Es geht schon wieder los!

Liebe Freunde,

kaum, dass ich am 7. September wieder zu Hause war, ging es an die Vorbereitung der nächsten Reise, welche mich vom 4. bis zum 16. Oktober nach Vietnam, Malaysia und Singapore führen sollte.

Nach den recht guten Erfahrungen der letzten Unternehmung setzte ich mich also frohgemut an das Rechengerät, um mir bei der Bahn ein Ticket zu organisieren. Als geübter Anwender der Online-Plattform gingen die Eingaben recht schnell, der Suchvorgang ebenso. Doch was ich dann sah, ließ mir die Haare zu Berge stehen:

Keine Chance, in einer einigermaßen annehmbaren Zeit und pünktlich von Hermsdorf-Klosterlausnitz nach Frankfurt/Flughafen zu kommen. Mit der passendsten Verbindung wäre ich gute zehn (!) Stunden unterwegs gewesen. Der 4. Oktober war ja ein Samstag, und nach einem Feiertag scheint ein Samstag ein denkbar ungeeigneter Tag zum Verreisen zu sein, jedenfalls nach Ansicht der Bahn.
Die Zahl der ICE war plötzlich von 5 auf einen zusammengeschrumpft, und mit diesem Einen wäre ich zu spät gekommen.

So hat eben die Autovermietung und ein nicht näher genannter Mineralölkonzern die Kohle abgefasst. Die Autofahrt – der gefährlichste Teil der Reise – verlief völlig programmgemäß. Ohne Zwischenfälle erreichten wir Frankfurt, mit einer Ausnahme: an der Tankstelle, kurz vor der Abgabe des Leihwagens, fiel der Chef angesichts des Verbrauchs fast aus der Fassung …

Auf dem Flughafen selbst war alles wie immer: kaum freie Sitzplätze, die wenigen unbesetzten waren verdreckt. Überall Papier und Müll, den fehlenden Mülleimern und Papierkörben geschuldet. Hier geht das Sicherheitsbedürfnis meiner Meinung nach etwas zu weit.
Doch wir entdeckten ein nettes Plätzchen, wo wir ganz ordentlich frühstücken konnten. Sogar der Kaffee war gut und die Bedienung freundlich.

Meine gute Stimmung bekam jedoch bald einen Dämpfer. Der sichtlich genervte Beamte am Security Check verlangte diesmal sogar, dass ich den Gürtel aus der Hose nehmen sollte. Natürlich hat ihn aufgeregt, dass ich nicht schon von selbst drauf gekommen bin. Er liebt eben seine Arbeit und macht sie wohl sehr gern.
Auf meine Frage, seit wann denn diese Festlegung bestünde, bellte er : „Das is‘ schon immer so!“
Nun, ich erlebte das zum ersten Mal und wunderte mich nicht weiter darüber, und wenig später wurde ich von den bezaubernden Mitarbeiterinnen der Singapore Airlines in Empfang genommen…

Der Flug selbst verlief sehr ruhig, es gab keinerlei Turbulenzen. So kam ich dann auch recht ausgeruht und aufgeregt in Singapore an. Die Zeit für den Transit war ausreichend, aber nicht zu lange. Also habe ich schnell eine E-Mail nach Hause abgesetzt und mich dann zum Gate für den Weiterflug nach Ho Chi Minh City begeben.
Nach knapp eineinhalb Stunden erlebte ich dann den Landeanflug in Saigon. So ein Tiefflug einer Boeing 777 – ein nicht eben kleines Flugzeug – über bewohntem Gebiet hat schon etwas sehr Spezielles. Ich fürchtete schon, der Clipper würde die Westantennen auf den Dächern rasieren.

Dann entfuhr ein Ausruf der Begeisterung meiner Kehle: neben dem Rollfeld konnte ich eine Batterie „Spatzenflak“ – ZU 23-2 – in der Feuerstellung erkennen. Einem alten Flaki wie mir hüpft da sofort das Herz vor Freude …
Die Gebäude und abgestellte Technik entlang der Rollbahn machten einen eher ernüchternden Eindruck. ‚Mal sehen, wie das Empfangsgebäude des Flughafens aussieht‘, dachte ich so bei mir.

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Aber wie Ihr sehen könnt, war es ein nagelneues Terminal. Und wie aus dem Ei gepellt, von dem blitzsauberen Fußboden hätte man essen können, wie man landläufig so sagt.
Den Zustand der Toiletten in Frankfurt noch vor Augen, machte ich natürlich gleich mal den obligatorischen Check: Eins-A mit Sternchen!

Kichernd erinnerte ich mich beim Anblick der Keramik an eine Story, die im Flieger auf dem Kanal „Easy Listening“ zu hören war: Im Jahr 1997 ging die Gruppe Toto auf Gastspielreise nach Japan. Dort erregte sie ungewolltes Aufsehen und sehr große Heiterkeit, denn Toto ist zugleich der Name des größten japanischen Scheißhausherstellers Fabrikanten für Sanitärkeramik …

Nun hieß es warten, bis wir abgeholt werden würden. Es sollte alles organisiert sein, wir waren nur früher dran …

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