Knoblauch, Knoblauch…

Das Essen war ein Erlebnis. So einen Tisch mit eingebautem Gasbrenner sieht man ja nicht alle Tage.

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Über den Gasbrenner wurde dann eine Pfanne gestellt, die nach einer Seite etwas geneigt war, damit das Fett besser weglaufen konnte. Dann wurde das Fleisch – in unserem Falle Schweinebauch – kurz angebraten und dann mit einer Schere in mundgerechte Stücke geschnitten.

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Dazu gab es jede Menge Zwiebeln und noch mehr Knoblauch. Und Kimchi in verschiedenen Varianten. Schön scharf und gutschmeckend. Das Ganze wurde dann folgendermaßen verzehrt: ein Blatt Salat wurde flach auf die Hand gelegt, darauf kam ein Stück Fleisch und auf das Fleisch ein Stück Knoblauch (etwa eine halbe Zehe!). Etwas von der roten scharfen Sauce dazu, dann eine Ladung Kimchi. Das Salatblatt wurde zusammengefaltet und in den Mund gesteckt. Köstlich!
Da es ausreichend Fleisch gab, habe ich auch ziemlich viel Knoblauch gegessen. Das ist aber normal, und am dritten Tag merkt man nicht, dass die Koreaner nach Knoblauch riechen …

Der Kulturschock war aber, als diese junge und hübsche Frau plötzlich zu schmatzen anfing, wie ich es noch nicht gehört hatte. Ach ja, Schmatzen gehört ja zum guten Ton in Asien, also versuchte ich es auch mal. Es ist gar nicht schlimm, wahrscheinlich sogar die beste Art, seinem Gastgeber das eigene Wohlbefinden kundzutun.

Die Art, sich gegenseitig die Getränke einzuschenken, hat mir auch imponiert. Dazu hält der Eingießende die Flasche in der rechten Hand, die linke unterstützt die rechte dabei, indem man den rechten Ellenbogen greift. Man kann die linke Hand als Zeichen besonderer Wertschätzung auch auf das Herz legen. Der „Eingeschenkte“ hält dem Einschenkenden das Glas mit beiden Händen entgegen.
Man gießt sich auch nie selbst ein, sondern hält seinem Gegenüber sein Glas mit beiden Händen hin als Aufforderung.
Diese Sitten waren anfangs gewöhnungsbedürftig, dann mochte ich sie aber nicht mehr missen. Besser kann man meiner Meinung nach die gegenseitige Achtung und Wertschätzung kaum ausdrücken.

Im Bild unten seht Ihr mal noch die Zutaten zum Essen.

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Es sind mehrere Sorten Kimchi, eine Art scharfes Kraut, dann Zwiebeln und Knoblauch sowie Seetang. Als Beilage gab es eine Art Kartoffelpuffer.

Zum „Nachtisch“ wurden grüne Chili-Schoten gereicht. Da ich ja nun vom Vortag schon abgehärtet war, habe ich mir so ein Ding zusammen mit etwas von der roten scharfen Sauce gegönnt und alle Anwesenden ein wenig beeindruckt, denn das Ding war höllisch! Tapfer habe ich aber mit dem Brennen und den Tränen gekämpft.

Ein Problem waren nur die Stäbchen. War ich doch bisher der Meinung, die Dinger einigermaßen händeln zu können. Die koreanischen Stäbchen sind jedoch aus Gründen der Schonung der Bäume nicht aus Holz, sondern überwiegend aus Edelstahl und abgeflacht. Das hat mir anfangs doch etwas zu schaffen gemacht. Aber genügend Training, und auch das klappt irgendwann.

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