellte, war das eine gute Idee.

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Das ist das Rex Hotel. Während des Krieges war das Hotel US-amerikanischer Stützpunkt und Offiziersunterkunft. Dem Liebhaber heldenhafter amerikanischer Filme über den Vietnamkrieg wird es bekannt vorkommen. Ja genau, das ist das Hotel, von dessen Dach, wie auch vom Dach der amerikanischen Botschaft, die Evakuierung der letzten US-Amerikaner mit dem Hubschrauber erfolgte. Bemerkenswert, dass es immer noch den alten Namen trägt.

Ein sehr interessantes und sehenswertes Gebäude ist das Hauptpostamt in Saigon. Es wurde von Gustave Eiffel entworfen, als Vietnam noch französische Kolonie war.

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Im Postamt gibt es immer noch den Posten des Briefeschreibers. Er wurde damals geschaffen, um auch den Menschen, die nicht Schreiben konnten, das Versenden von Briefen zu ermöglichen. Sie konnten zum Briefeschreiber gehen und erzählten ihm einfach, was sie nicht schreiben konnten, und der Briefeschreiber schrieb es auf. Auch wenn heute die Zahl der Analphabeten sehr gering ist, wird an diesem Posten festgehalten.

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Der alte Herr, der da milde vom Bild an der Wand auf die Besucher herablächelt, ist der allgegenwärtige Ho Chi Minh. Er wird von den Menschen immer noch sehr verehrt.

Ach ja, falls sich jemand schon die Frage gestellt haben sollte, wieso schreibt der immer von „Saigon“. Es heißt doch eigentlich Ho Chi Minh City…
Das ist richtig. Offiziell heißt die Stadt Ho Chi Minh City, im offiziellen Gebrauch, wie bei Postanschriften oder auf Briefköpfen und Visitenkarten wird der offizielle Name benutzt. Im täglichen Gebrauch ist „Saigon“ aber üblich. Es ist auch kein Vietnamese böse, wenn man den Namen „Saigon“ benutzt. Allerdings ist Saigon nur der alte Stadtkern, der mit „District 1“ bezeichnet wird. Nach dem Ende des Krieges wurde Saigon 1976 in „Ho Chi Minh City“ umbenannt und viele umliegende Siedlungen zu Distrikten zusammengefasst und integriert. Spricht man heute von Saigon, so sind diese Distrikte nicht gemeint.

Gleich neben dem Postamt am Platz der Pariser Kommune steht Notre Dame mit der Statue der Jungfrau Maria.

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Sehr ungewöhnlich für einen standardisierten Mitteleuropäer ist die Elektroinstallation anzuschauen. Vermutlich führt ein Teil dieser Leitungen keinen „Saft“. Und wenn jemand in seinem Bastelkeller Strom braucht, zieht er sich einfach eine Strippe, so scheint es jedenfalls.

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