Abendausklang mit freitäglichem Ritual

Wie ich schon weiter vorn erwähnte, war der Freitag Abend ja noch lange nicht zu Ende…
Nachdem ich mich satt gesehen hatte an der Lichterpracht, machte ich mich so langsam auf den Rückweg in Richtung Hotel. Dabei galt es erst einmal, inmitten der Häuserschluchten des Financial Districts die MRT-Station „Raffles Place“ wiederzufinden. Nachdem das einigermaßen gut geklappt hatte – schließlich hatte ich mir die Leuchtreklamen der angrenzenden Türme eingeprägt – fuhr ich nicht bis Orchard,sondern stieg schon vorher in Somerset aus. Die letzten paar hundert Meter wollte ich zu Fuß gehen.
Natürlich hatte ich einen Hintergedanken dabei. Ich hatte neben dem Orchard Plaza in einer Seitenstraße eine angenehme Location entdeckt, wo ich schon zu Mittag speiste.

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An den Ständen links kann man sich verschiedenste Speisen aussuchen, meist aus der chinesischen Küche, aber sehr vielseitig. Ich hatte mich mittags für Nudeln mit Fleischklößchen entschieden. Dazu gab es noch eine klare Suppe mit Seetang oder Ähnlichem darin, alles aber sehr wohlschmeckend und reichlich. Da fällt es dann auch leicht, nicht aufzuessen. Nicht aufessen gehört ja zu den guten Tischmanieren in Asien. Räumt man seinen Teller restlos leer, so bedeutet das für den Gastgeber, dass der Gast nicht sattgeworden ist. Also lässt man lieber einen Rest drauf, und alle sind zufrieden.
Interessant war die Preisgestaltung: für das Essen bezahlte ich 4,50 SGD – das entspricht etwa 2,25 € – und für das Bier, eine 0,633-Liter-Flasche Tiger, blätterte ich 7,50 SGD hin.
Der Bierpreis hielt mich aber nicht davon ab, mich jetzt am Abend noch einmal dort niederzulassen und den Gerstensaft zu genießen. Essen musste ich nichts mehr, das Abendessen war reichlich.

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Plötzlich fiel mir ein, dass ja Freitag war und ich in Good Old Germany traditionell freitags gern ausgehe, um ein Bierchen oder auch zwei zu trinken. Schmunzelnd hob ich mein Glas und prostete meinen chinesischen Tischnachbarn zu. Die freuten sich und prosteten lautstark zurück. Es machte auch nichts, dass sie nicht wussten, weshalb ich so grinsen musste. Sie freuten sich einfach, dass ich mich freute …
Ich muss nicht erwähnen, wie gut ein kaltes Bier bei knapp 30°C schmeckt. Obwohl man dort im Freien sitzt, war es noch sehr warm, selbst jetzt abends gegen 23 Uhr. Es wehte kein Lüftchen. Die einzige Abkühlung – oder zumindest ein Gefühl davon – wurde durch Ventilatoren geschaffen, die unterhalb der Schirme hingen und schwenkbar waren.
Die Bedienung war sehr flott. Immer, wenn ich das Glas absetzte, kam sie und schenkte aus der Flasche nach. Das war sehr aufmerksam und hatte gleichzeitig den Effekt, dass die Flasche schneller leer wurde. Ich genoss einfach die Atmosphäre und bestellte mir kurzerhand noch eine Flasche.

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Meine Tischnachbarn bestellten sich unterdessen eine Runde Heineken nach der anderen und wurden immer lauter. Komisch, mich störte das gar nicht. Ich verstand ja sowieso nicht, was das Gesprächsthema war, und Spaß hatten die Jungs offensichtlich auch noch.
Ich saß also da und sah mich richtig satt, frei nach Herwig Mitteregger, „… Ich lehn‘ mich raus, ich krieg nicht genug …“
Also noch ein Bier. Moment, erst noch schnell die Finanzlage gecheckt … Alles klar, eins geht noch. Es ging danach auch noch ein weiteres …

Kurz nach ein Uhr begab ich mich dann ins Hotel. Ich kam wohlbehalten und ohne Probleme dort an, trotz des reichlichen Biergenusses. Aber irgendwie konnte oder wollte ich noch nicht ins Bett, also ging ich ins Business-Center des Hotels, um mir noch ein wenig die Welt anzuschauen und mit Freunden zu chatten. Nebenbei erledigte ich noch den Internet-Check-In bei der Singapore Airlines.
Aber kurz vor halb drei morgens war ich dann doch endlich müde und ging in die Falle.

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